Kartentricks

Handys entsperren

So mancher Handy-Besitzer ist durch einen SIM-Lock an seinen Netzbetreiber gebunden. Doch der Knebel lässt sich lösen, jetzt sogar mit einem verblüffend einfachen Trick.

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Entsperrte Handys ermöglichen neue Nutzungsmöglichkeiten.

Viele der in Elektronikmärkten günstig angebotenen Handys werden zusammen mit einer SIM-Karte (Prepaid oder Vertrag) verkauft und sind gesperrt. So soll sich das zunächst sehr günstige Handy über die ungünstigen Verbindungspreise des Kartenvertrags finanzieren. Dieser SIM-Lock eines Handys, der den Benutzer an einen bestimmten Mobilfunkanbieter bindet, ließ sich schon immer umgehen. Doch ganz abgesehen davon, dass dies illegal ist, geht man mit den meisten Methoden ein gewisses Risiko ein, sein Handy zu ruinieren.

Mit der so genannten Universal SIM umgeht man den Lock dagegen kinderleicht mit nur wenigen Handgriffen, ohne etwas am System zu verändern. Universal-SIM ist ein Spezialchip, der dem Handy vorgaukelt, immer mit der gültigen SIM-Karte ausgestattet zu sein. Der Chip ist auf einer Folie angebracht, die zwischen SIM-Karte und Anschlusskontakte im Handy gelegt wird. Diese Entsperrungsmethode hat gegenüber Software-Eingriffen den Vorteil, dass die Garantie des Handys nicht verloren geht. Obwohl auch dieser simple Trick nicht legal sein dürfte, wird Universal SIM in verschiedenen Ausführungen über den Onlineshop DealExtreme aus Hongkong vertrieben.

Der deutsche Handyshop Service-4Handys bietet eine Version unter der Bezeichnung "Turbo- SIM" an, die auf bestimmten Nokia- Handys eingesetzt werden kann. Während der deutsche Händler rund 20 Euro für den Chip verlangt, ist die Universal SIM bei DealExtreme für nicht einmal 8 US-Dollar einschließlich Versand zu bekommen. Für unseren Test-Chip haben wir damit umgerechnet weniger als 5 Euro bezahlt. Ähnliche Systeme, die mit anderen Verschlüsselungsverfahren, anderen Mobiltelefonen und sogar auf dem iPhone laufen sollen, heißen SIMable, Next- SIM und StealthSIM. Kompatibilitätslisten finden Sie auf den Webseiten der Anbieter.

Der Hintergrund

Man unterscheidet zwischen SIM- und Net-Lock. Der SIM-Lock ermöglicht den Betrieb eines Handys nur mit einer bestimmten SIM-Karte. Diese Technik wird häufig bei preiswerten Handys eingesetzt, die zusammen mit einer Prepaid-Karte verkauft werden. Ein Net-Lock ermöglicht den Betrieb eines Handys mit jeder beliebigen SIM-Karte eines bestimmten Netzbetreibers, aber nicht mit Karten anderer Provider. T-Mobile verwendet solche Net-Locks bei den meisten besseren Handys und Smartphones mit T-Mobile-Branding.

Die Mobilfunkbetreiber holen sich mit diesen Verfahren die Einnahmen zurück, die ihnen durch die subventionierten Handys entgangen sind. Entsperrt man solch ein Handy, um es mit einer anderen SIM-Karte zu nutzen oder bei eBay zu verkaufen, verstößt man gegen die AGB des Mobilfunkbetreibers. Damit begeht man einen Vertragsbruch und wird schadensersatzpflichtig.

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Universal SIM einbauen - so wird's gemacht

Entsperrte Handys ermöglichen neue Nutzungsmöglichkeiten.

Wird die Kartensperre durch eine neue Firmware aufgehoben, kommt ein weiterer Tatbestand hinzu. Ein Handybetriebssystem ist wie jede andere Software urheberrechtlich geschützt und immer nur für ein Gerät lizenziert. Wer also ein Betriebssystem ausliest, um es auf ein anderes Handy zu überspielen, begeht eine strafbare Urheberrechtsverletzung. Professionelle Entsperrungsdienste machen sich zusätzlich wegen Ausspähens fremder Betriebsgeheimnisse strafbar.

Die anderen Methoden

Neben dem Universal SIM gibt es einige andere Verfahren, einen SIM- oder Net-Lock loszuwerden. So sind die deutschen Netzbetreiber nach 24 Monaten verpflichtet, die Sperre kostenlos von einem Gerät zu entfernen. Vorzeitige Entsperrungen lassen sich die Anbieter meist völlig überteuert bezahlen, sodass es günstiger ist, ein Handy auf dem freien Markt zu kaufen. Auf Seite 2: Alles über Codes und Code-Knacker

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