3D Praxis

Grundlagen der Visualisierung

Optik und Täuschung

3D-Vorteil bei zwei Augen

© Video Homevision

Der 3D-Vorteil von zwei Augen

Den Grundlagen der Visualisierung wurde bereits vor Hunderten von Jahren auf den Grund gegangen, denn schon bald nach den Höhlenmalereien erkannten Künstler, wie man Dinge abbilden muss, damit sie sich korrekt zu einem Gesamteindruck zusammenfügen.

Die Lehren von Fluchtlinien, an denen sich Objekte ausrichten und anhand derer ihre Größe festgemacht wird, die Tricks von Verdeckung und perspektivischem Zeichnen oder vom Spiel mit Schattierungen, um Räumlichkeit zu erzeugen, wurden festgeschrieben und zählen schon lange zum Handwerkszeug jedes Illustrators.

Diese Nachstellung natürlicher Effekte, um mit einem zweidimensionalen Bild Tiefe zu vermitteln, forderte auch Künstler heraus, die geschickt mit Perspektiven spielten, um dabei alles auf den Kopf zu stellen. Diese optischen Täuschungen kennt jeder, und jeder fällt auch darauf herein.

Auch beim klassischen zweidimensionalen Kino wird schon immer Raum oder Größe durch optische Täuschungen erzielt. Der Klassiker ist das Ritterschloss, das man imFilm riesengroß, aber weit entfernt auf einem Hügel hinter Bäumen sieht, das jedoch nur eine gut gemachte, kleine Attrappe eines Bühnenbildners ist, der es gezielt unscharf und mit Ausschnitten für den Wald nah vor der Kamera platzierte.

Nur bewegen durfte diese sich dabei nicht. Perfektioniert wird die cineastische Illusion durch die digitale Tricktechnik, die mit Blue Screen und enormer Rechenleistung virtuelle Objekte und Realszenen dreidimensional kombiniert.

Das zweite Auge

Von einer Mattscheibe oder Kinoleinwand lassen sich unsere Sinne so leicht täuschen, weil wir dort keinen Gewinn aus der Tatsache ziehen können, dass wir zwei Augen besitzen. Diese konzentrieren sich auf denselben Punkt der Wiedergabefläche, der immer mit derselben Augenstellung zueinander und demselben Fokus angeschaut wird. Auch ergibt sich keine andere Perspektive, wenn man seine Zuschauerposition variiert. Damit fehlen vier entscheidende Faktoren für einen naturidentischen, räumlichen Genuss.

Unsere Augen schauen nur geradeaus, wenn Objekte sehr weit entfernt sind. Nähern sich die Dinge, verdreht man die Augen leicht aufeinander zu, wir schielen weniger oder mehr. An der Stellung der Augen, der sogenannten Parallaxe, kann das Gehirn dann genau erkennen, wie weit ein angeschautes Objekt entfernt ist.

Hinzu kommt, dass das Auge ähnlich wie ein Fotoapparat fokussiert. Entweder werden weit entfernte oder nahe Objekte scharf gestellt, der Rest verschwimmt. Und wie man am Objektiv einer Spiegelreflexkamera ablesen kann, auf welche Entfernung gerade scharf gestellt ist, weiß das Gehirn, wo sich ein Gegenstand befindet, den man betrachtet.

Die größte Leistung vollbringt unser Gehirn, wenn es die beiden Bilder, die es von den Augen erhält, miteinander vergleicht. Nahe Objekte schaut ein Auge ja aus einer andere Perspektive an als das andere.

Trotz der verhältnismäßig geringen Bildqualität des Auges und der anatomisch bedingten Differenz der Abbildungen (Serienstreuung) gelingt es dem Gehirn, Objekte, die vom rechten und linken Auge perspektivisch leicht unterschiedlich gesehen werden, als dreidimensional zu empfinden. Perfektioniert wird der Raumeindruck, wenn wir uns um das Objekt bewegen und es aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten.

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