DHCP-Server richtig einsetzen

Heim-Netzwerk konfigurieren

Wer zu Hause ein Netzwerk aufbaut, sollte über DHCP Bescheid wissen. Denn so vermeiden Sie Frust und Fehlfunktionen im heimischen LAN.

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DHCP gehört zu den Dingen rund um PCs und Netzwerke, über die man sich normalerweise keine Gedanken macht. Das neue Notebook lässt sich problemlos per WLAN oder LAN-Kabel mit dem DSL-Router verbinden und hat sofort eine funktionierende Internetverbindung. Und das ist gut so.

Aber viele heimische LANs werden immer komplizierter, etwa durch einen Home-Server, der auch aus dem Internet erreichbar sein soll. Dann kommt man mit den automatischen DHCP-Einstellungen nicht weiter und muss selbst Hand anlegen. Dazu muss man allerdings wissen, wie DHCP funktioniert und welche Stellschrauben es gibt.

Das Dynamic Host Configuration Protocol (kurz DHCP) versorgt einen Computer im Netzwerk mit unerlässlichen Parametern wie der IP-Adresse. Dazu sind zwei Dinge erforderlich: Ein DHCP-Server muss aktiv sein, damit er auf Anfragen reagieren kann. Und der Computer, der sich ins Netzwerk einklinken will, muss eine Anfrage an den DHCP-Server stellen.

LAN-Basics

Ein LAN (Local Area Network, zu deutsch: lokal begrenztes Netzwerk) nutzt dieselbe Protokolltechnik wie das Internet, nämlich TCP/IP (Ausnahmen bestätigen die Regel). Jeder PC oder sonstige Computer im LAN haben eine individuelle IP-Adresse, die aus vier Byte besteht. Zum besseren Verständnis notiert man diese als vier mit Punkten getrennte Zahlen, zum Beispiel 192.168.0.24. Jede Zahl ist maximal 255 groß, schließlich entspricht sie einem Byte (2 hoch 8).

Daten werden über das Netzwerk als Paket verschickt. Damit ein Paket sein Ziel findet, hat es quasi als Adressaufkleber die IP-Adresse des Zielcomputers. Damit der Zielcomputer weiß, welchem Computer er gegebenenfalls antworten soll, enthält ein Paket auch die IP-Adresse des Absender-PCs.

Im Internet braucht jeder Computer deshalb seine individuelle IP-Adresse, sonst können die Datenpakete nicht richtig zugestellt werden. Um Konflikte zwischen LANs und dem Internet zu vermeiden, gibt es so genannte reservierte Adressbereiche, die jeder nach Belieben innerhalb seines LANs nutzen darf.

Der am häufigsten genutzte Bereich beginnt mit 192.168, die restlichen beiden Zahlen (Byte) darf man frei belegen, meistens ist die dritte Zahl 0. Eine Ausnahme sind die verbreiteten Fritz!Box-Router, die 192.168.178.x nutzen. Viele Heim-LANs nutzen auch IP-Adressen nach dem Schema 192.168.0.x.

Welche Teile der IP-Adresse im LAN fixiert und welche frei einteilbar sind, bestimmt die so genannte Subnetzmaske. Die Schreibweise ist mit einer IP-Adresse identisch, hat aber eine andere Bedeutung. Die Maske 255.255.255.0 etwa legt fest, dass die ersten drei Zahlen der IP-Adresse fixiert sind (alle Bits auf 1), während die vierte Zahl frei ist (alle Bits auf 0). Praktisch jedes Heim-LAN verwendet das gezeigte Beispiel. Damit sind innerhalb des LANs 255 verschiedene Computer ansprechbar.

Damit aus dem lokalen Netzwerk ein Zugriff auf das Internet möglich ist, muss jeder einzelne PC zunächst wissen, an welche IP-Adresse er ein Internet-Paket senden soll. Dieses Internet-Gateway ist in aller Regel der DSL-Router, der natürlich eine eigene IP-Adresse im LAN hat (meistens 192.168.0.1). Der Router leitet das Paket ins Internet weiter und verteilt andersherum Antworten aus dem Internet.

Ein Detail fehlt noch, nämlich die Behandlung von Web-Adressen wie www.pc-magazin.de. Diese muss ein Webbrowser nämlich zunächst in die IP-Adresse des zugehörigen Webservers umwandeln. Dazu dient das Domain Name System oder kurz DNS.

Einem DNS-Server schickt man (bzw. der Webbrowser) die www-Adresse und erhält als Antwort die IP-Adresse. Je nach Internetprovider ist die IP-Adresse des DNS-Servers unterschiedlich. Der DSL-Router bekommt diese Adressen (meistens zwei, falls ein Server ausfällt) beim Verbindungsaufbau mitgeteilt.

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