HbbTV: Die neue Generation des Videotexts

HbbTV-Dienste

ZDF-Mediathek

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Zu einer begehrten HbbTV-Anwendung dürfte die ZDF-Mediathek werden. Aus bereits ausgestrahlten Sendungen sucht man sich die interessantesten Themen heraus und schaut sie kostenlos als Video on Demand an. Dank attraktiver und übersichtlicher Gestaltung findet man seine Wunschbeiträge auf Anhieb.

Zudem wird übliche Browser-Technik für den Marsch ins Internet verwendet. Aus diesem Grund können Net-TV-Geräte zumindest einen Teil der aktuellen HbbTV-Dienste bereits darstellen. Nach einem Update gegen Ende des Jahres sollen dann alle Applikationen korrekt darstellbar sein. Die Konzepte von Panasonic, Samsung sowie das erwartete Sony-Pendant unterscheiden sich dagegen grundlegend von HbbTV. Es verwundert daher nicht, dass Philips mit im großen Kreis der HbbTV-Entwickler sitzt. Weitere bekannte Mitglieder sind Loewe, LG, Humax, die Satelliten-Netzbetreiber ASTRA und Eutelsat sowie das Institut für Rundfunktechnik (IRT) als die Forschungseinrichtung der öffentlichrechtlichen Sender.

Und Sony arbeitet derzeit an einer eigenen Plattform; man darf aber spekulieren, dass der Hersteller für den Fall, dass HbbTV Erfolg hat, doch noch umschwenkt.

Der ist bereits jetzt abzusehen. Nicht nur Deutschland, auch Programmanbieter in Frankreich, Österreich und der Schweiz fördern das HbbTV-Projekt. Laut Projektleiter Klaus Merkel vom IRT hat sogar der ferne Osten Interesse angemeldet: Die Standardisierungsvorschläge lägen dem European Telecommunications Standards Institute (ETSI), also dem Europäischen Institut für Telekommunikationsnormen, bereits als quasi finale Version vor.

Nach Klaus Merkel könnte der Standard bereits im April verabschiedet sein. Die wichtigsten Merkmale für HbbTV sollen Flexibilität und eine intuitive Nutzung werden. Im Vordergrund des Angebots stehen dabei programmbegleitende Zusatz-Infos, die mit einem einfachen Knopfdruck der Fernbedienung auf den Schirm zitierbar sind.

Dieser Service nennt sich "Red-Button-Funktion" (siehe "So funktioniert es"). Dabei zeigt nach aktuellem Standardisierungsstand ein kleines, für ein paar Sekunden eingeblendetes Symbol an, wenn Zusatz-Informationen verfügbar sind.

Das Symbol überträgt der Programmanbieter gemeinsam mit dem TV-Signal über die TV-üblichen Empfangswege. Erst wenn der Zuschauer zu Hause den roten Knopf drückt, wandert der Fernseher oder die Empfangsbox unauffällig über den häuslichen Internet-Anschluss ins Web.

Das Internet erlaubt, dass die angezeigten Tafeln, Texte und Fotos in hoher Auflösung und mit attraktivem Design aufwarten können (siehe Anwendungsbeispiele). Sogar kurze Infofilme lassen sich mühelos integrieren. Der TV-Zuschauer wechselt zwischen den Tafeln und Seiten. Stets stehen sämtliche Informationsebenen bereit, die für ihn von Interesse sind.

HbbTV bietet auch dem Videotext neue Chancen. Er kann nun übersichtlicher und multimedialer auftreten. Der Wetterbericht wird vom Buchstabenwust befreit und erhält optisch leicht erfassbare, grafische Info-Elemente. Oder man ruft die Nachrichten etwa zur aktuellen Automobil-Ausstellung als Filmbericht auf, anstatt sich durch weiß leuchtende Lettern vor schwarzem Hintergrund zu quälen.

Zudem erfreuen die Programmanbieter damit, Auszüge von bereits gezeigten Sendungen nach Themen sortiert anzufordern. Herausragendes Beispiel ist die ZDF-Mediathek: Wer sich für einen einzelnen Beitrag in einer bereits ausgestrahlten Sendung interessiert, ruft das Thema mit wenigen Befehlen der TV-Fernbedienung auf und bekommt es exklusiv nochmals am TV-Schirm serviert. So wird Fernsehen individueller.

Und das in Top-Form: HbbTV-Geräte müssen das H.264-Format beherrschen und damit auch via Web High-Definition-Kost abspielen können. Tastatur und Maus wären dabei lästig. Klaus Merkel betont: "Es geht nicht darum, das Internet auf den Fernseher zu bringen. Vielmehr soll das Web dem Fernseher nun maßgeschneiderte TV-Inhalte bereitstellen."

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