USB 3.0 im Test

Höhere Geschwindigkeit

Höhere Geschwindigkeit

USB 3.0-Schnittstelle in Bildern

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An die USB-3.0-Schnittstellen des Asus-Boards angeschlossen kommt es auf 143 MByte/s.

Für die meisten Anwender und auch für das USB-IF das wichtigste Kriterium von USB 3.0 ist die erhöhte Geschwindigkeit. Sie wurde auf eine Datenrate von 5 GBit/s fast verzehnfacht. Wer nachrechtet, kommt sogar auf einen höheren Faktor, allerdings hat sich die Art der Datenübertragung geändert.

Wie bei anderen Hochgeschwindigkeitsverbindungen, etwa dem PCI Express, auch, werden Daten über USB 3.0 in einer 8Bit/10Bit-Kodierung übertragen. Das bedeutet, dass für jedes Byte, das aus acht Bit besteht, zehn Bit übertragen werden. Ohne Abzüge durch Protokoll-Overheads oder sonstige Verluste, bringt es USB 3.0 daher auf 500 MByte/s und somit auf etwas weniger als Zehnfache der 60 MByte/s des Vorgängers.

Wieviel davon in der Praxis übrig bleibt, muss sich erst noch zeigen. Die wenigen Geräte, die bis jetzt verfügbar sind, schneiden höchst unterschiedlich ab, doch dazu später mehr.

Den höchsten Wert, den wir bis jetzt gesehen haben, hat ein USB-Stick von Supertalent an einem Gigabyte-Board aufgestellt. Der Stick, der in seinem Inneren ein RAID aus Flash-Speichern trägt - selbst die schnellsten SSDs bringen es bislang auf "nur" rund 250 MByte/s - kam bei einer Vorführung auf der CeBIT auf exakt 300 MByte/s.

Jeff Ravencraft, Chef des USB Implementers Forum, schätzt, dass damit das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist und die maximale Geschwindigkeit in der Praxis wohl eher bei 400 MByte/s liegt.

Dass die maximale Endgeschwindigkeit noch nicht sicher ist und wohl auch längst nicht erreicht wurde, hat mehrere Ursachen. Zum ersten gibt es unseres Wissens nach bisher nur vier USB-3.0-Controller, von denen der NEC D720200F1 (µPD720200) am verbreitetsten ist.

Wie effektiv diese das USB-3.0-Protokoll implementiert haben, kann auch das USB-IF nicht beurteilen - es legt lediglich die Spezifikation fest und prüft, ob diese eingehalten wurde, bevor Produkte das Superspeed-Logo tragen dürfen.

Zum zweiten erfordern USB-3.0-Geräte bzw. Controller neue Treiber. Microsoft hat in sein Windows 7 entgegen früheren Hoffnungen keine USB-3.0-Treiber eingebaut. Ob diese zwangsläufig besser wären als die von NEC und Co. lässt sich nicht sagen, aber zumindest würden dann alle Hersteller an einem Strang ziehen, was zumindest nach und nach zu einer Verbesserung beitragen sollte.

Zum dritten hängt es nicht zuletzt von der Art der Controller-Anbindung ab, wie schnell die angeschlossen Geräte ihre Daten an das System liefern können. Mit dem PCI Express steht zwar ein ausreichend schneller interner Bus zur Verfügung, allerdings liegt hier die Tücke im Detail, doch dazu mehr, wenn es um das Nachrüsten älterer Systeme geht.

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USB 3.0-Schnittstelle in Bildern

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Per USB-3.0-Karte im PCI-Express-Grafikkartenslot kommt das Raid Drive auf 180 MByte/s.

Als zweite Besonderheit bringt USB 3.0 eine leistungsfähigere Stromversorgung für angeschlossene Geräte mit sich. An der Spannung hat sich nichts geändert, sie liegt nach wie vor bei 5 Volt. USB-Sticks, Eingabegeräte und 2,5-Zoll-Festplatten kommen damit aus. Lediglich 3,5-Zoll-Festplatten benötigen 12 V.

Die Stromstärke wurde für USB 3.0 auf 900 Milliampere fast verdoppelt. Y-Kabel sollten daher auch für den Betrieb von externen Festplatten in Zukunft nicht nötig sein. Besitzer von Notebooks oder gar Netbooks, die für gewöhnlich eine geringe Anzahl von USB-Schnittstellen bereitstellen, profitieren davon. Dass der Akku dadurch signifikant früher schlapp macht, steht nicht zu befürchten.

Im Dauerbetrieb begnügen sich nach unseren Messungen auch die Schluckspechte mit weniger als 500 mA. Abgesehen davon verspricht das Implementers Forum sogar einen geringeren Stromverbrauch, da USB 3.0 einige Stromsparfunktionen mitbringt und zum Beispiel in der Lage ist, nicht benötigte Leitungen zu Endgeräten abzuschalten und erst wieder auf Anforderung in Betrieb zu nehmen.

Die fünf zusätzlichen Leitungen, die bei USB 3.0 anfallen und dem Typ-B-Stecker den charakteristischen Buckel verleihen, haben mit der erhöhten Stromstärke übrigens nichts zu tun. Sie setzen sich aus jeweils zwei Leitungen zur differentiellen Übertragung (Senden und Empfangen) sowie einer Masseleitung zusammen.

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