Grundkurs: bash

Grundkurs bash

Machen Sie sich frei vom Mauszwang! Mit unserem Bash-Crash-Kurs lernen Sie die wichtigsten Shell-Befehle für das Überleben auf der Konsole.

Grundkurs bash

© Dieter Nennhuber

Grundkurs bash

bash: Kommandozeilen-Interpreter von Linux. Sieht auf den ersten Blick wie DOS aus, hat aber damit exakt soviel zu tun wie ein ein S-Klasse-Mercedes mit einem Trabi.

Wieso bash? Wo es doch KDE und Gnome gibt?

Weil für viele Dinge die Bash-Shell wesentlich komfortabler ist als die grafische Oberfläche - und weil diese Oberfläche z.B. bei der Arbeit auf dem Webserver nicht vorhanden ist.

Hinweis:

Für alle folgenden Befehle gilt: nicht jeder darf alles. Z.B. dürfen Sie als normaler User das Home-Verzeichnis von Root auf den meisten Systemen nicht einmal anschauen. Um eine Datei kopieren zu können, müssen Sie a) das Recht haben, die Quelldatei zu lesen, und b) das Recht, die Zieldatei zu schreiben. Fehlt eins von beiden, wird's nichts mit dem Kopieren. Zu den Permissions aber weiter unten mehr.

pwd, ls und find - wir sehen uns um

Zeigt an, in welches Verzeichnis das aktuelle ist (print work-directory)pwd

Aktuelles Verzeichnis ansehen:

ls

Dasselbe in ausführlicher Form:

ls -l

Auch Unterverzeichnisse mit einbeziehen:

ls -R

Nur Unterverzeichnisse anzeigen:

ls -ld | grep "^d"

Dabei sind auch Wildcards erlaubt - so zeigen Sie z.B. alle Dateien an, die mit "a" beginnen:

ls -ld a* | grep "^d"

Verzeichnisse durchsuchen:

find -name dateiname

Dieser Befehl ist auch nützlich, wenn man z.B. nur noch weiß, dass die Zeichenfolge "hans" in der Datei vorkommt:

find -name *hans*

cd - Kletterübungen im Verzeichnisbaum

Verzeichnisse wechseln:

cd verzeichnisname

Beispiele:

cd /usr/local/httpd/htdocs wechselt in /usr/local/httpd/htdocs
cd .. wechselt ins nächsthöhere Verzeichnis
cd / wechselt ins Wurzelverzeichnis
cd wechselt ins Home-Verzeichnis

cp - Dateien kriegen Junge

cp quelle ziel

Beispiel:

cp brief.txt ~/ kopiert brief.txt in Ihr Homeverzeichnis
cp * .. kopiert alle Dateien im aktuellen Verzeichnis ins nächsthöhere Verzeichnis.
cp . .. macht genau dasselbe (<b>.</b> bedeutet "aktuelles Verzeichnis, <b>..</b> nächsthöheres Verzeichnis).

rm - rabiate Müllabfuhr

Dieser Befehl ist mit großem Respekt zu betrachten!

rm dateiname

löscht die Datei dateiname - noch harmlos.

rm *hans*

löscht alle Datein im aktuellen Verzeichnis, die "hans" enthalten.

rm *

löscht alle Datein im aktuellen Verzeichnis, was im Fall einer Panne schon etwas ärgerlicher sein kann.

rm -R *

löscht auch alle Dateien in Unterverzeichnissen - phantastisch viel Ärger, wenn z.B. als Root in / angewandt. Daraus folgen zwei Regeln: Bei Verwendung der Option -R immer erst kurz durchatmen und überlegen: 'Will ich das wirklich?' Und: nur als Root einloggen, wenn es unbedingt nötig ist!

chmod - Erlauben und verbieten

chmod modus dateiname

Die Dateien dateiname kriegt die Permissions modus verpasst. Nehmen wir an, die Datei brief.txt soll ab sofort für alle User lesbar sein - drauf schreiben wollen aber nur Sie selber dürfen:

chmod 644 brief.txt

Permissions
1Datei ausführen / Verzeichnis auflisten
2schreiben
4lesen

Gelten mehrere Rechte, so werden diese addiert (6 bedeutet: die Datei kann gelesen (2) und geschrieben (4) werden). Es existieren getrennte Rechte für den Besitzer der Datei, für die Gruppe, der der Besitzer angehört, und für alle übrigen User des Systems. Deshalb werden die Permissions als dreistellige Ziffernfolge angegeben. Beispiele:

600: der Besitzer der Datei (erste Stelle) darf lesen und schreiben, seine Gruppe und alle übrigen User dürfen die die weder lesen noch schreiben.

700: der Besitzer darf die Datei lesen, schreiben, und ausführen (vorausgesezt natürlich, es handelt sich um ein Programm oder ein Skript). Alle übrigen dürfen gar nichts.

777: alle dürfen alles.

444: alle (auch der Besitzer!) dürfen die Datei nur lesen

Wenn Sie nun fragen, wer denn so verrückt sein soll, sich selbst derart die Hände zu binden? Grundvernünftige Menschen, lieber Leser, grundverünftige Leute sind das! Denken Sie an das Beispiel mit rm -R * - was ich nicht beschreiben darf, kann ich auch nicht irrtümlich löschen oder überschreiben.

Wenn Sie sich die Permissions der Linux-Systemdateien ansehen: sie sind gegen Eingriffe der User abgeschottet, nur Root hat hier Schreibrecht (und bei manchen Dateien noch nicht mal der - es gibt Dateien, die auch Root nur bearbeiten kann, wenn er sich vorher die Rechte dazu gibt).

Und jetzt wissen Sie auch, was passiert, wenn Sie als normaler User rm -R * auf der obersten Verzeichnisebene eingeben: Ihr Homeverzeichnis wird gelöscht, und das war's dann auch schon im wesentlichen (vorausgesetzt, Ihr System ist vernünftig installiert).

chown - meins wird deins

chown besitzer dateiname

Die Datei dateiname wird auf den neuen Besitzer "besitzer" übertragen. Auch dies geht wieder für mehrere Dateien in einem Rutsch:

chown besitzer *

überträgt alle Dateien im aktuellen Verzeichnis an "besitzer", und

chown -R besitzer dateiname

gibt auch noch all die Dateien in den Unterverzeichnissen mit drein!

Aber auch hier gilt: Sie können nicht verschenken, was Ihnen nicht gehört.chown dürfen Sie nur bei Ihren eigenen Dateien ausführen (Dateien also, bei denen Sie als Besitzer eingetragen sind). Dies gilt auch für das Ändern von Permissions über chmod.

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