Kopieren und Clonen ohne Ärger

Image-Programme im Test

Was tun, wenn das System völlig verstellt oder wichtige Daten gelöscht sind? Vorausgesetzt Sie haben es, spielen Sie einfach ein Backup zurück. Damit Sie wissen, mit welchem Tool Sie die Sicherung am besten vornehmen, haben wir die kombinierten Systemund Datensicherungsprogramme genau unter die Lupe genommen.

Image-Programme im Test

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Image-Programme im Test

Was tun, wenn das System völlig verstellt oder wichtige Daten gelöscht sind? Vorausgesetzt Sie haben es, spielen Sie einfach ein Backup zurück. Damit Sie wissen, mit welchem Tool Sie die Sicherung am besten vornehmen, haben wir die kombinierten System und Datensicherungsprogramme genau unter die Lupe genommen.

Das dritte Service Pack für Windows XP war wieder einmal ein gutes Beispiel für den Sinn und Nutzen eines Image- Programms. Bei unzähligen Anwendern lief nach dem Setup dieses Update- Paketes gar nichts mehr. Der Rechner ließ sich nicht mehr starten. Gleich mehrere Firmen wie der PC-Hersteller Hewlett Packard oder der Anbieter von Sicherheits-Software Symantec sowie manche privaten Tüftler haben angesichts dieses Desasters einen Patch programmiert, um den Rechner zumindest überhaupt wieder zum Laufen zu bekommen. Auch bei uns in der Redaktion liefen die Telefone heiß. Was tun Sie, wenn der Windows-PC plötzlich überhaupt nicht mehr läuft? Da ist - je nach Ursache - guter Rat tatsächlich teuer.

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Image und Backup: zwei Strategien

Prinzipiell muss es gar nicht so weit kommen, denn sogenannte Image-Programme erstellen von der Festplatte ein Abbild. In dieser exakten Kopie sind dann nicht nur Daten und Programme, sondern sogar das Betriebssystem mitsamt all seinen Einstellungen gespeichert. Der Vorteil dieser speziellen Art von Sicherung ist, dass sich der ursprüngliche Zustand selbst bei einem Totalausfall des Rechners in wenigen Minuten wiederherstellen lässt. Dafür sorgt eine spezielle Rettungs- CD zum Booten, von welcher dieses gespeicherte Festplattenabbild, das Image, im Notfall zurückgespielt werden kann. Daneben bieten die meisten aktuellen Versionen dieser Software-Kategorie ein klassisches Daten-Backup. Hier speichert das Programm wichtige Daten, wie zum Beispiel den Ordner "Eigene Dateien" unter Windows XP oder "Dokumente" unter Vista. Auch bei dieser Art des Backups handelt es sich nicht einfach um eine 1:1-Kopie der Dateien, sondern in aller Regel um eine platzsparende Variante in Form einer einzigen Datei. Schaut man genauer hin, wird die Sache etwas komplizierter. Denken Sie beispielsweise an Ihre Bildersammlung auf dem PC: Sie möchten die vielen GByte nicht jede Woche neu speichern - schließlich sind vermutlich nur ein paar Fotos hinzugekommen. Ständig eine solche Vollsicherung durchzuführen, würde zum einen viel zu lange dauern, zum Zweiten wäre die Festplatte schnell voll. Sinnvoller sind da die beiden platzsparenden Backup-Modi "differentiell" und "inkrementell", bei denen - grob gesagt - nur die Änderungen neu gespeichert werden. Haben Sie seit der letzten Sicherung also nur ein paar zusätzliche Fotos, Songs, Dokumente und E-Mails auf der Festplatte, ist diese Zusatzsicherung innerhalb kürzester Zeit erledigt - am besten vollautomatisch per Planungsassistent. Im Idealfall führen Sie alle paar Wochen die etwas langwierige Vollsicherung durch, täglich oder zumindest einmal pro Woche zusätzlich ein differentielles und/oder inkrementelles Backup. Einige der getesteten Tools unterstützen beide Backup- Modi, andere nur einen von beiden.

Sichern, aber sicher!

