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Heimautomation zum Nachrüsten

Heimautomationssysteme sind wahre Alleskönner: Sie steuern elektrische Geräte im Haushalt bequem über eine drahtlose Konsole, per Fernbedienung oder über eine App für ein mobiles Endgerät.

Heimautomation zum Nachrüsten

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Intelligente Steckdosen mit integriertem Stromzähler informieren zudem über die momentane oder durchschnittliche Leistungsaufnahme angeschlossener Geräte. Bewegungsmelder dienen als Auslöser für einen Alarm oder schalten mit einem Funkschalter gekoppelt elektrische Geräte ein oder aus.

Und dass funktioniert bei einfacher Beleuchtung ebenso wie bei der Musikanlage im Wohnzimmer. Früher waren solche Heimautomationssysteme recht kostspielig, zumal hierzu meist ein komplett eigenständiges Kommunikationsnetzwerk mit Verkabelung und Funk installiert werden musste. Doch das hat sich inzwischen glücklicherweise geändert. Einfache Geräte für Einsteiger sind bereits ab 50 Euro zu haben. Und selbst umfangreich ausgestattete Systeme, die vielfältige Erweiterungsmöglichkeiten haben, sind bereits für unter 1000 Euro erhältlich.

Aktuelle Heimautomationslösungen sind unter anderem deshalb so günstig, weil sie auf den Heimnetzrouter als bereits vorhandenen Übertragungskanal zurückgreifen. Über den Router besteht die Möglichkeit, Fernabfragen und (Fern-) Steuerungen komfortabel und kostengünstig über die heimische Online-Anbindung zu tätigen. Ein weiterer Vorteil: Durch die Anbindung an den Router kann der Anwender jederzeit per Notebook, PC, Tablet oder Smartphone im Heimnetz komfortabel auf das Heimautomationssystem zugreifen.

Allerdings ist es eher die Ausnahme, dass alle Geräte einer Heimautomationslösung per WLAN mit dem Router verbunden sind. Vor allem für die drahtlose Steuerung einfacher Module wie Schalter, Bewegungssensoren oder Rauchmelder ist WLAN als Kommunikationskanal deutlich überdimensioniert.

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Leider erst für diesen Sommer angekündigt: die WeMo-App für Android-Smartphones .

Außerdem würde bei der Steuerung per WLAN zu viel Energie verbraucht. Deshalb verwenden die meisten ausbaufähigen Heimautomationssysteme neben WLAN einen energiesparenden Funkübertragungsstandard. Der Vorteil: Einfache Komponenten werden unabhängig vom Stromanschluss, mit einer einfachen Batterie betrieben.

Bei umfangreicheren Heimautomationssystemen sind deshalb nur die Steuerungskonsole und IP-Kameras (hohe Datentransfer) per WLAN oder LAN-Kabel mit dem Router verbunden. Sämtliche Kleingeräte wie Schalter, Bewegungssensoren, Rauchmelder und so weiter kommunizieren über eine zusätzliche energiesparende Funktechnik mit der Steuerkonsole. DECT und Z-Wave sind zwei der gebräuchlichsten Verfahren zur Realisierung von Übertragungen per Funk.

Alle im Folgenden vorgestellten Heimautomationslösungen lassen sich alle ohne Bohren oder umständliches Kabelverlegen zu Hause schnell und einfach installieren. Die Konfiguration des Systems erfolgt entweder über ein Browser-Fenster am Heimnetz-Rechner oder im Falle von Belkins WeMo-Produkt über eine App auf dem Smartphone oder Tablet.

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Über die MyFritz!-App lässt sich der AVM-Funkstecker mit dem Smartphone schalten.

