IFA-Vorschau

TV-Highlights der IFA 2014

In der Vorschau zur IFA 2014 zeigen wir Ihnen alle TV-Trends, die Zukunft von Video-on-Demand und Highlights der Messe, die sich Besucher nicht entgehen lassen sollten.

Vorschaubild zur IFA 14

© Hersteller

In der Vorschau zur IFA 2014 zeigen wir Ihnen alle Trends und Highlights.

Smarte Fernseher werden auch auf der IFA 2014 bei allen TV-Herstellern zu bewundern sein. Doch sie sind nicht mehr das Trendthema der Messe, sie gehören inzwischen bei vielen Menschen zum Alltag. Tatsächlich wissen heute fast doppelt so viele Bürger wie im Sommer 2013, was ein Smart TV ist. Knapp drei Viertel aller Besitzer von TVs und Set-Top-Boxen mit Online-Funktionen haben ihre Geräte mit dem Internet verbunden.

Begriffe wie Video on Demand sind bekannt und ein Fünftel aller Konsumenten nutzen Online-Videotheken. Das haben Marktforscher in den letzten Monaten bei potenziellen Kunden erfragt. Deutschland ist im Sommer 2014 also noch nicht Weltmeister der Heimvernetzung. Doch wir sind zumindest reif für die nächsten Schritte ins Internet der Dinge.

Vom TV zum Smart Home

So fielen in den Ankündigungen aller großen Hersteller zur IFA Schlagworte wie App-Steuerung, Vernetzung oder Konvergenz. Was beim TV-Gerät inzwischen fast schon selbstverständlich ist, hält nun auch im Backofen, Babyphone oder Soundbar Einzug. All diese Geräte kommunizieren digital. Weil wir also bald schon den Betriebszustand der Waschmaschine neben der Kerntemperatur des Bratens und dem Lärmpegel im Kinderzimmer auf dem Smart TV ablesen können, haben die IFA-Macher 2014 das Konzept der Messe den vernetzten Zeiten angepasst: Es gibt keine Trennung mehr zwischen brauner und weißer Ware. TVs und AV-Anlagen können in derselben Halle stehen wie mehr oder weniger vernetzte Küchengeräte.

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Die IFA 2014 steht ganz im Zeichen der Netzwerke. TVs, Audiogeräte, Tablets und sogar Haushaltsgeräte kommunizieren heute wie selbstverständlich…

Bald nur noch UHD-TVs?

Natürlich sind TV-Technologien nach wie vor das Kernthema der IFA. Fast schon traditionell heben sich die Hersteller die heißesten Innovationen dazu bis zum letzten Tag vor der Messe auf, um auch in Berlin noch ein paar Überraschungen präsentieren zu können. Doch einige spannende TV-Trends sind erkennbar: Große Flat-TVs mit UHD-Auflösung werden selbstverständlich. Grundig-Manager Marc Azad brachte es bei seiner Presseankündigung auf den Punkt: "Geräte über 1000 Euro werden bei uns künftig UHD bieten." Das schließt aber nicht aus, dass mancher Markenhersteller auch UHD-TVs für dreistellige Beträge anbieten wird.

Lesetipp: Die TV-Trends der IFA 2014

Solche Preise sind bei Loewe nicht zu erwarten. Der deutsche Hersteller meldet sich aber nach überstandener Insolvenz mit einem klaren Bekenntnis zu UHD zurück: Aus Kronach soll es künftig in Bildgrößen über 32 Zoll nur noch UHD-Geräte geben, auch in der preiswerten Einstiegsserie Loewe Art. So konsequent setzt kein anderer Hersteller auf Ultra HD. Gleichzeitig kündigt Loewe-Sprecher Dr. Roland Raithel an, man wolle künftig mit allen Geräten näher an den Preisen der Konkurrenz bleiben - auch dank einer Einkaufs- und Technologiepartnerschaft mit Hisense. Das Geld für die Loewe-Rettung stammt indes nicht aus China, sondern von zwei deutschen Privat-Investoren.

Größer und schlauer

Fakt ist, dass Flat-TVs immer größer werden - die am häufigsten verkaufte TV-Größe liegt mittlerweile bei ca. 47 Zoll. Noch vor einem Jahr war der durchschnittliche Flat-TV gut zehn Zentimeter kleiner (42 Zoll). Und die große Mehrheit aller verkauften TVGeräte ist smart.

