Intelligente Steuerlösungen

Kaminfeuer auf Knopfdruck - So funktioniert's

Im vernetzten Zuhause erscheint der Kamin als letztes Überbleibsel archaischer Zeiten. Aber auch für das heimische Feuer gibt es schon längt intelligente Steuerungslösungen. Sie machen das gemütliche Entspannen vor dem prasselnden Kamin noch komfortabler.

intelligente Ofensteuerung

© Olsberg Levana

Steuerungslösungen für den heimischen Kamin bieten Feuer auf Knopfdruck.

So richtig gemütlich wird es für viele Menschen in der kalten Jahreszeit erst, wenn ein prasselndes Feuer im Kamin brennt. Das ergibt sich aus einer Online-Befragung, die TNS Infratest im Auftrag von Bauknecht im Juli 2013 durchgeführt hatte. Untersucht wurde unter anderem, was sich Deutsche in ihrem Zuhause wünschen. 40 Prozent der Befragten gaben als Antwort "eine Feuerstelle" an.

Mittlerweile bieten einige Ofenbauer Modelle an, bei denen Behaglichkeit und Bequemlichkeit miteinander verschmelzen. Die Steuerung intelligenter Kaminöfen lässt sich mithilfe einer Fernbedienung, via SMS-Befehl oder per Smartphone-App ganz bequem vom Sofa oder von unterwegs aus vornehmen.

Intelligente Verbrennungstechnik

Dank intelligenter Verbrennungstechnik wird die gewünschte Raumtemperatur bei diesen Feuerstellen reguliert. Die Luftzufuhr wird automatisch gesteuert. Damit kann die Verbrennung je nach Wunschtemperatur gedrosselt oder verstärkt werden. Manche Modelle verfügen dafür über einen externen Raumthermostat sowie ein GSM-Modem.

Knopf oder Touch

© Hersteller

Der Kaminofen Olsberg Levana (siehe oberes Bild) kann dank vorhandenem GSM-Modul entweder mit einem Smartphone oder mit einer Fernbedienung gesteuert werden.

Das Kaminofen-Modell Levana von Olsberg lässt sich beispielsweise über eine Smartphone-App fernsteuern. Am Ofen selbst wird für das GSM-Modul eine SIM-Karte mit Guthaben benötigt.

In der "Club Edition" hat Wamsler auf der Internationalen Handelsmesse (ISH) 2013 den Kaminofen Zeta vorgestellt. Der dort präsentierte Prototyp ist mit einer i-Eco-Steuerung ausgestattet. Diese orientiert sich an der Raumtemperatur und lässt sich per App steuern. 2014 soll das Modell in Serie gehen.

Genau wie bei der Zentralheizung wird bei allen fernsteuerbaren Feuerstellen die Flamme automatisch entfacht. Der Anwender muss nur dafür Sorge tragen, dass sich genügend Brennmaterial im Ofen befindet. Manche Hersteller bieten zu einigen ihrer Öfen separat erhältliche Fernsteuerungs-Sets an, wie etwa die Stoex-Fernbedienung. Diese lässt sich nachträglich in einen Kaminofen von Hark einbauen.

Einfacher ist es, sich direkt beim Kauf für ein Modell mit Fernbedienung zu entscheiden. Das bietet etwa der dänische Kaminofenhersteller HWAM an. Das Intelligent Heat System (IHS) dient aber nicht nur der Bequemlichkeit, sondern soll auch den Energieverbrauch der Öfen optimieren. Das System reguliert die Verbrennung der Holzscheite automatisch. Darüber hinaus teilt der Ofen über die Fernbedienung mit, wenn Brennholz nachgelegt werden soll. Die gewünschte Raumtemperatur lässt sich dann bequem ferngesteuert bestimmen.

Feuer frei!

© HWAM

Bei etlichen HWAM-Kaminofenmodellen sorgt der Autopilot IHS für eine exakte und effi ziente Wärmeabgabe. Eine bequeme Steuerung des Ofens ist mit der zugehörigen Funkfernbedienung möglich.

Außerdem kontrollieren die Öfen die Raumtemperatur permanent und prüfen den Sauerstoff im Rauchgas. Diese Daten werden an ein Kontrollsystem weitergegeben. Die Luftzufuhr wird in der sogenannten Airbox, dem Herzstück des Systems, über drei Lufteinlässe automatisch eingestellt.

Zentralheizsysteme werden in einem Nebenraum oder im Keller untergebracht. Für Pellet-Zentralheizungen wird ein eigener Vorratsraum benötigt. Ähnlich wie bei der klassischen Ölheizung werden über eine Förderschnecke die Holzpresslinge in die Brennkammer des Pelletofens transportiert. Pellet-Kaminöfen verfügen in der Regel über einen von der Brennkammer abgetrennten Vorratsbehälter. Dieser muss regelmäßig von Hand befüllt werden. Der Vorrat kann - abhängig vom Modell und vom Wärmebedarf - bis zu drei Tage reichen und meist auch während des Heizbetriebs nachgefüllt werden.

