Gaming-Renner als Bausatz

High-End-PC im Eigenbau

High-End-Gaming-Rechner sind die Königsklasse unter den PCs. Ihre Leistung übersteigt teilweise sogar die von Workstations. Aber der Luxus hat seinen Preis. Wir zeigen, wie man durch Eigenbau viel Geld sparen kann.

Hardware Gaming-PC im Eigenbau: High-End-PC zum Midrange-Preis

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Hardware Gaming-PC im Eigenbau: High-End-PC zum Midrange-Preis
Hardware Gaming-PC im Eigenbau: High-End-PC zum Midrange-Preis

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Als Gehäuse für den High-End-Gaming-PC im Eigenbau dient das brandneue HAF 932 von Coolermaster.

Kleine Sportwagen auf Mini-Basis und sogar ausgewachsene Flugzeuge als Bausatz für die einfache Montage in der eigenen Garage. Heute ist das wegen schärferer Sicherheitsbestimmungen nicht mehr möglich. Aber wenigstens den eigenen Gaming-Rechner kann man noch selbst aufbauen, ohne sich mit TÜV und Zulassungsstelle herumschlagen zu müssen.

Und das verschafft nicht nur die Befriedigung, einen für die eigenen Bedürfnisse maßgeschneiderten PC auf die Beine gestellt zu haben, sondern man kann bei einem hochklassigen Rechner auch etliche Euro sparen.

Denn während die Margen der PC-Hersteller bei Billigrechnern so eng kalkuliert sind, dass man hier beim Eigenbau kaum günstiger davon kommt, sind High-End-Gaming-Rechner der 2000-Euro-Klasse und darüber schon deutlich großzügiger kalkuliert, selbst wenn man spezielle Gehäuse mit Effektlackierung und die üblicherweise sehr penible Verarbeitung mit in Rechnung stellt.Billig ist der Beispielrechner, den die Redaktion für diesen Artikel zusammengestellt hat, mit etwa 1700 Euro zwar auch nicht, denn hochwertige Komponenten kosten eben Geld, kommen aber trotzdem deutlich günstiger, als ein Fertig-PC von einem etablierten Hersteller.

Planung ist das halbe Leben

Vor dem Bau eines leistungsfähigen Gaming-PCs kommt aber erst einmal die Planung des Rechners und die Auswahl der richtigen Komponenten. Schließlich muss man sich zwischen AMD oder Intel, Dual-oder Quad-Core, Luft-oder Wasserkühlung und ATI-oder nVidia-Grafik entscheiden. Beim Prozessorhersteller fällt die Wahl bei einem hochklassigen Gaming-PC derzeit nicht schwer. In diesem Bereich hat AMD trotz Quad-Core-Phenom derzeit das Nachsehen, unsere Wahl für den Prozessor fiel daher auf den Core 2 Quad Q9550 von Intel. Der im Prinzip aus zwei Dual-Core-Chips aufgebaute Prozessor gehört zur Yorckfield-Familie.

Damit kann der in 45-Nanometer-Technik aufgebaute Q9550 insgesamt mit satten 12 MByte Level-2-Cache aufwarten. Mit einem Preis von knapp 250 Euro bietet die 2,93-GHz-CPU ein deutlich besseres Preis- Leistungs-Verhältnis als die höher getakteten Varianten der CPU und zudem noch einiges an Übertaktungspotenzial auch bei Luftkühlung. Eine Quad-Core-CPU ist zwar für die meisten Spiele noch nicht notwendig, aber Titel wie Assasins Creed oder der Flight Simulator X mit SP2 nutzen bereits alle vier Kerne aus und in Zukunft wird die Zahl der Quad-Core-Spiele noch wachsen. Gekühlt wird der Intel-Prozessor in unserem Eigenbau-PC ganz herkömmlich mit Luft.

Hardware Gaming-PC im Eigenbau: High-End-PC zum Midrange-Preis

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Bei CPU und Grafikkarte setzen wir auf den Mix aus Intel Core 2 Quad und der ATI Radeon mit zwei GPUs. Die Basis bildet ein P45-Mainboard.

Allerdings fällt der Coolermaster-Kühler GeminII durch seine Bauform und seine Abmessungen etwas aus dem Rahmen: Die beiden nebeneinander montierten 120-mm-Lüfter kühlen gleich den Speicher und die Spannungsregler auf dem MSI-Mainboard mit. Als Unterbau für den Prozessor kommt bei unserer Beispielkonfiguration das MSI P45D3 Platinum zum Einsatz.

Die 165-Euro-Platine mit Intel-P45-Chipsatz ist gemessen an seiner Ausstattung mit 165 Euro recht günstig und verspricht mit Polymer-Kondensatoren und DrMOS-Spannungsreglern eine lange Lebensdauer auch bei übertaktetem Betrieb. Chipsatz und Spannungsregler werden beim MSI P45D3 Platinum durch eine aufwändige Heatpipe Konstruktion kühl gehalten.

Beim DDR3-Speicher haben wir uns für zwei schnelle 2-GByte-Module von OCZ entschieden, die 64-Bit-Version von Windows Vista sorgt dafür, dass der Arbeitsspeicher auch komplett adressiert werden kann.

Das wichtigste Bauteil eines Gaming-Rechners ist die Grafikkarte. Und das schnellste Exemplar dieser Gattung kommt derzeit von ATI. Bei der Sapphire HD4870X2 sorgen zwei Radeon-HD4870-GPUs und insgesamt 1024 MByte Grafikspeicher für rasante Frame-Raten auch bei hohen Auflösungen.

Welche Komponenten zum Einsatz kommen, steht auf Seite 2...

Komponente Hersteller und Typ Preis in €
Mainboard MSI P45D3 Platinum 160
Grafikkarte ATI Radeon HD4870 X2 400
CPU Intel Core 2 Quad Q9550 270
CPU-Kühler Coolemaster Gemin II 50
Speicher OCZ PC3-1066 Platinum 180
Gehäuse Coolemaster HAF 932 140
Netzteil Coolemaster Real Power M700 110
Festplatten 2 x Samsung HD103UJ 200
BD-ROM LiteOn DH-4015 70
DVD-Brenner Pioneer DVR-216BK 30
Betriebssystem Windows Vista HP 64 Bit 80
Gesamtpreis 1600

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