In fernen Netzen

Internet finden

image.jpg

© PC Magazin

Wer einen kostenlosen WLAN-Hotspot gefunden hat, kann nicht nur umsonst surfen, sondern auch per Skype telefonieren.

Der Anwender sollte mit einem nackten Betriebssystem die Grenze passieren und Daten aus dem Netz nachladen, bzw. vor der Ausreise wieder in die Cloud schicken. Alle Daten sollten dabei wie oben beschrieben gelöscht werden.

Als Speicher für die Cloud bieten sich verschiedene im Allgemeinen bekannte Dienste an: Dropbox (www.dropbox.com), Wuala (www.wuala.ch) Skydrive (www.skydrive.com), Hidrive (www.strato.de/hidrive) oder einfach der Web-Mail-Account. Sensible Daten sollten auch hier natürlich verschlüsselt sein und während der Reise auch bleiben.

Zu den digitalen Reisevorbereitungen zählt auch, die Anti-Viren- und Firewall-Lösung zu prüfen. Läuft eine Lizenz während des Urlaubs ab, so sollte sie zuvor verlängert worden sein. Trotz aller Vorbereitungen, versucht der Urlauber den Verlust des Geräts zu vermeiden. Ein guter Schutz gegen physikalischen Diebstahl ist ein Schloss mit einem Drahtseil, wie es beispielsweise die Firma Kensington herstellt.

Damit lässt sich das Gerät im Hotelzimmer an einem Heizungsrohr anseilen. Der Dieb müsste Schloss oder Rohr regelrecht herausbrechen (was auch geschieht). Gegen Datendiebstahl lässt sich im BIOS ein Passwort setzen, das der Rechner vor dem Booten abfragt. Aber Vorsicht, es schützt nicht komplett. Der Einbrecher kann die Batterie oder den Akku herausnehmen, das erfordert zwar Know-how, ist aber nicht unmöglich.

Bei der Reise selbst, sollte das Gerät in Bus, Flugzeug oder Taxi immer im Handgepäck sein und nicht aufgegeben, in der Gepäckklappe oder im Kofferraum.

Für den Fall, dass ein Gerät warum auch immer verschwindet, haben sich einige Dienste auf das Wiederfinden spezialisiert. Der bekannteste ist LoJack von Absolute Software (www.absolute.com ) und kostet 39,90 Euro pro Jahr. Das Tool installiert sich auf der Festplatte und benachrichtigt Absolute einmal täglich.

Meldet der Anwender sein Laptop als gestohlen, so erhöht der Dienst die Meldefrequenz auf alle fünfzehn Minuten. Der Besitzer kann dann aus der Ferne Daten löschen und das Gerät über Absolute finden lassen. Die Firma verfolgt den Dieb über dessen Internet-Sitzungen und gibt diese Daten an die Polizei weiter.

Der Dieb kann natürlich die Festplatte löschen oder austauschen, aber in vielen Fällen nutzt ihm das nichts. Denn Absolute arbeitet inzwischen mit den meisten Geräte-Herstellern zusammen, sodass LoJack bei Acer, Dell, Asus, Toshiba und weiteren bereits im BIOS sitzt. Dann stellt es sich automatisch immer wieder her.

Einen Haken gibt es natürlich: Geht der Dieb nicht ins Internet, so ist der Schutz wertlos. Einem Profi wird es ferner gelingen, das BIOS zu bereinigen, Lojack gezielt mit der Firewall zu sperren oder Linux zu installieren.

Außerdem schützen diese Dienste nicht vor Datenverlust. Baut der Dieb die Platte aus und schließt sie an einem anderen Rechner an, so kann der rechtmäßige Besitzer auch keine Daten aus der Ferne löschen. Hier hilft nur die systematische Verschlüsselung.

Internet finden und bezahlen

Das zweite Thema, das den verreisten Anwender bewegt, ist der Zugang zum Internet. Er will seine Mails beantworten, Nachrichten lesen oder Daten hinter der Zollschranke nachladen. Mit einem Surfstick findet sich meistens ein Netz, die Tarife sind jedoch üppig. Oft ist es besser, sich ein WLAN zu mieten, beispielsweise im Hotel, Cafe oder Waschsalon.

Wenn man Glück hat, ist es sogar kostenlos. Hotspots lassen sich vor Reiseantritt über spezielle Internet-Seiten finden, beispielsweise www.hotspot-locations.de oder www.openwifispots.com.

image.jpg

© PC Magazin

USB-Dumper wartet auf USB-Sticks und kopiert automatisch deren gesamten Inhalt.

Ein (wenn möglich freies) WLAN hat einen weiteren Vorteil. Es lässt sich via Skype kostenlos darüber telefonieren, wenn der Partner ebenfalls über Skype verfügt. Mit der zumeist eingebauten Webcam ist das Gespräch sogar lustiger als übers Handy.

In Hotels gibt es oft eine LAN-Steckdose vielleicht sogar ein Kabel dazu, die auch Internet eröffnen. Auch dabei fallen oft, aber nicht immer Gebühren an, die sogar höher sein können als die Roaming-Preise des eigenen Providers. Das sollte man sich genau ausrechnen.

Manche Provider bieten spezielle Auslandsoptionen, die die einzelnen Sitzungen verbilligen. Weitaus günstiger ist es auch, sich einen Prepaid-Tarif vor Ort zu besorgen. Die meisten Handy-Shops dieser Welt sind gut auf Touristen vorbereitet.

Der eine oder andere Leser hat vielleicht mitbekommen, dass es eine neue EU-Regelung für das Daten-Roaming gibt, die die monatlichen Kosten auf 59,50 Euro begrenzt. Das schützt aber nicht vor hohen Megabyte-Preisen - der Anbieter kann so viel verlangen, wie er will.

Das heißt nur, dass der Surfer bei hohen Datenpreisen die EU-Obergrenze schneller erreicht. Wenn er sich dieser Grenze nähert, muss der Betreiber ihm eine Warnung schicken. Nur auf seinen ausdrücklichen Wunsch kann der Surfer das Limit überschreiten.

Download: Tabelle

Mehr zum Thema

Synchron-Schwimmen
Synchron-Schwimmen

Alle, die mehr als einen Rechner nutzen, stehen über kurz oder lang vor dem Problem, wie man Daten synchron halten kann. Wir stellen einige…
dropbox
Abgesichert

Noch nie war es so einfach wie mit Dropbox, Dateien ins Internet hochzuladen, mit mehreren Rechnern und Geräten zu synchronisieren und mit anderen…
e-mail, @, schlüssel
Internet-Sicherheit

Viele machen es sich leicht und nehmen entweder einfache Kennwörter oder benutzen für alle wichtigen Websites die gleichen Log-in-Daten. Fatal. Wir…
cloud
Schönwetterwolke

Ob Urlaubsbilder, Familienvideos oder Arbeitsdokumente: Bald wird alles nur noch im Netz gespeichert, prophezeien Experten. Inwieweit die…
Phishing Schutz - 19 Produkte im Vergleich
Angeln verboten

Der dickste Fisch in den unendlichen Tiefen der virtuellen Meere ist der Anwender. Kriminelle Online-Phisher werfen die Angel nach ihm aus. Schutz…