Kriminelle Doppelgänger

Identitätsdiebstahl

Bisher ging es beim Phishing um Benutzernamen und Passworte. Doch die Tendenz geht zum Identitätsdiebstahl. Wer nicht aufpasst, besitzt plötzlich einen kriminellen Doppelgänger und ein paar hundert Euro weniger.

Identitätsdiebstahl

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Identitätsdiebstahl

Kriminelle Doppelgänger

Bisher ging es beim Phishing um Benutzernamen und Passworte. Doch die Tendenz geht zum Identitätsdiebstahl. Wer nicht aufpasst, besitzt plötzlich einen kriminellen Doppelgänger und ein paar hundert Euro weniger.

Identitätsdiebstahl

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Michael Bloomberg, Multimilliardär und Bürgermeister von New York, war das bis jetzt letzte prominente Opfer. Charles Nelson, ein Kleinkrimineller aus Newark, beschaffte sich Nummer und Passwort zu Bloombergs Konto bei der Bank of America und hob - zunächst unentdeckt - 10.000 Dollar ab. Später versuchte der vermeintliche Firmengründer Odalis Bostic zwei Schecks über insgesamt 410.000 Dollar einzulösen, die auf Bloombergs Konto bezogen waren. Doch dieses Mal war die Summe offenbar zu hoch, ein Angestellter der Bank of America wurde aufmerksam und stellte fest, dass die Schecks gefälscht waren. In diesem Zusammenhang entdeckte er auch die Tat von Charles Nelson. Beide Betrüger wurden verhaftet. Wie sie an die Daten herangekommen waren, ist bis heute ungeklärt.

In den Vereinigten Staaten häufen sich momentan derartige Fälle von Identitätsbetrug. Verbrecher stehlen mehr oder weniger gezielt die Daten von Kreditkarten, Bankkonten oder die Sozialversicherungsnummer. In den USA wird sie in vielen Geschäften und von den Behörden als Identitätsnachweis verlangt und hat damit einen Stellenwert wie der deutsche Personalausweis. Gestohlen wird online, aber auch aus Briefkästen und Mülleimern, in denen Bankauszüge oder Kreditkartenbelege zu finden sind. Mit diesen Informationen geben sich die Abzocker für ihre Opfer aus und räumen die Konten leer. Es wurden schon Banden ausgehoben, die sich systematisch die Daten von Amerikanern beschafft hatten, die auf der Forbes-Liste, dem Verzeichnis der reichsten Menschen der Welt stehen. Identity Theft (Identitätsdiebstahl) werden diese Betrügereien in den USA genannt. Rund acht Millionen Amerikaner sollen pro Jahr betroffen sein, der Gesamtschaden wird auf 50 Milliarden Dollar geschätzt.

Aber auch in Deutschland hat sich die kriminelle Szene verändert, wie die Spezialisten von Symantec in ihrem zwölften Sicherheitsreport zum ersten Halbjahr 2007 feststellten. Demnach seien Phishing-Angriffe, bei denen ein Angreifer per E-Mail oder gefälschter Webseite versucht, an Benutzernamen und Kennwörter zu gelangen, um fast ein Drittel zurückgegangen. Dafür nehme aber die Anzahl der Identitätsdiebstähle deutlich zu. Mehr als 65 Prozent der weltweit am meisten verbreiteten Computer- Schädlinge zielen auf Identitätsdiebstahl ab. Dabei ist die Unterscheidung schwammig, denn Phishing ist letztlich nur das Mittel, um an die digitale Identität eines Kontoinhabers, Kreditkartenbesitzers oder eBay- Mitglieds zu gelangen. McAfee kann daher auch keine sinkenden Zahlen bei den Phishing- Attacken erkennen.

Anti Phishing Working Group

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Die Anti Phishing Working Group sammelt weltweit Informationen über Attacken von Kontodieben.

Die Angreifer bedienen sich jedoch zunehmend so genannter Bot-Netze. Unter einem Bot versteht man ein ohne Wissen des Anwenders installiertes Programm, das Angreifern den Zugriff auf das System ermöglicht. Dabei infiziert in der Regel ein Angreifer zahlreiche Rechner mit einem Bot, der diese dann zu einem Netzwerk verbindet. Dieses Netzwerk kann zentral von einem Server aus gesteuert und für Angriffe auf einzelne Ziele benutzt werden. Ein Viertel dieser Server in der EMEA-Region (Europa, Mittelasien, Afrika) soll in Deutschland stehen, so Symantec. Bei den Bot-infizierten Computern sind in Deutschland mit 23 Prozent knapp ein Fünftel aller befallenen Rechner in Europa zu finden.

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