Für Gelegenheitsspieler

Grafikkarte kaufen: Nvidia oder AMD?

Geforce GTX 1060, 1070 oder Radeon RX 480?

© Ingo Bartussek - Fotolia.com

Beim PC-Zusammenbau kommt man irgendwann zur Grafikkarte. Doch welche soll es sein – eine von Nvidia oder AMD?

Regelmäßig stellt sich beim Kauf einer neuen Grafikkarte die Frage, ob Nvidia oder AMD zu bevorzugen ist. Bislang gilt die "Regel", dass Nvidia-Karten bei gleicher Leistung sparsamer, aber auch teurer sind. Wirklich bemerkbar machen sich die Unterschiede im Stromhunger allerdings nur bei intensiver Nutzung im oberen Leistungsbereich, und selbst dann hält es sich meist in Grenzen. Wenn Sie sich nur hin und wieder ein Spielchen gönnen, dürfen Sie dieses Kriterium ruhig vernachlässigen.

Es kann jedoch weitere Gründe geben, sich auf eine der beiden Marken festzulegen. Ein wichtiger Aspekt ist die Nutzung spezieller Monitore, welche die adaptive Synchronisierung unterstützen. Dabei handelt es sich um eine Technik, die die Bildwiedergabe auf dem Display mit der Bildausgabe der Grafikkarte synchronisiert. Normalerweise wird das Monitorbild in einem gleichmäßigen Takt (meist 60 Mal pro Sekunde) neu aufgebaut. Grafikkarten liefern dagegen weder ständig die gleiche Taktrate noch immer gleiche Abstände zwischen den Einzelbildern, da jedes Bild einzeln berechnet werden muss. Ist deren Anzahl höher als die Bildwiederholrate des Monitors, kann es passieren, dass zwei (Halb-)Bilder gleichzeitig ausgegeben werden, was zum sogenannten „Screen Tearing“, einem „Zerreißen“ des Bildes und der Entstehung von Artefakten führt. Verhindert wird dies üblicherweise durch das Einschalten von Vsync, wodurch der Grafikprozessor gezwungen wird, mit der Ausgabe eines Bildes zu warten, bis ein neuer Bildwiederholungszyklus beginnt. Dabei kommt es allerdings wiederum zu Rucklern, wenn die Framerate der Grafikkarte geringer als die Bildwiederholfrequenz des Monitors ist und zeitweise über mehrere Takte dasselbe Bild zu sehen ist. Außerdem stimmen die Eingabebefehle von Tastatur und Maus dann nicht immer mit der Anzeige überein. Bei schnellen Spielen kann das zu spürbaren Verzögerungen führen.

Teure Gleichschaltung

Bei der adaptiven Synchronisierung werden diese negativen Effekte dadurch verhindert, dass sich die Bildausgabe eines speziellen Monitors exakt an den Bildausgabetakt der Grafikkarte anpasst, was bedeutet, dass jedes Bild genau dann erscheint, wenn es entstanden ist. Bei Nvidia heißt diese Technik G-Sync. Sie erfordert ein besonderes Modul im Monitor und dessen Hersteller muss eine Lizenzgebühr zahlen, was natürlich den Preis nach oben treibt. Bei AMDs Freesync handelt es sich dagegen um eine lizenzfreie Software-Lösung, die günstigere Bildschirme ermöglicht.

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Nvidia bietet mit 3D Vision außerdem spezielle Hardware für das Spielen in 3D. Sollten Sie diese besitzen, können Sie sie nicht mit einer AMD-Karte verwenden. Ebenfalls nur mit Nvidia-Karten zu nutzen sind die Gameworks-Effekte. Dabei handelt es sich um eine Sammlung vorgefertigter Software-Bausteine und Tools, die das Unternehmen Entwicklern zur Verfügung stellt. Sie beinhalten beispielsweise PhysX zur Beschleunigung von Physik-Effekten und OptiX, das spezielle Beleuchtungseffekte ermöglicht. Gameworks bietet schicke Grafik, kostet allerdings ordentlich Performance. In der von uns beleuchteten Preiskategorie sollte es keine Rolle spielen, da Sie dafür schon die Leistungsklasse der Radeon RX 470 4GB benötigen. Um diese durch ein Nvidia-Modell zu ersetzen, müssten Sie mindestens zur noch etwas besseren, dafür aber deutlich teureren GTX 1060 mit 6 GB Speicher greifen. 

Sollten Sie noch keine spezielle Hardware besitzen oder deren Anschaffung planen und keine der Technologien grundsätzlich favorisieren, können Sie sich ganz danach richten, was Sie mit Ihrer neuen Grafikkarte machen wollen und welche Leistung Sie dafür benötigen. Dabei gilt es auch zu berücksichtigen, welche Art von Spielen Sie bevorzugen. Für Simulationen wie Civilization und weniger actionreiche Games wie Minecraft reicht meist schon eine Bildwiederholrate von 30 Fps (Frames per Second) für eine flüssige Darstellung. Bei schnellen Shootern und Rennspielen genügt dies in der Regel nicht, da sich bei ihnen laufend die gesamte Umgebung ändert. Dort sollten Sie durchgängige 50, besser 60 Fps anstreben. Dementsprechend unterschiedlich muss die Grafikkartenleistung sein. Ein abschließender kurzer Leistungsvergleich erleichtert die Einordnung unserer drei vorgestellten Modelle.

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