Beide Sicherungsarten - Image und Backup - sind zwar grundverschieden, aber dennoch wichtig. Während das Image Ihren Rechner innerhalb kürzester Zeit wieder vollständig lauffähig macht, sichern Sie mit dem klassischen Backup wichtige Daten vor dem Totalverlust. Wer einmal ein Image-Programm verwendet hat, weiß um seinen Nutzen - denn es ist einfach cool, ein völlig verstelltes Windows nach zehn Minuten quasi ohne Zutun wieder am Laufen zu haben! Bleibt noch die Frage, wo Sie diese Sicherungsdaten denn nun speichern? USB-Sticks oder DVDs werden zwar von den meisten Programmen durchaus unterstützt, als Speichermedium eignen sie sich aber nur bedingt. Besser ist eine zweite Festplatte, ob intern oder extern ist dabei fast gleich. Ein zusätzlicher eingebauter Datenträger ist etwas günstiger, hier beginnen die Preise schon bei 30 Euro. Die USB-Festplatte hat den Vorteil, dass sie etwas universeller einsetzbar ist und im Normalfall gar nicht in Betrieb sein muss. Schlägt bei Ihnen beispielsweise der Blitz ein, sind die eingeschalteten Geräte schnell in Mitleidenschaft gezogen. Was ausgeschaltet ist, bleibt dagegen heil. Eine zweite Partition auf der ersten eingebauten Harddisk einzurichten, schafft dagegen nur trügerische Sicherheit. Denn bei einem, im Übrigen gar nicht so seltenen, physikalischen Defekt der Festplatte, sind oft alle Daten dahin. Dann hilft nur noch ein viele Hundert Euro teurer Labor-Service, um die schlummernden Dateien wieder zum Leben zu erwecken. Unser Tipp lautet deshalb: Investieren Sie die 30 bis 50 Euro in eine zusätzliche zweite Festplatte.

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Am besten eignet sich eine externe Festplatte zum Speichern der Image und Backup-Dateien.

Kombinationsprogramme im Test

Weil diese kombinierten Programme so eminent wichtig sind, haben wir sie einem ausführlichen Vergleichstest unterzogen. Alle Tools beherrschen den Image-Modus, also die Komplettsicherung einer Partition oder der gesamten Festplatte und bieten auch eine Notfalloption, um den Windows-PC bei einem Totalcrash wieder zu starten. Daten-Backup müssen indessen einige der Testkandidaten gehörig Federn lassen: O&O DiskImage 3.0 Professional beherrscht diese Disziplin gar nicht, und manches andere Programm leistet hier deutlich weniger als im Image-Modus. So hat Avanquest einfach ein zweites Backup-Tool in sein Image-Programm integriert, worunter die Bedienung stark leidet. Vom Ausreißer aus dem Haus O&O abgesehen, existiert ein breites Mittelfeld, in dem das eine Programm hier besondere Stärken hat, ein anderes dort. Überragt wird der Vergleich aber von einem Tool: True Image 11 von Acronis. Das Programm leistet sich nicht nur keine Schwächen, nein es überzeugt überall! Schließlich möchten wir Ihnen eine kostenlose Alternative nicht vorenthalten. DriveImage XML (runtime) erstellt ebenfalls wie alle übrigen Programme Partitions- und Festplattenabbilder. Die Wiederherstellung ist bei diesem Gratis-Tool dagegen sehr viel komplizierter, weil Sie sich die Rettungs-CD erst selbst erstellen müssen. Ausschließlich zum Kopieren von Partitionen und Festplatten eignet sich zudem HDClone, das somit für den Einbau einer größeren Festplatte in den PC oder ins Notebook gedacht ist. Hier gibt es sogar eine kostenlose Version (hdclone). Inwieweit Hardware-basierte Lösungen, wie beispielsweise die HDD Recovery Card PCI von Pearl für knapp 30 Euro, die gleiche Sicherheit wie die getesteten Programme bieten, werden wir in einer der nächsten Ausgaben prüfen.

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Kostenlose Alternative: Das Gratis- Tool DriveImage XML beschränkt sich auf die Image-Funktion.

Expertenmeinung

"Ein MUSS für jeden PC"

Sie können sich vorstellen, dass mich meine Freunde und Bekannten in PC-Fragen regelmäßig um Unterstützung oder Hilfe bitten! Doch was soll ich aus der Ferne am Telefon sagen, wenn ihr Rechner mal wieder gecrasht ist? Mein Rat lautet deshalb: "Mach Dir ein Image, damit kannst Du Deinen PC selbst reparieren." Und wer ein solches kombiniertes Image- und Backup-Tool einmal verwendet hat, will es nicht mehr missen. Peter Stelzel-Morawietz

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