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Groupware-Server Scalix

Scalix ist eine Linux-basierte E-Mail-, Kalender- und Messaging-Plattform. Der Groupware-Server glänzt durch die native MAPI-Unterstützung und wird als Exchange-Killer gehandelt. Wir haben die aktuelle Version für Sie angesehen.

  1. Groupware-Server Scalix
  2. Teil 2: Groupware-Server Scalix
Groupwareserver Scalix

© Thomas Zeller

Groupwareserver Scalix

Scalix ist eine Linux-basierte E-Mail-, Kalender- und Messaging-Plattform. Der Groupware-Server glänzt durch die native MAPI-Unterstützung und wird als Exchange-Killer gehandelt. Wir haben die aktuelle Version für Sie angesehen.

Groupwareserver Scalix

© Thomas Zeller

Scalix ist ein Messaging- und Groupware-System mit breiter Unterstützung für unterschiedliche Clients. Dazu gehören beispielsweise Microsofts Outlook ebenso wie Novells Evolution und beliebige POP-/IMAP-fähige E-Mail Clients wie KMail oder Thunderbird - letztere natürlich ohne die Kalenderfunktionen. Zusätzlich liefert Scalix einen Ajax-basierenden Web-Client mit, sodass sämtliche Funktionen auch über jeden aktuellen Web-Browser zur Verfügung stehen. Darüber hinaus lässt sich Scalix um weitere Funktionen wie Virenscanner und Spamschutz erweitern. Mit den Scalix Messaging Services können Funktionen aus Scalix sogar in eigene Unternehmensanwendungen wie CRM-Systeme eingebunden werden. Umgekehrt kann Scalix auch Daten aus anderen Applikationen direkt übernehmen. In der kostenpflichtigen Enterprise Version lässt sich Scalix zu einem hochverfügbaren, auf mehrere Server-Systeme verteilten Cluster ausbauen.

Im Gegensatz zu Systemen wie Collax Business Server arbeitet Scalix nicht als Internet-Gateway mit Web-Proxy und Firewall, sondern konzentriert sich ganz auf die Bereitstellung hochwertiger und skalierbarer Groupware-Dienste im lokalen Netz. Möchten Sie Scalix zusammen mit Proxy und Firewall auf einer Maschine betreiben, können Sie die erforderlichen Pakete manuell auf der Scalix-Maschine installieren. Alternativ liefert der Open Small Business Server OpenSBS mit der neuen Version 3.0 Scalix gleich mit.

Systemvoraussetzungen

Scalix unterstützt für Produktivumgebungen die Enterprise-Versionen von Red Hat (3 + 4) und SuSE (9). Für den Betrieb eines Groupware-Servers zuhause oder einfach zum Ausprobieren genügt allerdings auch ein Fedora Core 5 oder openSUSE 10.0. Für die Hardware genügt ein aktueller, Linux-tauglicher Intel oder AMD Rechner mit mind. 512 MByte RAM. Je nach Anforderung kann der Bedarf an Festplattenplatz stark unterschiedlich ausfallen - unser Testsystem verfügte über 8 GByte Plattenkapazität.

Scalix: Systemvoraussetzungen

© Thomas Zeller

Der Installer überprüft die Systemumgebung. Hier fehlen die 512 MByte Mindestspeicher.

Los geht's

Für die Installation liefert Scalix ein grafisches Setup mit. Die in Python realisierte Installationsroutine überprüft automatisch, ob auf dem System alle erforderlichen Pakete installiert und die Systemvoraussetzungen erfüllt sind. Für unseren Test haben wir Scalix auf einem openSUSE-10.1-System installiert. Dank des grafischen Installers ist der Ablauf der Installation unter Red Hat/Fedora identisch. Als Abhängigkeiten müssen Sie unter openSUSE die folgenden Pakete installieren:

Scalix: Installationsroutine

© Thomas Zeller

Dank des grafischen Installers von Scalix geht die Installation leicht von der Hand.
apache, cyrus-sasl-plain (32-bit libs), ps, python-gtk-2.0.0-215.3,
compat, heimdal-lib, PostgreSQL 7.x oder 8.x

und unter Red Hat:

cyrus-sasl-md5 (32-bit libs), compatlibstdc++, 
cyrus-sasl-plain (32-bit libs), procps, elinks, krb5-libs, 
httpd, PostgreSQL 7.x oder 8.x

Sie sollten außerdem darauf achten, für Ihr Scalix-System eine feste IP-Adresse, das Default-Gateway, DNS-Server und einen passenden DNS-Namen zu vergeben. Verwenden Sie dazu die Werkzeuge zur Netzwerkkonfiguration Ihrer Distribution. Im Zweifelsfall tragen Sie den Hostnamen und die zugehörige IP-Adresse in die Datei /etc/hosts auf dem Scalix-Server ein. Testen Sie dann vor der Installation, ob sich der Name des Servers problemlos vor- und rückwärts auflösen lässt.

