Neue Fernseher braucht das Land

IFA-Highlights: TV

Die IFA bringt es ans Tageslicht: Der Röhrenfernseher ist so gut wie tot. Der Fernsehabend im trauten Heim gehört in Zukunft den Flachbildfernsehern mit LCD- und Plasma-Technik. Die neuen Modelle garantieren Zukunftssicherheit für die nächsten Jahre.

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IFA-Highlights: TV

© Ulrich Klein

IFA-Highlights: TV

Wer in den letzten Monaten durch die Gänge großer Elektronikmärkte geschlendert ist, hat es sicher schon festgestellt: Röhrenfernseher haben ausgedient. Der neue Star im Fernsehregal ist der Flachbildfernseher mit LCD- und Plasma-Technik. Auf der Berliner IFA zeigen die TV-Hersteller, was Morgen bei Ihnen im Wohnzimmer stehen soll. Wir haben uns für Sie umgesehen.

Größer ist besser

Alles dreht sich ums Großbild. Bei LCD-Fernseher sind Geräte ab 37 Zoll gefragt, was 94 Zentimetern entspricht. Denn erst ab dieser Größe ist bei LCD-TVs eine Auflösung in Full-HD, also (1920 mal 1080 Pixel) darstellbar. Damit kann die Glotze eine High-Definition-Zuspielung von Blu-ray-Disc oder HD-DVD in voller Auflösung wiedergeben. Plasma-TVs mit Full-HD-Ausstattung werden dagegen erst mit Bildschirmdiagonalen ab 42 Zoll (107 Zentimeter) angeboten.

Einen Hang zur Gigantonomie stellt Sony mit dem neuen Bavaria-Boliden KDL-70X3500 unter Beweis. Das Flaggschiff der X3500-Serie bringt eine beeindruckende Bildschirmdiagonale von 70 Zoll (178 Zentimeter) mit. Sony verspricht die kräftigsten und natürlichsten Farben, die jemals auf einem Bravia-Modell erreicht wurden. Verantwortlich dafür ist eine LED-Hintergrundbeleuchtung. Eine Preisangabe wagt Sony noch nicht abzugeben, im Internet wird der TV-Riese aber bereits mit 39.999 Euro gehandelt. Das Gerät soll ab Dezember erhältlich sein.

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Sonys 52-Zoll-Bravia wird nur noch vom 70-Zoll-Modell getoppt

Damit die Bildschirm-Boliden nicht zu viel Platz im Wohnzimmer beanspruchen arbeiten Hersteller daran, die Rahmenbreite zu verringern. In diesem Zusammenhang stellt Toshiba auf der IFA sein neues Designkonzept, das Toshiba Picture Frame nennt und in den LCD-Fernseher der REGZA-Familie Anwendung findet. Dank halbierter Rahmenbreite auf unter zwei Zentimeter reduzieren sich die Gehäusemaße - laut Toshiba benötigt das 40 Zoll-Picture Frame-Gerät 40XF350D damit weniger Platz als ein herkömmlicher 37 Zoll-LCD-Fernseher. Innovation hat seinen Preis: Das Gerät wechselt für 1999 Euro den Eigentümer.

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Toshibas reduziert die TV-Rahmenbreite auf unter 2 Zentimeter

Als Pionier will Pioneer auf der IFA auftreten und verspricht mit seiner achten Plasma-TV-Generation eine Bildqualität, "die sämtliche auf dem Markt verfügbaren Plasma- und LCD-Bildschirme in den Schatten stellen soll". Dazu wurde das Projekt Kuro aus der Taufe gehoben, das den neuen Pioneer-Plasma-Geräten im Vergleich zur Vorgänger-Generation zu einem um 80 Prozent gesteigerten Schwarzwert verhelfen soll. Dem hohen Schwarzwert verdankt die neue Pioneer-TV-Generation auch seinen Namen: Kuro ist japanisch und bedeutet übersetzt schwarz. Die Preise für die Full-HD-Geräte beginnen bei 4899 Euro für den 50-Zoll-Fernseher LX5080D.

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Das von Pioneer initiierte Kuro-Projekt soll die Flat-TV-Technik revolutionieren.