Vorteile von Pelletöfen

Aufgrund der automatischen Befeuerung eignen sich Pellet-Kaminöfen noch besser für eine Steuerung aus der Ferne als Scheitholzheizungen. Die Vorratsbehälter müssen nur alle paar Tage aufgefüllt werden. Sämtliche Pelletofenmodelle von Haas+Sohn lassen sich über eine Vier-Tasten-Bedieneinheit am Deckel des Vorratsbehälters steuern. Darüber ist Wochenprogrammierung inklusive Nachtabsenkung möglich. Pro Tag sind bis zu drei Ein- und Ausschaltzeiten in Kombination mit der jeweils gewünschten Raumtemperatur programmierbar.

Optional mit einem GSM-Modul ausstatten lassen sich die Modelle Lucca und Catania. Sie haben eine modulare Heizleistung von minimal 1,8 kW und maximal 8,2 kW. Das GSM-Modul ist auf der Rückseite der Öfen angebracht. Damit können die Feuerstellen von unterwegs aus über ein Mobiltelefon gesteuert bzw. überwacht werden. So kann der Nutzer über sein Handy Betriebszustände abfragen und ändern, die gewünschte Raumtemperatur einstellen oder sich die Ist-Temperatur anzeigen lassen.

Auf Knopfdruck für behagliche Wärme sorgt auch der Buderus-Kaminofen blueline Pellet 1. Das Feuer wird per Knopfdruck über die Funkfernbedienung entfacht. Um die Flammengröße zu regulieren, erhöht oder drosselt man die Luftzufuhr. Weiterhin lassen sich über die Funkfernbedienung auch ein Tages-, ein Wochen- sowie ein Wochenendprogramm einstellen. Mit der RIKA Warm App können Pelletöfen des österreichischen Ofenbauers RIKA ferngesteuert werden.

Mehrere Pelletöfen der ANIMO Ofen GmbH lassen sich ebenfalls via GSM-Modem über ein Mobiltelefon mit Befehls-SMS bedienen. Sie erlauben ein Ein- und Ausschalten sowie die Umstellung der Betriebsarten auto (automatisch), heat für Heizleistung und room für die gewünschte Raumtemperatur. Anstatt mit einer Befehls-SMS kann ein Ofen von ANIMO auch mit der heatAPP gesteuert werden.

Feuerwand von Geisterhand

© VERO DESIGN N.V./LIFTA NIPPON

Mit Kaminen auf Erdgasbasis von VERO DESIGN N.V. / LIFTA NIPPON sind eine Befeuerung über die gesamte Breite des Kamins sowie eine Steuerung per Fernbedienung möglich.

Die Alternative: Gaskamine

Nicht überall besteht die Möglichkeit, Holzscheite oder Pellets zu lagern. Die elegante und saubere Alternative zum holzbefeuerten Kaminofen sind Gaskamine. Auch sie lassen sich auf Knopfdruck entflammen.

Aus der Ferne steuerbar sind nicht nur Einzelraumöfen. Viel mehr Möglichkeiten sind bei den unterschiedlichsten Zentralheizungen gegeben. Das liegt an der großen Auswahl an Fernwirktechnik verschiedener Hersteller. Beispielsweise ermöglicht Buderus bei seinen Zentralheizungssystemen mit der App EasyControl eine Steuerung und Überwachung über ein Smartphone.

Eine Marke der Bosch Thermotechnik GmbH bietet mit der App JunkersHome ebenfalls einen solchen Service an. Erforderlich ist in solchen Fällen im Prinzip jeweils ein Gateway für die Verbindung zwischen Zentralheizung und Fernsteuerung. So kann der Anwender von unterwegs die Schaltzeiten neu einstellen oder die Betriebsart wechseln. Wenn eine der angeschlossenen Zentralheizungen auch noch mit einer Solaranlage kombiniert ist, dann kann sich der Nutzer via App auch den Solarertrag anzeigen lassen.

Fernwärme

© Haas+ Sohn

Mit der Smartphone App lässt sich das GSM-Modul steuern. Dieses ist etwa am Kamin-Pelletofen Haas + Sohn Catania Sandstein angebracht.

Wichtige Hinweise zur Sicherheit

Wer eine Fernsteuerung nutzt, muss dafür sorgen, dass sich zu keiner Zeit brennbare Gegenstände weder auf noch in Strahlungsnähe des Ofens befinden. Nicht nur Holzheizungen erfreuen sich wachsender Beliebtheit, sondern auch moderne Niedrigenergie- und Passivhäuser. In einem solchen Haus dürfen nur Öfen betrieben werden, die für einen von der Raumluft unabhängigen Betrieb (RLU) zugelassen sind.

Probleme können auch Dunstabzugshauben im Abluftbetrieb bereiten. Das heißt, wenn der Ofen läuft, darf eine solche Ablufthaube nur in Betrieb genommen werden, wenn ein Fenster geöffnet ist. Sonst zieht ein Unterdruck gefährliche Rauchgase aus dem Ofen. Das Deutsche Institut für Bautechnik weist darauf hin, dass die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung kein "Zertifikat" ist, sondern ein behördlicher Bescheid. Beim Einkauf sollte man den Händler nach diesem fragen. Für die Zukunft bestens gerüstet ist man mit einem Ofen, der den Bestimmungen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes gerecht wird.

Nur trockenes, unbehandeltes Holz darf im Kaminofen verbrannt werden. Am besten sind Scheite mit einer Restfeuchte von 15 Prozent geeignet. Es ist verboten, Holz mit einer Feuchte von mehr als 25 Prozent zu verbrennen. Prüfen lässt sich das mit einem Holzfeuchtemessgerät (Preis: ab ca. 15 Euro).

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