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Internet-Report: Bestandsaufnahme zu Online-Zugängen in Deutschland

Immer mehr Menschen kommen in den Genuss schnellen Internets – daheim und unterwegs. Doch vielerorts klaffen noch Lücken in den Breitbandnetzen. Eine Bestandsaufnahme.

  1. Internet-Report: Bestandsaufnahme zu Online-Zugängen in Deutschland
  2. Internet-Report: Die „letzte Meile“ bestimmt das Tempo
  3. TV-Kabel: Die erste Alternative zu DSL
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Schnelles Internet ist für viele Nutzer normal - doch ein nicht kleiner Anteil kann Breitbandinternet noch nicht nutzen.

Es klingt phantastisch: Bis 2018 soll es in ganz Deutschland "schnelles Internet mit mindestens 50 MBit/s" geben. "Mit dem Bundesförderprogramm für den Breitband- Ausbau schließen wir die weißen Flecken auf der Landkarte", versprach Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt 2015. Die Bundesregierung unterstützt den Breitband-Ausbau mit 2,7 Milliarden Euro. "Wir wollen, dass bis 2018 auch der letzte Bauernhof an Breitband angebunden ist", so Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Tatsache ist, dass in vielen Städten und Ballungsräumen schnelles Breitband-Internet mit verschiedenen Techniken nutzbar ist. Dort geht der Ausbau der Netze zügig voran. Dagegen gibt es ländliche Regionen, wo bisher nicht einmal DSL 16.000 vorhanden ist - von VDSL, Glasfaser-Anschlüssen (FTTH) oder Internet via TV-Kabel ganz zu schweigen. Wer dort auf schnelles Internet angewiesen ist, kann nur auf Satellitentechnik setzen oder mobiles Internet nutzen. Doch gerade in ländlichen Regionen hapert's am LTE-Empfang. Und selbst UMTS-Netze sind nicht flächendeckend verfügbar.

Die sechs größten Festnetz-Provider Deutsche Telekom, 1&1, Unitymedia, Vodafone, o2 und Tele Columbus stellen zusammengerechnet 28,6 Millionen Breitband-Anschlüsse bereit, berichtet das Verbraucherportal DSLWEB.de in seinem aktuellen Breitband- Report. Allein die Telekom hat 12,7 Millionen Breitband-Kunden. Der Großteil nutzt herkömmliche DSL-Anschlüsse.

Von ADSL zu VDSL: Die DSL-Technik

Sehen wir uns einmal an, wie DSL funktioniert, um zu verstehen, warum es nicht überall gleich schnell ist. Von den Hauptleitungen des Internets, dem Backbone, führen Glasfaserleitungen über verschiedene Zwischenstationen zur Ortsvermittlungsstelle, die durch eine bestimmte Telefon- Vorwahlnummer charakterisiert ist. Von da führen Leitungen weiter zu Verteilern: den alten Kabelverzweigern oder den neuen Multifunktionsgehäusen.

Kundenzahlen der führenden Breitband-Anbieter in Deutschland

© www.dslweb.de

Unangefochtene Nummer eins unter den deutschen Breitband-Anbietern ist die Deutsche Telekom. 1&1 besitzt kein eigenes Festnetz, stattdessen nutzt der Anbieter die Netze anderer Provider (Resale).

Wenn es sich bei diesen Leitungen um Kupferkabel handelt, kann ab dem Verteiler höchstens normales DSL bereitgestellt werden, also ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line). Verbinden dagegen Glasfaserkabel die Ortsvermittlungsstelle mit dem Verteiler, kann das schnellere VDSL realisiert werden (Very High Digital Subscriber Line). Deshalb ersetzen die Netzbetreiber, allen voran die Deutsche Telekom, immer mehr Kupfer- durch Glasfaserleitungen und alte Kabelverzweiger durch neue Multifunktionsgehäuse, die spezielle Technik für VDSL beherbergen.

Im Jahr 2015 wurden von der Deutschen Telekom etwa 10.000 Kilometer Glasfaserkabel zwischen Ortsvermittlungsstellen und Multifunktionskästen verlegt, sodass am Jahresende rund 400.000 Kilometer Glasfasernetz nutzbar waren. Dadurch kann der Magenta-Riese etwa sieben Millionen Haushalte mit VDSL versorgen.

Trotz aller Bemühungen um den Netzausbau scheint die Deutsche Telekom die von der Bundesregierung geweckten Erwartungen nicht erfüllen zu können: "Unser Ziel: 2018 sollen 80 Prozent der deutschen Haushalte mit Breitband versorgt sein", heißt es im Telekom-Blog. Von der Versorgung des "letzten Bauernhofs" mit Breitband-Internet ist da keine Rede. Schließlich könne ein einzelner Kilometer Glasfaserverlegung bis zu 70.000 Euro kosten, liest man im selben Blog. Genauso beeindruckend: Im Jahr 2015 wurden mehr als 120.000 Baugruben ausgehoben, um Glasfaserleitungen zu verlegen und 17.000 Multifunktionsgehäuse aufzustellen. Vier Milliarden Euro investierte die Telekom letztes Jahr in den Netzausbau.

Doch ganz ohne Kupferkabel kommt das DSL-Netz auch in Zukunft nicht aus. Auf der "letzten Meile", der kurzen Strecke zwischen Verteiler und Telefondose, nutzen sowohl ADSL als auch VDSL Kupferkabel - entgegen landläufigen Meinungen. Wird das Kupfer auf der "letzten Meile" durch Glasfasern ersetzt, spricht man nicht mehr von DSL, sondern von FTTH (Fibre To The Home).

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