Im Fokus: Öko-Label

Grenzwerte von 2012

Wie hell darf's sein?

Aufgrund der restriktiven Gesetzgebung für den Standby-Verbrauch stellt inzwischen der Betriebsmodus den entscheidenden kosten- und umweltrelevanten Faktor dar. So dürfen einfache Set-Top-Boxen ohne Entschlüsselungssystem und sonstige Extras seit Februar nur noch maximal 5 Watt und High-Definition-Boxen 8 Watt verbrauchen. Solche Werte hat man in der Boxenwelt vormals nicht allzu häufig gemessen. Keine Grenzen gibt es für alle anderen Arten von Zuspielern - und sie scheinen noch in weiter Ferne zu sein.

Das im Heimkino verbrauchsintensivste Equipment, der Fernseher, ist dagegen seit diesem Jahr klar reglementiert. Es gelten bildgrößen- und -auflösungsabhängige Höchstwerte, die man nicht mehr überschreiten darf. Schon seit einigen Jahren achten Markenhersteller auf geringen Stromverbrauch, der sich teils sogar innerhalb der verschärften Grenzwerte von 2012 bewegt. Klar ist nun auch, welche Stromverbrauchsangaben die Hersteller ihren Kunden zu liefern haben.

Das wichtigste Energiespar-Instrument stellt jedoch das zukünftige Energie-Effizienzzeichen dar. Es bil-det die eigentliche Grundlage für ei-ne sinnvolle Kaufentscheidung nach Öko-Aspekten: Das Label orientiert sich nicht an den Maximalverbrauchswerten, sondern spiegelt den Praxis-einsatz im TV-Haushalt wieder.

Video-HomeVision hat als erste Publikation genaue Informationen zum neuen Label erhalten. Sie umfassen auch die Angaben, nach welchem Schlüssel die Fernseher den einzelnen Energieklassen zugeordnet werden sollen. Video-HomeVision-Leser er-fahren daher in dieser Ausgabe, in welcher Energiesparklasse die neuesten Fernseher voraussichtlich landen.

Die Ergebnisse sind äußerst überraschend. An sich hatten die Redakteure damit gerechnet, dass die Sparmodelle der jüngsten Tests angesichts ihrer tollen Leistungen allesamt in der Klasse A landen. Immerhin: 117-Zentimeter-Boliden, die nur 82 oder 86 Watt verbrauchen (siehe VHV 07/10, ab Seite 28), beeindrucken.

Doch wenn die EU das Energie-Label so beschließt, wie es aktuell geplant ist, gehören sie in die Klasse B. Dass sich daran noch etwas ändern könnte, bezweifelt Ines Oehme, zuständig für Energy using Products beim Umweltbundesamt - obgleich einzelne TV-Hersteller hinter den EU-Kulissen nach wie vor gegen die harte Bewertung Sturm laufen.

Das Label - richtig gelesen

Wichtig ist zu wissen, dass eine Verbrauchseinstufung in Klasse B oder C zum Start des Labels sehr gut ist. Tatsächlich liegen die aktuellen Werte am Rande des technisch Machbaren, und nur wenige Hersteller schaffen es knapp in Klasse A.

Dort sollen zunächst gar nicht so viele Fernseher ihre Heimat finden, stellt Ines Oehme klar: "Das Label ist natürlich auch als Ansporn gedacht." Kämen alle Hersteller bereits vom Start weg in die oberste Klasse, würde dies die technische Weiterentwicklung ausbremsen.

Daher ist das Etikett dynamisch gestaltet, indem man bessere Klassen als A anfügen kann. Zukünftige Effizienz-Steigerungen können die Hersteller auf diese Weise augenfällig und werbewirksam kommunizieren.

Die drohende Klassifizierung zeigt bereits vorab Erfolge. Wir haben die Fernseher schon jetzt zugeordnet. Unsere Effizienz-Tabelle belegt, dass sich die aktuellen TVs im Vergleich zu Modellen des vergangenen Jahres klar verbessert haben. Überraschend ist auch der Sprung unter den Panasonic-TVs: Das in dieser Ausgabe getestete Modell macht bereits eine deutlich bessere Energie-Figur als alle Vorgänger.

Allwissend wird das neue Siegel aber nicht sein. Ein Beispiel dafür sind die neuen 3D-Fernseher. Im Heim-Modus (siehe den Info "So misst die EU") kann der Stromverbrauch sehr niedrig ausfallen. Will man aber räumlich sehen, können durch die Shutterbrillen-Technik 70 Prozent des Lichts verloren gehen. Das müssen die Panels mit entsprechend höherer Helligkeit ausgleichen. 3D schauen ist also deutlich teurer.

Ähnliches gilt für andere etwaige Zusatzfunktionen wie die Festplatten- Aufnahme, falls diese erst nach dem Aktivieren des Heim-Modus eingeschaltet wird. Hier fällt der zusätzliche Energiebedarf allerdings deutlich geringer aus als bei Licht zehrender 3D-Technik.

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