Diesen Test können Sie zum Beispiel mit dem Befehl nslookup ausführen:

nslookup ipadresse

liefert den Hostnamen zurück

nslookup hostname

liefert die IP-Adresse zurück. Besorgen Sie sich dann das Installationspaket der kostenlosen Community Edition für Ihre Distribution von der Scalix-Web-Site: www.scalix.com/wiki/index.php/Community_Downloads und kopieren Sie die tar.gz - Datei in ein Verzeichnis Ihres Scalix-Servers. Dort entpacken Sie diese wie folgt:

tar xvfz scalix-core-suse101-11.0.0-rc2.tar.gz

und wechseln dann in das neue Verzeichnis

cd scalix-11.0.0-RC1

Werden Sie zu root und starten Sie den Installer

./scalix-installer

Klicken Sie dort auf die Schaltfläche Vor und akzeptieren Sie die Lizenzvereinbarung. Der Scalix-Installer führt dann einen Systemcheck aus, bei dem er Informationen über die Hardware und die installierten Pakete sammelt. Findet er ein benötigtes Paket nicht, bricht er die Installation mit einem entsprechenden Hinweis ab. Sofern keine Java JRE installiert wurde, bietet der Installer die Installation der aktuellen JRE direkt an. Legen Sie nun noch die Passwörter für den Administrator und die Datenbank fest und beantworten Sie einige weitere Fragen etwa zur Spracheinstellung und zum Hostnamen. Kurz darauf ist die Installation abgeschlossen.

Postabholer

Per Default arbeitet Scalix als SMTP-Server und erwartet daher, dass ihm eingehende E-Mails zum Beispiel von einer vorgelagerten Firewall zugeleitet werden. Scalix bringt also weder ein eigenes Modul mit, um E-Mails von einer Mailbox beim Provider abzurufen, noch lässt sich etwa fetchmail über das Web-Frontend konfigurieren. Glücklicherweise ist die Konfiguration von fetchmail nicht sonderlich kompliziert. Erstellen Sie in Ihrem Home-Verzeichnis die Datei .fetchmailrc und tragen Sie dort Folgendes ein:

poll mail.provider.de protocol POP3
user asterix
password geheim
smtphost 192.168.1.152
to obelix

E-Mails können Sie dann entweder manuell mit dem Befehl

fetchmail -v

abrufen oder Sie lassen fetchmail im Daemon-Mode laufen und E-Mails z.B. alle zehn Minuten automatisch abrufen. Im obigen Beispiel wird das POP3-Konto des Benutzers asterix auf dem Server mail.provider.de mit dem Passwort geheim abgerufen und dem Benutzer obelix auf dem Scalix-Server mit der IP-Adresse 192.168.1.152 zugestellt. Die Angabe des smtphost ist dabei unverzichtbar, da sendmail sonst versucht, die E-Mail einem lokalen Benutzer (statt dem gewünschten Scalix-Benutzer) zuzustellen.

... und raus

Umgekehrt versucht Scalix in der Standardkonfiguration, ausgehende E-Mails direkt an den für die jeweilige E-Mail-Adresse zuständigen Mailserver zuzustellen. Doch das sorgt in der Praxis der großen Provider für Probleme, denn deren Mailserver nehmen kaum noch E-Mails von Servern mit dynamischen IP-Adressen entgegen. Abhilfe schafft nur, ausgehende E-Mails über einen Smarthost (auch Mail-Relay genannt) zu versenden. Dieser hat eine feste IP-Adresse und übernimmt dann die Zustellung der E-Mail an die eigentlichen Mailserver im Internet. Doch auch die Zustellung über einen Smarthost wird von Scalix nur auf Umwegen unterstützt und lässt sich nicht über die webbasierte Administrationskonsole konfigurieren. Die FAQ in der Knowledge-Base von Scalix empfiehlt die folgende Vorgehensweise:

Scalix: DNS-Auflösung

© Jörg Knitter, Thomas Zeller

Scalix versendet E-Mails per DNS-Auflösung. Da viele Provider keine E-Mails von Hosts mit dynamischen IP-Adressen entgegennehmen, empfiehlt sich der Versand über einen Smarthost.

Editieren Sie die Datei /etc/sendmail.cf auf dem Scalix-Server, suchen Sie den Eintrag

# Smart relay host (may be null)
DS

und ändern Sie diesen auf

# Smart relay host (may be null)
DSsmarthost.provider.com

smarthost.provider.com ist dabei der Name des Mailservers, über den die ausgehenden E-Mails verschickt werden sollen.

Um die Änderungen zu übernehmen, führen Sie noch die folgenden Befehle aus:

omshut && omrc

Damit werden die Subsysteme und Scalix gestoppt und nach Übernahme der Änderungen wieder gestartet.

Bildergalerie

Scalix: Gruppenterminfunktion
Galerie
Software:Büro-Software

Die Terminkoordination mehrerer Besprechungsteilnehmer gelingt dank der Gruppenterminfunktion problemlos.

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