Aber auch in der Taktung legen die Hersteller nach: 50 Hz war gestern, wer seinen Nachbarn wirklich beeindrucken will, verdoppelt auf 100 Hz, wie die neuen Premiumgeräte auf der IFA zeigen. Dabei wird das Bild mit doppelter Geschwindigkeit aufgebaut als beim klassischen 50-Hz-Standard. Obligatorisch ist zukünftig auch ein USB-Anschluss am Fernseher, um beispielsweise eine Kamera oder USB-Stick anzuschließen, um Fotos ohne Umwege auf den Fernsehgeräten anzeigen zu können. Die neue Metz Linus-LCD-TV-Serie setzt bereits auf 100 Hertz-Technik und bietet einen integrierten Doppel-Hybrid-Tuner für Kabel und Antenne (DVB-C/DVB-T).

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Metzs neue Linus-Serie arbeitet mit 100-Hz-Technik

Nicht unter 24

Ebenfalls auf der IFA angesagt sind Fernsehgeräte, die eine 24p-Unterstützung bieten. Dies garantiert eine ruckelfreie Wiedergabe von Blu-ray- und HD-DVD-Filmen. 24p bedeutet die Darstellung von echten 24 Bildern in der Sekunde - also so, wie es auch am Ausgangsmaterial vorliegt. Um hierzulande ein ruckelfreies Bild auf einen 50-Hz-Fernsehr anzeigen zu können, werden die 24 Bilder auf 25 beschleunigt. Um 50 Bilder in der Sekunde zu erhalten wird darüber hinaus jedes Bild doppelt angezeigt.

Um die Bildrate von 50 Hz auf 100 Hz zu verdoppeln, müssen die TV-Geräte-Hersteller tricksen. Ein Verfahren ist beispielsweise, aus zwei aufeinander folgenden Bildern des eingespielten Ausgangsmaterials so genannte Zwischenbilder zu berechnen und diese in die Original-Bildfolge einfließen zu lassen. Die Bildverläufe werden damit flüssiger, da ausschließlich wirkliche Vollbilder eingesetzt werden. Die Aquos XL2E-Geräte, die Sharp auf der IFA vorstellt sind sogar voll kompatibel zum 24p Vollbildverfahren und sollen ohne Qualitätsverluste durch Bildumrechnung exakt die Aufnahmen der Hollywood-Kameras wiedergeben.

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© www.sharp.de

Wenn der Postmann zweimal klingelt

Was hilft aber das schönste und größte Bild, wenn ständig Störer den Filmgenuss unterbrechen - der Postbote klingelt, das Mexican-Chili eine Zwangspause einläutet oder die Freundin ausgerechnet während der Sportschau anrufen muss. Die Lösung nennt sich zeitversetztes Fernsehen und besteht zumeist aus zwei Empfangs-Tunern und einem Recorder.

Damit der Filmfreund sein Wohnzimmer nicht mit einer Unmenge von Geräten zustellen muss, gibt es auf der IFA integrierte Lösungen zu sehen. Hitachi vereint beide Techniken in der neuen X-Serie. Der Full-HD 60-Zoll-Plasma-Fernseher P60XR01 kommt beispielsweise mit einem integrierten 250-GB-HDD-Recorder und Twin-Digital-Tuner und kostet zirka 6500 Euro. Hollywood-Freunde können damit Fuktionen wie Timer- und Sofortaufnahme oder Chase-Playback zu nutzen. Bei letzterem ist ein Zurückspulen während der Aufnahme durchführbar. So kann der Filmfreund den Filmgenuss an der Stelle fortgesetzen, an der die Unterbrechung eingetreten ist.

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Hitachis derzeitiges Vorzeigeprodukt ist der Plasmabolide P60XR01 mit einer Bildschirmdiagonalen von 60 Zoll

Auch LG Electronics zeigt auf der IFA neue Fernsehgeräte mit eingebautem digitalem Videorekorder (DVR). Im LCD-Fernsehr LT85 und im Plasma-Fernsehr PT85 arbeitet eine 160 GB-Festplatte, auf die bis zu 86 Stunden TV-Genuss passen soll. Allerdings sind beide Geräte nur HD-ready. Die Preise für den PT85 beginnen laut LG bei 2299 Euro.

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LGs Plasma-Fernseher PT85

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