AVM Fritz!DECT 200

Hersteller AVM liefert einen besonders günstigsten Einstieg in die Welt der Heimautomation mit seiner schaltbaren Funksteckdose Fritz!DECT 200 für 49 Euro. Elektrische Geräte werden am durchgeschleiften Stecker der Funksteckdose angeschlossen und damit ferngesteuert. Die Aufgabe der Steuerkonsole in AVMs Heimautomationslösung übernimmt dabei der Fritz-Box-Router.

Eine Verbindung zwischen Router und Steuerkonsole ist in diesem Fall gar nicht erforderlich. Die Verbindung zum AVM-Router stellt der Funkstecker über den DECT-Standard her. Aus diesem Grund eignen sich nur jene Fritz-Box-Modelle als Heimautomationszentrale, die mit einer DECT-Basisstation ausgestattet sind.

Außerdem muss für diesen Router die aktuelle Fritz!OS-Firmware-Version 5.50 verfügbar sein. Dies trifft aktuell beispielsweise auf die Fritz-Box-Modelle 7390, 7270 oder 7240 zu. Laut Aussagen von AVM, arbeitet man da an Firmware-Updates für weitere Modelle mit integriertem DECT.

Die Konfiguration der Funksteckdose ist sehr einfach: Ein Druck auf den DECT-Knopf am Router genügt, um die fernsteuerbare Steckdose via DECT mit dem AVM-Router zu verbinden. Bereits jetzt lässt sich das Gerät über die Router-Oberfläche ein- oder ausschalten. Noch praktischer funktioniert die Steuerung über ein Smartphone. AVM stellt dafür eine kostenlose MyFritz-App zur Verfügung.

Mit einem ebenfalls kostenlosen MyFritz-Konto greift der Anwender sodann von überall auf den eigenen AVM-Router und darüber auf den Schalter für das Fritz!Dect 200 zu. Im Router-Menü erhält man außerdem eine übersichtliche, statistische Auswertung des Stromverbrauchs der am Funkschalter angeschlossenen Verbraucher.

Im selben Menü lassen sich die Funkschalter zudem automatisch an- und ausschalten. Hier gibt es verschiedene Modi, um zu bestimmten Uhrzeiten, zufällig und sogar nach Termineinträgen im Google-Kalender das Gerät einzuschalten.

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Das WeMo-System von Belkin hilft bei der Überwachung und Steuerung zu Hause.

Belkin WeMo

Mit dem WeMo Switch für 49,99 Euro bietet Belkin einen ebenso günstigen Einstieg in die Heimautomation wie AVM. Auch bei diesem Gerät handelt es sich um eine Schaltsteckdose, die im Heimnetz und übers Internet bedienbar ist. Im Gegensatz zum Fritz-Modell gibt es aber keinen integrierten Stromverbrauchsmesser.

Für den Switch lassen sich Zeitpläne einrichten, um beispielsweise eine angeschlossene Lampe zu einer gewünschten Uhrzeit an- oder auszuschalten. Außerdem lässt sich das WeMo-System bereits um zwei weitere Module ergänzen: Für je 99,99 Euro hat Belkin noch einen Switch inklusive Bewegungsmelder (WeMo Switch+Motion) und ein Babyfon (WeMo Baby) im Portfolio.

Alle Geräte kontrolliert der Nutzer über eine Benutzeroberfläche, wobei die Steckdose per WLAN mit dem Heimnetzrouter verbunden ist. Das funktioniert praktisch mit jedem Heimnetz.Dafür gibt es eine andere Einschränkung: Zur Zeit lassen sich WeMo-Module ausschließlich über ein iOS-App konfigurieren und steuern.

Wer also kein iPhone ab Version 4 oder kein mobilfunkfähiges iPad besitzt, kann WeMo gar nicht oder nur stark eingeschränkt nutzen. Die Heimautomationslösung von Belkin lässt sich auch nicht per Browser-Interface ansteuern. Eine Android-App ist für den Sommer angekündigt, deren Beta angeblich in naher Zukunft verfügbar sein soll.

