Für Gelegenheitsspieler

Grafikkarten: Kaufberatung für Einsteiger-Modelle unter 200 Euro

Gelegenheitsspieler mit gewissem Anspruch brauchen eine dedizierte Grafikkarte. In unserer Kaufberatung geben wir nützliche Tipps und Empfehlungen.

  1. Grafikkarten: Kaufberatung für Einsteiger-Modelle unter 200 Euro
  2. Grafikkarte kaufen: Nvidia oder AMD?
  3. Radeon RX 470, Geforce GTX 1050 Ti oder doch RX 460?
Einsteiger-Grafikkarten

© Heiko Bauer

Wer spielt, braucht eine ordentliche Grafikkarte - es muss aber nicht immer das Flaggschiff sein.

  • Update (27.03.2017): KFA2 und HIS haben neue Preise für die drei in diesem Artikel vorgestellten Grafikkarten bekannt gegeben. So gibt es die HIS Radeon RX 460 schon bald für 99 Euro, die KFA2 Geforce GTX 1050 Ti für 145 Euro und die HIS Radeon RX 470 für 169 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

In fast jedem PC findet sich heute ein integrierter Grafikprozessor (IGP). Deren neuere Generationen können, sofern vom Mainboard unterstützt, sogar bis zu zwei 4K-Monitore mit 60 Hz ansteuern. Sie reichen nicht mehr nur für Büroarbeiten, sondern oft auch für Videoschnitt und das Dekodieren von 4K-Videos. Selbst viele ältere 3D-Spiele sind damit ohne weitere Investitionen lauffähig. Wer jedoch aktuelle Titel in Full-HD ruckelfrei auf den Bildschirm bringen möchte, kommt um eine zusätzliche Grafikkarte für den PCI-Express-Port nicht herum. Wenn Sie sich nicht zu den Hardcore-Gamern zählen, ist dafür gar kein allzu tiefer Griff in die Tasche nötig. In der Preiskategorie zwischen 100 und 200 Euro finden sich Karten, die bereits höheren Ansprüchen genügen. Wir stellen Ihnen drei Modelle vor, die den gesamten Preisbereich abdecken. Zwei davon sind AMD-Radeon-Varianten, eine setzt auf die Geforce-Technik von Nvidia.

Mit der Radeon RX 460 iCooler OC 2GB von HIS bekommen Sie schon für knapp über 120 Euro eine Grafikkarte, die alle wichtigen Mulimediafunktionen beherrscht und Spielen in Full-HD ermöglicht. Allerdings müssen für eine flüssige Darstellung neuerer Titel oft Details reduziert werden. Immer noch für unter 200 Euro ist die bereits der Mittelklasse zuzuordnende HIS Radeon RX 470 OC 4GB erhältlich. Sie ist sogar für aktuelle Spiele in Full-HD-Auflösung bei hoher Detailstufe geeignet.


Sowohl in der Leistung als auch im Preis zwischen den beiden genannten Radeon-Karten ist die KFA2 Geforce GTX 1050 Ti OC 4GB angesiedelt. Sie kostet rund 150 Euro und basiert auf Nvidias zweitgünstigstem Modell mit aktueller Pascal-Prozessorarchitektur. Günstiger sind nur GTX-1050-Varianten ohne das Kürzel „Ti“. Erstmals mischt das Unternehmen damit in der Budget-Klasse mit. Mangels Muster konnten wir uns die kleinste Variante jedoch nicht genauer anschauen.

Die AMD-Karten benötigen einen zusätzlichen PCIe-Stromstecker, allerdings ist ihr Stromhunger noch so gering, dass ein PC-Netzteil mit 300 Watt für den Betrieb locker ausreicht. Die Grafikchips aller drei Modelle sind von Haus aus übertaktet, was sie gegenüber dem Referenzdesign etwas, allerdings auch nicht übermäßig schneller macht. Gegen die zusätzliche Wärmeentwicklung sind sie mit entsprechend leistungsfähigen Kühlsystemen ausgestattet. Das bedeutet aber nicht, dass sie im Betrieb deshalb besonders laut sind. Beim Surfen und Arbeiten unter Windows sind sie sogar komplett geräuschlos, denn ihre Lüfter drehen sich erst ab einer bestimmten Leistung (Zero-Fan-Technologie). Doch selbst bei Volllast fiel keines der Modelle in unseren Tests durch übermäßige Geräuschentwicklung auf.

Die Anschlüsse

Radeon RX 470: Anschlüsse

© Heiko Bauer

Die Radeon RX 470 bietet an Anschlüssen: DVI, HDMI und 3x DisplayPort.

Bezüglich der Anschlussmöglichkeiten für Monitore und Fernsehgeräte haben Sie bei den vorgestellten Grafikkarten größte Freiheit. Sie besitzen die aktuellen Videoschnittstellen HDMI 2.0b, Displayport 1.4 und Dual-Link-DVI. Die HIS Radeon RX 470 hat sogar drei Displayport-Anschlüsse. Damit könnten Sie theoretisch drei 8K-Bildschirme gleichzeitig mit 60 Hz betreiben. 4K-Ultra-HD wird auch von der HDMI-Schnittstelle unterstützt, sodass bis zu dieser Auflösung bei allen drei Karten ein Dual-Monitor-Betrieb möglich ist. Eine Ausnahme bilden Displays mit adaptiver Synchronisierung (Nvidia G-Sync, AMD FreeSync, s. weiter unten), welche auf jeden Fall Displayport benötigen.

Die Grafik-Programmierschnittstelle

Die Grafik-API (Application Programming Interface) ist das Bindeglied zwischen der Hardware des Computers und der Software, beispielsweise einem Spiel. Auf Windows-PCs kommt meist Microsofts DirectX zum Einsatz. Unsere drei Karten unterstützen die neueste Version 12. Daneben gibt es noch das quelloffene Vulkan, das von den drei Modellen ebenfalls unterstützt wird. Damit sind sie in jedem Fall für alle gängigen Anwendungen gerüstet.

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