Verwaltung How-to: Festplatten verwalten, die größer als 2 TByte sind
Festplatten mit 2 TByte Größe sind seit einiger Zeit verfügbar. Die nächste Generation mit noch größerer Speicherkapazität ist absehbar, über RAID-Controller kann man schon jetzt mehrere Festplatten zu einer größeren zusammenfassen. Wer eine solche Monsterplatte an den PC anschließt, erlebt eine Überraschung: Mehr als zwei TByte lassen sich auch mit Partitionstools nicht ansprechen.
Die Ursache sitzt tief im Master Boot Record, genauer gesagt in der Partitionstabelle. Der Master Boot Record oder kurz MBR ist der Methusalem unter den PC-Erbschaften. Abhilfe schaffen modernere Technologien, etwa in Windows 7.
Der MBR ist im ersten physikalisch ansprechbaren Sektor auf der Festplatte untergebracht und enthält sowohl den Startcode für Betriebssysteme (Boot Code) als auch die Liste der Verwaltungsbereiche (Partitionstabelle).
Die MBR-Partitionstabelle nutzt mit der so genannten LBA-Adressierung 4 Byte oder 32 Bit für die Beschreibung der Sektorgrenzen einer Partition. Ein Sektor hat 512 Byte, also sind 2 hoch 32 mal 512 Byte gleich 2 TByte maximal ansprechbar. Jenseits dieser Grenze kann der MBR keine Sektoren adressieren.
Theoretisch könnte eine Festplatte einfach größere Sektoren verwenden, also zum Beispiel 4 KByte statt 512 Byte. Damit wären dann Festplatten bis zu 16 TByte adressierbar. Dann kommt es aber zu Problemen mit Windows XP, das weiterhin 512 Byte erwartet.
Etliche Festplatten nutzen intern bereits 4-KByte-Sektoren, lassen sich aber per Jumper für XP auf 512-Byte-Sektoren umstellen. Und neuere Windows-Versionen akzeptieren solche großen Sektoren nur in Verbindung mit GPT.
Master Boot Record
EFI steht für Extensible Firmware Interface und wird bis heute auf normalen PCs kaum eingesetzt. Lediglich Apple nutzt seit dem Umstieg auf Intel-Prozessoren in allen Macs konsequent EFI und damit GPT. Mac OS X bootet ohne EFI gar nicht, was ganz nebenbei ein wirksamer Kopierschutz ist.
GUID steht übrigens für Globally Unique Identifier, also etwa global einzigartige Kennung. Jede Partition bekommt standardmäßig eine GUID zugeteilt, die in der Partitionstabelle hinterlegt ist. Das bedeutet, dass ein Algorithmus sicherstellt, dass eine GUID nur einmal vergeben wird, so dass es keine Verwechslungen geben kann.
Dazu wird ein Zufallswert berechnet, der unter anderem die Hardware-Eigenschaften des PCs berücksichtigt und so möglichst individuell ist. Natürlich gibt es keine Garantie, dass nicht doch zwei gleiche GUIDs auf der Welt vergeben werden; praktisch spielt das kaum eine Rolle. Selbst in großen Firmennetzwerken dürfte es keine zwei gleichen Kennungen geben.
| System | Version | Variante | Lesen/Schreiben | Booten aus GPT mit BIOS | Booten aus GPT mit EFI | Maximale Plattengröße | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Linux | Viele neuere Linux- Distris, z.B. Fedora 8+, Ubuntu 8+ | 32 und 64 Bit | ✔ | ✔ | ✔ | k.A. | Nicht alle Tools wie etwa fdisk funktionieren mit GPT |
| Mac OS X | ab 10.4 | 32 und 64 Bit | ✔ | ✔ | ✔ | k.A. | |
| Windows XP | ab Service Pack 1 | 64 Bit | ✔ | – | – | 2 TByte, 18 ExaByte (64-Bit) | Nur bei nicht-bootfähigen Festplatten |
| Windows 2003 | ab Service Pack 1 | 64 Bit | ✔ | – | – | 18 ExaByte (ab SP1) | Nur bei nicht-bootfähigen Festplatten |
| Windows 2008 | ab Release | 32 und 64 Bit | ✔ | – | nur 64 Bit | 18 ExaByte | MBR hat bei Hybrid-Konfigurationen Vorrang |
| Windows Vista | ab Release | 32 und 64 Bit | ✔ | – | nur 64 Bit | 18 ExaByte | MBR hat bei Hybrid-Konfigurationen Vorrang |
| Windows 7 | ab Release | 32 und 64 Bit | ✔ | – | nur 64 Bit | 18 ExaByte | MBR hat bei Hybrid-Konfigurationen Vorrang |