Heimkino einrichten

Beamer: Darauf müssen Sie achten

  1. Leinwand und Beamer: Darauf müssen Sie achten
  2. Beamer: Darauf müssen Sie achten

Kampf den Kontrastkillern

Kontrast ist für das Schärfeempfinden genauso wichtig wie die Zahl der Pixel. Und am unteren Ende der Skala nahe Schwarz ist das Gefüge besonders empfindlich.

Ein Rechenbeispiel: Bei einem Bild vom Projektor mit 1 cd/m2 (Candela pro Quadratmeter) Schwarz- und 50 cd/m2 Weißwert (realistische Werte) sehen Sie einen Kontrast von 50:1. Ein wenig Streulicht kommt hinzu, etwa ein undichter Vorhang oder eine gedimmte Lampe mit nur 1 cd/m2 Extralicht auf der Leinwand; also gerade so viel, wie dem Schwarz Ihres Projektors entspricht. Nun sehen Sie Schwarz mit 2 und Weiß mit 51 cd/m2. Der Kontrast fällt damit schon auf die Hälfte: etwa 25:1. Selbst wenig Licht verdirbt also den Spaß. Eine möglichst perfekte Verdunkelung ist also essenziell für maximale Bildqualität.

Praxis: So optimieren Sie den AV-Receiver

Das gilt sogar für das Licht von der Leinwand selbst, denn die leuchtet ja in den Raum hinein, und der reflektiert zurück. Je dunkler also der Raum, desto besser das Bild. Für eine Integration im Wohnzimmer muss man also einen Kompromiss finden: hellgrau oder gedeckte Farben oder gar schwarze Vorhänge - extra für Kinofilme.

Im Fachhandel gibt es sogar Vorhänge, die die Decke verdunkeln können. Auch reflektierende Oberflächen im Raum können stören, wenn sich etwa das Filmbild im Parkett spiegelt. Hier kann ein matter Teppich für Abhilfe sorgen. Aber auch hochglänzende Lautsprechergehäuse, die bei Licht betrachtet edel wirken, stören oft im Kino und lenken ab.

Heimkino-Projektoren

© Hersteller

Präzision ist alles: Wer des Öfteren einen neuen Projektor montiert, weiß Halterungen zu schätzen, die sich in allen Achsen getrennt verstellen und arretieren lassen, wie hier der WS-Alu-Design-Deckenhalter von Spalluto. Gerade bei schweren Projektoren (bis 35 kg) ist so ein Präzisionshalter ein echter Segen.

Halterung und Kabel

Wer also sein erstes Heimkino einrichtet, der sollte verstärkt in die Komponenten investieren, die mehrere Projektorgenerationen überleben. Dazu gehören die Leinwand und weitere Komponenten wie eine wirklich gute Halterung und die Verkabelung. Eine schlechte Halterung kann viel Zeit und Nerven kosten, während man auf einer wackeligen Leiter turnt. Eine gut justierbare und mechanisch präzise Halterung dagegen erfordert nur wenige Minuten der Bildausrichtung.

Auch die Kabel wird man kaum mit jedem Projektor wechseln. Wenn man schon mal einen Kabelkanal zieht, sollte man Strom, Netzwerk-, HDMI und ein letztes analoges Videokabel verlegen. Strom ist unverzichtbar, und es ist von Vorteil, den Projektor aus derselben Dose zu versorgen wie den Rest der Anlage. Nur so liegt er auf gleichem Massepotenzial, was mögliche Störungen mindert. Künftige Beamer lassen sich per App steuern oder sie erhalten die Signale über die AV-Schnittstelle HDBaseT. Dafür genügt ein gutes Cat6-Kabel.

Praxis: Unschöne Kabel einfach verstecken

Das HDMI-Kabel kann bei größeren Längen gar nicht gut genug sein - vor allem, wenn künftige Signale wie Ultra HD noch darüber laufen sollen. Ein analoges Kabel hilft auch, wenn die digitalen Signale versagen, um wenigstens ein Bild oder das Menü sehen zu können. Zuletzt helfen ein paar Adern "Klingeldraht" mit Miniklinken, um eine Leinwand-, Cache- oder Liftsteuerung zu realisieren. Die physischen Kabel sind in jedem Fall einer Funklösung vorzuziehen.

