Ratgeber

Handwerker-Auktionen im Netz bei MyHammer.de & Co.

Bad renovieren, Herd reparieren, Garten umgestalten: Handwerker werden immer öfter im Web gesucht. Wer keine bösen Überraschungen etwa bei myhammer.de erleben will, sollte unsere Tipps befolgen.

Handwerker werden oft im Web gesucht. Hier: passende Tipps.

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Handwerker werden oft im Web gesucht. Hier: passende Tipps.

Früher ging man zum Maler um die Ecke, wenn die eigenen vier Wände mal wieder einen neuen Anstrich brauchten. Wenn die Waschmaschine streikte, ging man ins örtliche Elektrofachgeschäft. Wo es heute überhaupt noch Handwerker vor Ort gibt, sind sie öfters teuer oder unflexibel. Diese Tatsache lässt ein Geschäft boomen, das für schwere Konkurrenz sorgt.

Bei Handwerkerauktionen im Internet wie etwa MyHammer.de buhlen nämlich nicht nur Meisterbetriebe um neue Aufträge. Auch "Freizeithandwerker" und nebenberuflich aktive "Gesellen" bieten ihre Leistungen an - oft viel billiger als es etablierte Handwerksbetriebe können. Für Nutzer von Handwerkerauktionen bedeutet das zweierlei. Erstens: Sie können im Prinzip richtig viel Geld sparen. Zweitens: Sie müssen aufpassen, dass aus dem vermeintlichen Schnäppchen nicht schnell ein teurer Albtraum wird.

So funktionieren die Auktionen

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Blauarbeit.de hilft beim Erstellen eines Auftrags, indem es wichtige Angaben zur ausgewählten Dienstleistung abfragt.

Im Prinzip funktionieren alle Handwerkerauktionen gleich. Zuerst geben Nutzer ihren Auftrag ein. Dabei schildern sie mit möglichst konkreten Angaben, was, wo und wann es erledigt werden soll. Außerdem wird der Geldbetrag bestimmt, den man maximal bezahlen möchte. Bei manchen Auktionen lässt sich ein "Schätzpreis" angeben.

So fragt Blauarbeit.de: "Wie hoch schätzen Sie das Auftragsvolumen (Preis)?". Bei anderen Anbietern ist die Rede vom "Startpreis" oder von der "Preisvorstellung". Egal, wie man das Kind nennt: Anhand der Preisangabe versuchen die Handwerker, sich gegenseitig zu unterbieten.

Nach dem Vergleich aller Angebote und der Bewertungen, die die möglichen Auftragnehmer haben, entscheidet sich der Nutzer für einen bestimmten Bieter. Bei der Auswahl helfen oft auch weitere Angaben, die der Handwerker hinterlegt hat. Dazu gehören etwa ein Meisterbrief oder ein Zertifikat. Nachdem der Nutzer einem Anbieter den Zuschlag erteilt hat, nimmt er mit ihm per E-Mail oder Telefon Kontakt auf, um die Details zum Auftrag zu klären. Nach Abschluss der Arbeiten ist es üblich, dass der Auftraggeber die Leistung seines Auftragnehmers im Auktionssystem bewertet.

Aufträge richtig formulieren

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In der Angebotsübersicht von MyHammer. de erkennen Sie bereits, wie gut ein Anbieter bewertet ist.

Laien unterschätzen gern, was alles in eine Auftragsbeschreibung gehört. Die Beschreibung sollte so detailliert wie möglich sein und keine Fragen offenlassen. Blauarbeit.de ist an dieser Stelle besonders kundenfreundlich: Nach Auswahl einer Angebotsvorlage werden alle wichtigen Daten automatisch abgefragt. Sucht man zum Beispiel einen Dachdecker, fragt Blauarbeit.de nach dem Neigungswinkel des Daches ebenso wie nach bevorzugten Baumaterialien, ungefährem Alter des Daches, vorhandenen Dachrinnen usw.

