Ratgeber

HDMI 1.4a

Die richtigen Farben

Spezifiziert werden jetzt auch die erweiterten Farbräume, in denen Digitalkameras häufig Fotos aufnehmen. Wenn man bislang eine Kamera per HDMI an einen TV angeschlossen hat, kam es zu Farbverschiebungen. HDMI 1.4a unterstützt jetzt die für Digitalkameras typischen Farbräume sYCC601, Adobe RGB und Adobe YCC 601.

Es genügt jedoch nicht, wenn der Blu-ray-Player mit der Fotospeicherkarte im Inneren und der Fernseher nach Angaben des jeweiligen Herstellers HDMI 1.4a unterstützen. Die Versionsnummer sagt zunächst nichts darüber aus, was ein Gerät kann. Sprich: Der Kunde kann sich nicht darauf verlassen, dass Player und TV diese Farbräume tatsächlich unterstützen.

Eine andere interessante Neuerung ist die mögliche Übermittlung von Videomaterial in 4K, das heißt: mit einer Auflösung von bis zu 4.096 x 2.160 Bildpunkten. Das entspricht einer viermal so großen Auflösung wie Full HD mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten. Bislang kommt dieses Format hauptsächlich in ausgewählten Digitalkinos zum Einsatz.

HDMI 1.4a ermöglicht auch mehr Komfort. TV-Geräte können nun grundsätzlich erkennen, welche Art von Quelle sie erhalten, und dementsprechend automatisch die Bildeinstellungen ändern. HDMI 1.4a unterstützt dabei Profile für Filme, Spiele, Fotos und Texte mit Grafiken.

Die neue HDMI-Version bedeutet jedoch nicht, dass man seine alten Kabel wegwerfen muss. HDMI ist abwärtskompatibel. Man kann also ein Gerät, das neue HDMI-1.4a-Funktionen unterstützt, mit einem Gerät ohne diese Fähigkeiten verbinden. Es werden dann aber nur Funktionen unterstützt, die beide Geräte beherrschen.

Rüstet man auf neue Geräte mit HDMI 1.4a um, kann man ebenfalls die alten Kabel behalten. Es sei denn, man will Netzwerk-Daten sicher über das HDMI-Kabel schicken. Dafür gibt es Spezialkabel mit Ethernet-Kanal.

Um 3D-Inhalte zu übertragen, müssen Sie außerdem überprüfen, ob Ihre Kabel High-Speed-tauglich sind. Nur mit diesen Hochgeschwindigkeitskabeln funktioniert der Datentransfer sicher. Die nötigen Informationen dazu finden Sie in der Regel auf der Verpackung.

Auch an Autofahrer und Besitzer portabler Geräte hat das HDMI-Konsortium mit zwei Kabeltypen gedacht: in Form des ultrakleinen Mikrosteckers und des Automotive-HDMI-Kabels (siehe Info).

Möglichst kurze Kabel

An den maximalen Kabellängen hat sich jedoch nichts geändert. Bis zu 15 Meter lassen sich mit passiven Kabeln überbrücken. Entscheidend ist, dass die Strippen Spezifikationen einhalten, die in Compliant Tests überprüft werden. Das limitierende Element für die Kabellänge ist die Dämpfung der elektrischen Signale, die über die Leitung geschickt werden. Es wird deshalb gemessen, ob das, was am Ende des Kabels ankommt, noch in den Toleranzgrenzen liegt.

Wer längere Strecken überbrücken will, muss etwa zu aktiven Kabeln greifen, die das Signal verstärken und über Distanzen von bis zu 40 Metern schicken. Eine Alternative besteht darin, Extender bzw. Booster zu verwenden. Diese Boxen steckt man zwischen passive HDMI-Kabel. Dennoch: Sie sollten stets versuchen, möglichst kurze Kabel zu verwenden, denn das garantiert die größte Sicherheit vor Störungen.

verschiedene Anschlusstypen

© Video Homevision

Die verschiedenen Anschluss-Typen.

Info: Miniatur-HDMI

Bereits in HDMI 1.3 wurde ein kleiner Stecker für mobile Endgeräte spezifiziert. Einigen Herstellern von portablen Geräten war das immer noch zu groß. Deshalb gibt es seit HDMI 1.4 neben dem Mini-jetzt auch einen Mikro-Stecker. Er ist etwa halb so groß wie ein gewöhnliches HDMI-Kabel, besitzt aber alle 19 Pins der beiden größeren Brüder. Damit verfügt er über die gleichen Eigenschaften bezüglich Auflösung und maximaler Datenrate. Auch alle neuen Funktionen von HDMI 1.4a sind möglich.

Download: Tabelle

Anschluss im Detail

© Video Homevision

Ein Anschluss im Detail.

Unter der Lupe betrachtet

HDMI-Kabel mit Ethernet nutzen erstmals den bislang unbelegten Pin 14, "Utility" genannt. Im Kabel ist die betreffende Ader mit "HotPlug Detect" verdrillt, die zugehörige Masse ist die für die CEC-und DDC-Leitung. Damit besitzt man ein geschirmtes "Twisted Pair", das man von Netzwerkkabeln kennt. Über CEC (Consumer Electronics Control) werden weiterhin Steuerbefehle übertragen.

Die DDC-Leitung übermittelt die EDID-Daten, die Informationen über die unterstützten Bild-und Tonformate von Quell-und Wiedergabegerät enthalten. Die eigentlichen Bild-und Tondaten kommen über die vier TMDS-Kanäle (transitionsminimierte Differenzsignale). Kleingeräte können über "+5V" mit Strom versorgt werden. "HotPlug Detect" erkennt im Betrieb neu angeschlossene Geräte.

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