Vernetzung Panasonic

© Panasonic

Panasonic treibt die Vernetzung voran - die neuen UHD-TVs haben Sat-IP-Server.

App-Portale - die hat ohnehin jeder Smart TV - stehen dabei aber derzeit weniger im Fokus als schlaue Zusatzfunktionen übers Netzwerk. Zum Beispiel bietet Panasonic seit diesem Jahrgang in seinen Mittel- und Oberklassemodellen Netzwerk-Empfang via Sat-IP. Die neuen UHD-Geräte der Serie AXW804 setzen noch einen obendrauf: Sie lassen sich auch als TV-Server einsetzen, und zwar nicht nur für Sat over IP. Sie geben auch Kabel- und DVB-T-Sender übers Netzwerk weiter. Zudem lassen sich Sendungen via Internet auf Smartphones und Tablets streamen. Panasonic nennt das Feature TV Anywhere und baut es auch in seine neuen Blu-ray-Rekorder ein.

Vernetzen bedeutet heute eben, einen echten Mehrwert zu schaffen. Das macht auch TechniSat mit dem TV Empfehlungsdienst watchmi, der thematisch oder nach Stichworten passende Sendungen automatisch aufnimmt und in einfach auffindbaren Themenkanälen speichert; watchmi ist bereits in netzwerkfähigen ISIOReceivern des deutschen Herstellers integriert. Ab der IFA sollen alle ISIO Smart TVs damit ausgestattet werden. Auch watchmi stammt aus Deutschland: Es geht auf eine Philips-Entwicklung zurück und ist heute ein Unternehmen der Funke-Mediengruppe, die auch Progammzeitschriften wie TV Digital oder hörzu herausbringt.

3D - aber als Sound

Wenn die TVs flacher werden, dann schrumpft der Sound mit - so ist es jedenfalls, wenn man nichts dagegen tut. Insofern ist der ungebrochene Boom der Soundbars, -decks und -Projektoren verständlich. Wenn allerdings der Soundbar so flach wird wie der neue von Philips, dann fragt sich der geneigte Zuhörer, warum man ihn nicht gleich in den Flat-TV integriert.

LG Display

© LG

LG präsentierte vor der IFA neue OLED-Technologiestudien mit durchsichtigen und rollbaren Displays.

So richtig räumlicher Sound wird auf der IFA aber nicht aus Klangriegeln kommen, sondern aus 7.2.4-Boxen- Sets - oder aus einem anderen möglichen Aufbau für 3D-Kinosound des brandneuen Heimkinosystems Dolby Atmos. Dazu gibt es Dolby Enabled Speakers, welche die oberen Anteile des objektorientierten Raumklangs über Schallreflexionen Richtung Decke abstrahlen. Onkyo wird Atmos gemeinsam mit Dolby auf der Messe vorführen, aber auch Yamaha und Pioneer haben bereits erste Geräte im Gepäck.

Vernetzt sind die natürlich auch, doch das ist bei AV-Receivern und ihren Musik-Streaming-Talenten ja nichts Neues mehr. AirPlay, Spotify, DLNA oder Bluetooth sind im Audio- Business längst alte Bekannte.

Saeco GranBaristo Avanti

© Reinhard Otter

Mein iPad kann alles außer Kaffee kochen. Falsch, denn mit der Saeco GranBaristo Avanti macht es sogar das.

Neu ist die Vorstellung, dass die Zahnbürste über das Smartphone mit ihrem Besitzer kommuniziert. Oder dass das iPad erst einen Cappuccino auf dem Touchscreen abbildet und ihn dann im Hintergrund aus der Saeco- Maschine lässt. Solche IFA-Neuheiten kommen von Oral-B und Philips. Und Bosch und Siemens bieten Backofen- Apps inklusive Rezeptesammlung, Temperatureinstellung und Einkaufslisten- Export. All diese Geräte machen sich auf, das Heim zu vernetzen. Und vernetzte Überwachungssysteme sichern diese Schätze.

Fazit

So langsam bekommt die Vernetzung im Haus ein Gesicht - jenseits von typischen Themen wie Musik-Streaming und Online-Videotheken. Das macht die IFA 2014 jenseits von UHD-TVs zu einer spannenden Veranstaltung. Das Ganze hat aber Grenzen: Der Mahlgrad der Kaffeebohnen muss ebenso manuell eingestellt werden wie man die Zahnbürste im Mund führt und den Braten wendet. Das Internet der Dinge ist zwar besonders smart, aber eben wenig praktisch veranlagt.

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