Heimkino-Projektoren

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Hindernissen ausweichen: Seitlicher Shift hilft beispielweise Balken auszuweisen. Doch Objektive sind rund, daher kann man nie beide Shift-Richtungen gleich weit ausreizen.

Das Objektiv entscheidet

Manch ein Heimkino-Neuling begeht den Fehler, einfach den Projektor mit den besten Bildnoten für sein Budget zu kaufen. Gerade bei preiswerten Modellen mit einfachen Objektiven geht das fast immer daneben. Nur wer das Objektiv mit passender Brennweite, korrektem Offset und die perfekt horizontale Montage wählt, wird aus seinem Gerät herausholen, was drinnen steckt. Absolut tabu sind folgende Qualitätskiller: beschneiden, bis an die Grenzen zoomen, shiften, oder gar anwinkeln und den Trapez-Ausgleich verwenden.

Die wichtigsten Werkzeuge beim Auswählen des richtigen Projektors sind ein Blatt Millimeterpapier mit Geodreieck und Bleistift und die Datenblätter oder heruntergeladene Anleitungen der in Frage kommenden Geräte. Erst danach sollten Sie unsere Testurteile als Kriterien zu Rate ziehen.

Kaufberatung: Die besten Surround-Sets mit Standboxen

Planen Sie so, dass Sie möglichst in den mittleren Zoombereich kommen, denn im Weitwinkelmodus entstehen am ehesten Verzerrungen, Randunschärfen und chromatische Aberration (Regenbogenkonturen). Wenn Sie eine CinemaScope-Leinwand verwenden, sollten beide Bildbreiten mit genügend Puffer in das Zoom-Intervall passen, immerhin ist CinemaScope ein Drittel breiter als 16:9.

Achten Sie auf eine korrekte Montagehöhe und sehen Sie eine entsprechende Halterung vor, um den vorgegebenen Offset einzuhalten. Ein weiträumig verstellbarer Lensshift ist in der Regel auf ein Offset von 50 Prozent optimiert, also wird der Projektor exakt auf Leinwand Ober- oder Unterkante positioniert. Vermeiden Sie das Verstellen eines horizontalen Shift-Bereichs, denn dann verwenden Sie das Objektiv asymmetrisch, was in der Regel zu Unschärfen und Vignetierung (Abschattung) der entferntesten Bildecke führt.

Heimkino-Projektoren

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Über der Leinwand: Bei ausreichend großen Objektiven ermöglicht der Lensshift sogar einen Offset von mehr als 50 Prozent, der Projektor darf sogar über der Leinwand hängen.

Verschiedene Beamer-Typen

Meist bleiben nach dieser Planung nur wenige Modelle zur Wahl übrig. Die Frage nach dem Funktionsprinzip stellt sich kaum noch: LCD, LCoS und DLP sind gleich gut ausgereift. Prinzipbedingt bringen im unteren Preissegment LCD-Geräte oft die flexibleren Objektive mit. Dafür sind sie am ehesten staubempfindlich.

DLP-Geräte bieten erst zu höheren Preisen die flexiblen Objektive, zeigen aber das eindeutig beste 3D-Bild. Hier gibt es auch die ersten Maschinen mit LED-Leuchtmitteln, dank 20.000 bis 30.000 Stunden Lebensdauer ein Tipp für Rund-um-die Uhr-Zuschauer, die etwa ihr Kino fürs tägliche Fernsehen benutzen möchten.

Viele High-End-Geräte arbeiten mit reflektiven LCDs (LCoS). Sie bieten aktuell den besten Kompromiss aus Bildqualität, leisem Betrieb, super flexiblen Objektiven, und wie bei DLP sind die Light Engines gegen Staub gekapselt.

Die Beleuchtung sollte dimmbar sein, schon damit es nicht blendet, wenn man nach dem Film wieder den Raum erhellt. Und gegen das Verschütten von Getränken helfen dunkel gedimmte, scharf auf den Platz gebündelte Strahler: Hier sind die Philips Hue zu empfehlen. In den Leuchtmitteln sind WLAN-Empfänger eingebaut, sie lassen sich per App oder aktuelle Logitech Harmony-Fernbedienungen steuern.

Fazit

Eine gut geplante Projektion bringt Kino, Konzertsaal, Stadion und Spielewelten in die Stube mit Spaß für die ganze Familie - und das über Jahre.

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