Heimkino-Tipps

Tipps für AV-Receiver & Beamer

Den Projektor justieren und die Surround-Anlage einmessen: Heimkino-Experte Raphael Vogt gibt Tipps zu AV-Receivern und Beamern.

Heimkino-Projektor

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Heimkino-Projektor

Tipp 1: Einmessen der Anlage

Beim Einmessen einer Surround-Anlage mit dem im Verstärker integrierten automatischen Messsystem gibt es einige wichtige Grundregeln. Erstens: Bitte das Mikrofon genau nach Vorschrift positionieren und idealerweise mechanisch von seiner Umgebung entkoppeln! Verwenden Sie am besten ein Foto- oder besser noch ein richtiges Mikrofonstativ. Denon und Marantz legen neuerdings ein cleveres Pappstativ bei. Zweitens: Absolute Ruhe einhalten! Rauscht ein Laster vorbei, bellt Nachbars Hund oder hat eine Holzbohle geknarrt, wiederholen Sie die Messung.

Tipp 2: Infrarot-Empfänger

Ihr Verstärker steht im Schrank oder ist woanders für die Fernbedienung ungünstig platziert? Als Zubehör gibt es externe Infrarot-Empfänger, die sich an die meisten Geräte anschließen lassen. Man kann sie unauffällig und empfangsgünstig positionieren.

Tipp 3: Präziserer Bass

Die meisten messen mit dem jeweiligen Automatismus (Audyssey, YPAO, MCACC etc.) die Anlage einmal ein und verwenden diese Einstellungen dann jahrelang. Oft passt aber der Phasenübergang zum Subwoofer nicht perfekt, denn damit tun sich die Automaten alle schwer. Verstellen Sie einmal in kleinen Schritten das Delay (Entfernung) des Subwoofers ins Plus und Minus. Sie werden fast immer eine Einstellung mit präziserem Bass finden können.

Tipp 4: HDMI-Komfort

Sie betreiben eine Surround-Anlage und empfangen das Fernsehprogramm über einen Satelliten-Receiver oder die Set-Top-Box eines Kabel- oder Internet-Anbieters? Dann hat es Sie bestimmt schon geärgert, dass Sie, um mal eben nur Nachrichten zu schauen, jedes Mal die gesamte Anlage in Betrieb nehmen müssen.

Viele Anwender wissen nicht, dass die meisten AV-Receiver heute die Möglichkeit bieten, zumindest eine HDMI-Quelle an den Ausgang weiterzuleiten, obwohl sie in Standby geschaltet sind. Bei den meisten Receivern muss man diese Funktion erst manuell konfigurieren und sich oft auf eine HDMI-Quelle festlegen, die im Schlafmodus durchgeschaltet wird. Dann nämlich bleibt das Videoboard unter Strom. Es verbraucht zwar ein wenig mehr Energie im Standby-Betrieb, wer aber oft mal eben etwas auf dem TV schauen und nicht gleich die gesamte Surround-Anlage in Betrieb nehmen möchte, der spart das locker wieder ein. Und bequemer ist die Handhabung dann auch.

Tipp 5: Brummen vermeinden

Verkabelt man mehrere Geräte miteinander, entstehen immer ungewollte Ausgleichsströme. Diese machen sich im Extremfall als Brummen oder Sirren aus dem Lautsprecher bemerkbar. Doch selbst wenn man es nicht hört, kann solch ein Potenzial-Unterschied oder eine Masseschleife den Klang oder das Bild verschlechtern. Eine Grundregel zur Vermeidung lautet daher: Man sollte alle miteinander verbundenen Geräte (egal ob mit Video, Audio, Antennen oder Datenleitung) aus einer Steckdose versorgen, dann liegen zumindest alle garantiert auf einem Masseniveau. Wenigstens an derselben Sicherung sollten AV-Anlage, TV, Subwoofer, Zuspieler etc. hängen.

Geht das nicht, etwa weil der Verteiler des Kabel-TV-Anbieters im Keller in einem anderen Stromkreis steckt, helfen sogenannte Mantelstromfilter. Diese lassen das Signal durch, unterbrechen aber eine Masseschleife. Kniffelig ist das bei einer Satellitenanlage. Hier hilft das Mantelstromfilter Silenzio Sat von HMS, das als einziges die DiSEqC-Schaltsignale zur Steuerung des Empfangs trotzdem hindurchlässt.

Deckenhalterung für Heimkinoprojektor

© Hersteller

Mit einer guten Deckenhalterung lassen sich Beamer sicher befestigen und leicht justieren.

Tipp 6: Unfälle vermeiden

Bekanntermaßen ereignen sich die meisten aller Unfälle im Haushalt - und dieser umfasst auch das eigene Heimkino. Eine der wackeligsten Angelegenheiten, die bei privaten Heimkinos immer wieder vorkommen, sind die teilweise abenteuerlichen Deckenhalterungen für die Projektoren. Spricht man sie darauf an, berichten viele Heimcineasten, wie stressig sie es empfunden haben, den Beamer anzubringen und vor allem präzise auszurichten.

Eine gute Halterung vermeidet das Balancieren auf der Haushaltsleiter und sollte Folgendes bieten: zunächst eine Möglichkeit, den Teil der Halterung für die Decke getrennt von dem für die Befestigung am Projektor zu montieren. Zudem eine selbstsichernde Schnell-Einhänge-Funktion und schließlich getrennte Stellschrauben für die Justage und Fixierung von Rotation und Neigung in Längs- und Querneigung. Dann ist der Projektor fix ausgerichtet und das sogar immer wieder, auch nach jedem Reinigen des Luftfilters und Wechsel der Lampe.

Tipp 7: Projektoren - Clever investieren

Viele denken beim ersten Heimkino an die Investition in den Projektor, doch das kann auf lange Sicht eine sehr teure Fehlentscheidung sein. Wer ein Heimkino neu ausstattet, sollte sich die Lebensdauer der Komponenten ins Gedächtnis rufen. Dann kommt man schnell darauf, dass die Leinwand mehrere Projektorengenerationen überleben wird. Es ist also sinnvoll, hier ein wenig mehr in Qualität zu investieren. Das gilt auch für eine gute Halterung und die Verkabelung des Beamers.

Tipp 8: Farbsäume verschwinden

Bis auf Ein-Chip-DLP-Beamer arbeiten alle aktuellen Projektortypen mit getrennten Bilderzeugern für Rot, Grün und Blau. Ein nur etwa daumennagelgroßes Full-HD-Panel besitzt rund zwei Millionen Pixel, die die Leinwand zigtausendfach vergrößert zeigt. Die drei Farbauszüge zur Deckung zu bringen (zu konvergieren) ist fast unmöglich. Alle besseren Drei-Chip-Projektoren bieten dafür elektronische Korrekturen an, etwa unter Konvergenz, Panel-Abgleich, Pixel-Einstellung etc.

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