Für Apple-Nutzer ist die Einrichtung jedoch denkbar einfach: Nach der Installation der WeMo-App steckt man das WeMo-Modul in die Steckdose und verbindet das WeMo-Modul mit dem WLAN. Anschließend öffnet man die WeMo-App und trägt dort die Zugangsdaten des WLAN-Routers ein.

Nach dem Verbindungsaufbau mit dem Heimnetz-Router lässt sich das WeMo-Modul zu Hause oder über das Internet erreichen. Da alle WeMo-Geräte per WLAN mit dem Router verbunden sind, hängt die maximale Anzahl an WeMo-Modulen im Heimnetz von der Sendeleistung des WLAN-Routers ab.

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Das eDomotica Starter Kit von Eminent hat sechs Komponenten zur Gerätesteuerung und Sicherheitsaufgaben.

Eminent eDomotica

Unter dem Namen eDomotica bietet der Heimautomationsspezialist Eminent ein komplettes Starter Kit an. Die Niederländer sind vor allem durch ihre Media-Player-Boxen bekannt. Alle Komponenten des Systems lassen sich dabei zentral über ein spezielles Tablet verwalten. Auf Wunsch steuert der Hausbesitzer die wichtigsten Funktionen des Automationssystems von einem beliebigen Computer, Smartphone oder Gerät mit Webbrowser über den Online-Zugang aus dem Internet.

Die einzige Voraussetzung ist ein Breitband-Online-Zugang und ein herkömmlicher WLAN-Router. Für die Installation und weitere Einstellungen wird außerdem ein Notebook oder PC benötigt. Über einen Browser ruft man die Webkonsole des Heimautomationssystems (Steuersoftware) auf. Ein Control Panel mit Touchscreen ("e-Centre") ist das zentrale Steuergerät des e-Domotica-Systems.

Es kommuniziert über das Heimnetz mit dem Router und über die energiesparende Z-Wave-Funkverbindung mit den übrigen Modulen des Pakets (Switch, Sensor oder Rauchdetector). Durch die Verknüpfung der einzelnen Module lassen sich relativ einfach sehr umfangreiche Automationszenarien zusammenstellen. Die Basisausstattung des Starter Kits lässt sich zudem mit vielen zusätzlichen Modulen ausbauen.

Erweiterungs-Sets für die Hausautomation

  • AVM Fritz!DECT

Ein Fritz!Dect 200 Adapter kostet 49 Euro. Wer keine Fritz!Box mit integrierter Dect-Basisstation besitzt, die zudem mit der Firmware Fritz!OS-5.50 ausgestattet ist, muss noch zusätzliche 150 bis 200 Euro für einen entsprechenden AVM-Router hinzurechnen. Die Lösung lässt sich laut AVM auf bis zu 10 Fritz!DECT-Geräte pro Fritz!Box ausbauen. Laut AVM sollen in absehbarer Zeit noch weitere Komponenten erhältlich sein.

  • Belkin WeMo

Belkin bietet aktuell drei verschiedene Module an, wobei das günstigste für 49,99 Euro, die beiden teureren für 99,99 Euro im Handel erhältlich sind. Man kann davon ausgehen, dass Belkin den WeMo-Gerätepark in Zukunft noch erweitern wird. Passende WeMo-Überwachungskameras sind bereits durch den Hersteller angekündigt.

  • Eminent eDomotica

Wer sich für das eDomotica Starter Kit entscheidet, muss mit 800 bis 1000 Euro schon erheblich tiefer in die Tasche greifen. Dafür erhält man hier bereits eine komplette Grundausstattung für die Heimautomation mit insgesamt sechs Modulen plus Touchscreen. Das System ist beliebig ausbaubar. Unter der Adresse www.e-domotica.com/produkte finden Sie eine Liste mit Erweiterungsmöglichkeiten. Die Preise für zusätzliche Module beginnen bei unter 40 Euro bei Bewegungssensoren oder Dimmern.

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