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Viele Laien würden solche Angaben nicht in eine Anfrage schreiben. Bei anderen Handwerkerauktionen müssen Sie Ihren Auftrag selbst formulieren. Ein Blick auf die abgefragten Daten bei Blauarbeit.de hilft vielleicht, dass Sie nichts vergessen. Orientieren Sie sich außerdem an ähnlichen Aufträgen anderer Kunden. Nutzen Sie dazu die Suche der Online-Dienste.

Thema "Startpreis": Setzen Sie den Geldbetrag nicht zu niedrig an, sonst bekommen Sie keine seriösen Angebote. Der Startbetrag sollte auch nicht zu hoch sein, sonst freuen sich nur die Handwerker. Vergleichen Sie wieder mit ähnlichen Aufträgen. Legen Sie im Angebot fest, welche Kosten im Preis inbegriffen sind, und welche nicht - beispielsweise Material- und Anfahrtskosten. Wichtig: Das Einstellen von Aufträgen bei allen vorgestellten Anbietern ist kostenlos. Die Auftragnehmer zahlen mit Ausnahme bei Jobdoo.de eine Vermittlungsprovisionen oder feste Gebühren an die Online- Dienste.

Das könnte Auftraggebern eigentlich egal sein, sollte es aber nicht. Denn wer einen qualifizierten Handwerker sucht, muss bei der Festlegung des Preises und bei der Entscheidung für ein Angebot bedenken, dass der Handwerker auch noch Geld an das Auktionshaus abführen muss. Unter diesem Gesichtspunkt muss man sich immer die Frage stellen, ob ein abgegebenes Angebot nicht doch "zu günstig" ist, um seriös zu sein.

Auf die Qualifikation achten

Kenner von Handwerkerauktionen wissen, dass der Preis nicht alles ist. Eine qualitativ hochwertige Ausführung erfordert eine entsprechende fachliche Qualifikation. Diese erkennt man an den Bewertungen für die Handwerker von Auftraggebern. Je mehr positives Feedback, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für gute Arbeit. Doch Bewertungen sind nur die halbe Wahrheit, da viele Laien die Qualität bestimmter Arbeiten nicht immer richtig beurteilen können. Sie geben positive Bewertungen manchmal nur aufgrund der Freundlichkeit oder der Pünktlichkeit des Handwerkers ab.

Auftragnehmer hinterlegen ein Profil um ihre Qualifikation besser nachzuweisen. Dort steht u.a. welche Qualifikation sie haben - dazu gehören u.a. ein Meister- oder Gesellenbrief. Im Profil erfahren Sie auch, ob es sich um einen Einmannbetrieb oder eine größere Firma handelt. Einen besonders guten Eindruck hinterlassen Handwerker, die Referenzen angeben. Im Zweifelsfall lassen Sie sich vor der Auftragserteilung die Qualifikation des Handwerkers direkt nachweisen, zum Beispiel durch Zusendung von Dokumenten per E-Mail. Und natürlich können Sie sich auch bei der zuständigen Handwerkskammer nach dem Betrieb erkundigen.

Angebot, Vertrag, Bezahlung

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Ein Profil eines Handwerkers in MyHammer. de mit Bewertungen und hinterlegten Qualifikationen.

Richtlinien zur Auftragsvergabe bestimmen, ob Sie ein Angebot annehmen und welches. Die sind bei den Online-Diensten verschieden. Entscheiden Sie sich für ein Angebot und klicken auf die dazu vorgesehene Schaltfläche bzw. den entsprechenden Link, gehen Sie allerdings immer einen rechtsgültigen Vertrag ein.

In der Folge treten Auftraggeber und Auftragnehmer miteinander in Kontakt. Übermitteln Sie dem Handwerker Ihre persönlichen Daten (Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse) und holen Sie diese Daten auch von ihm ein. Wir empfehlen, die Identität des Auftragnehmers vor dem Arbeitsbeginn bestätigen zu lassen.

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Entlohnen sollten Sie den Auftragnehmer erst nach geleisteter Arbeit - so sind Sie auf der sicheren Seite. Andere Vereinbarungen sind natürlich auch möglich und sollten schriftlich festgehalten werden.

