Intel Core i7-980X im Check

Intel Core i7-980X ausprobiert: Erster Hexacore-Prozessor mit 6 Kernen

Viel hilft viel, sagt der Volksmund und für Prozessoren scheint das auch zu stimmen: Je mehr Kerne sie beinhalten, desto schneller sind sie. Im neuen Core i7-980X arbeiten zum ersten Mal sechs Kerne in einer Desktop-CPU - doch die wollen auch entsprechend gefüttert werden.

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Der Gulftown in der so genannten Die-Map, also dem beschrifteten Chip-Foto. Je drei Kerne teilen sich den L3-Cache.

Es gibt wohl kaum einen Benchmark, in dem Intel-Prozessoren nicht an der Spitze stehen. Gegen die Core-i7-Prozessoren kann AMD derzeit höchstens ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis ins Marketing-Feld führen. Trotzdem ruht sich der Marktführer nicht auf seinen Lorbeeren aus, sondern dreht weiter an der Performance-Schraube.Besser als über die Frequenz geht das über die Anzahl der Kerne und so ist jetzt der erste Hexacore-Prozessor erhältlich. Damit kann Intel nicht nur zwei physische Kerne mehr aufbieten als der Konkurrent AMD, sondern dank Hyperthreading jetzt sogar insgesamt 12 virtuelle.

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Mehr Kerne, mehr Cache, mehr MHz

Der unter dem Namen Gulftown entwickelte Prozessor wird im 32-Nanometer-Prozess gefertigt und damit in der kleinsten Strukturgröße, die Intel derzeit für Prozessoren anwendet. Trotzdem umfasst er 248 mm². Neben den sechs Kernen wollen insgesamt 12 MByte L3-Cache untergebracht sein, die in zwei Blöcke a 6 MByte aufgeteilt sind.

Die Anbindung an das System erfolgt wie bei den anderen Sockel-1366-CPUs über das Quickpath Interface (QPI), das 6.4 GT/s überträgt. Der integrierte Speichercontroller kann Module in bis zu drei Kanälen ansprechen.

Für einen Sechskerner recht hoch ist die Frequenz von 3,333 GHz. Nur der Dualcore-Prozessor Core i5-670 ist mit einem nominellen Takt von 3,466 GHz noch höher getaktet.

Sind nicht alle Kerne unter Last, greift auch beim Hexacore der Turbo-Boost. Er erlaubt eine Anhebung der Taktrate auf bis zu 3,6 GHz. Beste Voraussetzungen also, die Latte für AMD, das Mitte des Jahres mit einem Sechskernprozessor nachziehen will, schon mal recht hoch zu legen.

Optimale Software erwünscht

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Parallele Bearbeitung: Der Cinebench nutzt alle 12 virtuellen Kerne. Der Geschwindigkeitszuwachs liegt aber nur bei rund 5X.

Im Labor haben wir den Gulftown unseren üblichen Tests unterzogen. Als Mainboard kam das DX58SO von Intel zum Einsatz, das mit dem aktuellen BIOS versehen reibungslos mit dem neuen Prozessor zusammenarbeitet. Der Hauptspeicher bestand aus drei DDR3-1066-Modulen mit je 2 GByte, die auf die drei Speicherkanäle verteilt wurden. Als Betriebssysteme kamen Windows Vista Ultimate x86 und Windows 7 Ultimate x64 zum Einsatz.

Spannend für Prozessortests ist der Cinebench. Er skaliert hervorragend und misst praktisch nur die CPU-Leistung, unabhängig von anderen Systemeigenschaften wie etwa der verwendeten Grafikkarte. Hier räumte der Core i7-980X mit 27.885 Punkten erwartungsgemäß ab und stellte einen neuen Rekord auf. Gegenüber dem Lauf mit nur einem Kern (5058 Punkte) lag der Leistungsfaktor lediglich bei 5,51.

Hier zeigt sich, dass Hyperthreading keine echten Kerne ersetzen kann, wenn die Software sie effektiv genug nutzt. Bemerkenswert ist der Unterschied zum 32-bittigen Windows Vista, wo das identische System mit 21 667 Punkten deutlich langsamer ist. Im PCMark Vantage kam Intels Neuer mit einer Radeon 5870 auf sehr gute 19 589 Punkte.

Die Leistung hat ihren Preis, sowohl monetär - der aktuelle Spitzenreiter ist wieder mit 999 Dollar gelistet - als auch in Form von Leistungsaufnahme. Als TDP gibt Intel 130 Watt an. In der Boxed-Version liefert Intel zum Glück einen Kühler mit, der die Abwärme auch ohne großes Getöse vom Prozessor wegbläst. Anders als bei vorherigen Modellen sitzt der Ventilator nicht mehr waagerecht auf dem Kühlkörper, sondern an der Seite.

Fazit:

Dass die Zukunft im Multicore-Bereich liegt, ist wohl unumstritten. Unser Test zeigte aber, dass vor allem die echten Kerne den Unterschied machen, während Hyperthreading an Bedeutung verliert, sobald die Kerne durch die Software effektiv genutzt werden. Das dürfte AMD freuen, denn dessen Hexacore-Prozessor mit dem Codenamen Thuban wird kein Hyperthreading beherrschen.

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