Selbstverständlich bei seriösen Handwerksbetrieben sollte eine schriftliche Auftragsbestätigung und später immer eine Rechnung sein. Alles andere wäre Schwarzarbeit und die ist strafbar. Blauarbeit.de warnt deswegen seine Nutzer: "Schwarzarbeiter (und auch die Auftraggeber) verstoßen gegen deutsches Recht und verzichten ,freiwillig' auf die gesetzliche Garantie". Weiter heißt es: "Das ist gefährlich und teuer. Sollten Sie einem Schwarzarbeiter auf die Schliche kommen, können Sie diesen melden." Dazu stellt Blauarbeit.de ein spezielles Formular zur Verfügung.

Alles zu Ihrer Zufriedenheit?

Die gewünschten Arbeiten wurden zu Ihrer Zufriedenheit erledigt? Ihr Auftragnehmer war schnell, pünktlich, gewissenhaft, freundlich? Dann sollten Sie ihn unterstützen und positiv bewerten. Schreiben Sie aber keine übertriebenen Lobeshymnen, die sich für andere Interessenten vielleicht wie bezahlte Werbung anhören. Bewerten Sie den Handwerker lieber ganz fair und sachlich. Auch kleinere Kritikpunkte sollten in die Bewertung einfließen, denn bekanntlich ist ja niemand ganz fehlerfrei.

Streitfälle und Schlichtung

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Auf Handwerkskammer.de finden Sie eine Übersicht über alle Handwerkskammern in Deutschland.

Die besprochenen Arbeitsleistungen wurden nicht richtig ausgeführt oder es gibt Unstimmigkeiten über die Bezahlung? Das kann auch auf Teilleistungen zutreffen. In diesem unschönen, aber leider nicht seltenen Fall sollten Sie zunächst das Gespräch mit dem Handwerker suchen. Möglicherweise finden Sie einen Kompromiss, der für beide Seiten akzeptabel ist.

Hauptproblem bei vielen Streitigkeiten: Die beschriebene Auftragssituation entspricht nicht der Situation vor Ort oder der beauftragte Handwerker behauptet das zumindest. Aus diversen Gründen sei die Ausführung der Leistungen zum ursprünglich vereinbarten Preis nicht möglich. Tatsächlich sind auch Experten der Handwerkskammern der Meinung, dass eine realistische Preiskalkulation für keine seriöse Handwerksfirma möglich sei, ohne sich vorher die Situation vor Ort angesehen zu haben.

Dennoch: Vertrag ist Vertrag, und im Streifall helfen höchstens unabhängige Sachverständige. Die fordern Sie bei den Handwerkskammern an. Von den Handwerksauktionsanbietern selbst ist indes wenig Hilfe zu erwarten: Sie sehen sich nur als Vermittler.

Checkliste: Wichtige Punkte für die Vergabe von Aufträgen

  • Auftragnehmer in der Nähe: Wählen Sie nach Möglichkeit einen Handwerksbetrieb in Ihrer Nähe, so sind Nachbesserungen leichter durchsetzbar.
  • Besichtigungstermin: Wenn möglich, lassen Sie den Handwerker noch vor der Auftragserteilung die Situation vor Ort besichtigen. So gehen Sie jeglichen Missverständnisse aus dem Weg. Alternativ machen Sie Fotos - sie sagen bekanntlich mehr als Worte.
  • Gewährleistung nur mit Rechnung: Eine Rechnung ist gleichzeitig Ihr Nachweis für Gewährleistungsansprüche.
  • Kostenvoranschlag und Festpreis: Zwei Besonderheiten bei Undertool.de: Man kann einen Kostenvoranschlag einholen, ohne gleich einen Auftrag zu vergeben. Und man kann Aufträge zu Festpreisen einstellen.
  • Zahl der Bieter als Maßstab: Je mehr Handwerker auf Ihren Auftrag bieten, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sich zum gewählten "Startpreis" einfach ausführen lässt. Seien Sie hingegen vorsichtig, wenn Sie nur einen oder wenige Bieter haben. Dann stimmt entweder Ihre Preisvorstellung nicht oder es ist schwierig, den Auftrag zu Ihrer Zufriedenheit zu erledigen.

Download: Tabelle

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