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Verwaltung GPT und MBR im Vergleich

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GPT und MBR im Vergleich

Wer es ganz genau wissen will, kann die Details in der EFI-Spezifikation in Kapitel 16 nachlesen (www.intel.com/technology/efi/). Obwohl GPT Teil des EFI-Standards ist, lässt sich die neue Partitionsverwaltung auch ohne EFI einsetzen. Lediglich die Festplatte, auf der das bootfähige Windows gespeichert ist, darf kein GPT nutzen – denn Windows kann sonst nicht booten.

Im praktischen Betrieb merkt man nichts von GPT, schließlich bleiben Windows und die Dateisysteme in den Partitionen gleich. Warum soll man sich dann auf das Experiment GTP einlassen? Es gibt gute Gründe, siehe Tabelle unten.

MBR GPT
Primäre Partitionen 4 unbegrenzt (Windows: 128)
Maximale Partitionsgröße 2 TByte 18 ExaByte
Maximale Festplattengröße 2 TByte 18 ExaByte
Standard Ungeschriebene Regeln Exakt definiert durch EFI
Sicherheit Ein Datensektor ohne Prüfsumme Datensektoren mit Prüfsumme und Backup-Sektoren
Version Nicht vorhanden Versionsnummer in GPT abgelegt
Partitionsbezeichnung Nicht vorhanden (je nach Dateisystem innerhalb Partition abgelegt) Eindeutige GUID und 36 Zeichen langer Partitionsname

Datenträger verwalten

Unter Windows Vista zeigt das Eigenschaftenfenster
in der Datenträgerverwaltung, mit welchem
Partitionsstil eine Platte eingerichtet ist.
Unter Windows Vista zeigt das Eigenschaftenfenster in der Datenträgerverwaltung, mit welchem Partitionsstil eine Platte eingerichtet ist.

Windows unterstützt seit Vista in allen Varianten GPT-partitionierte Festplatten. Dies allerdings nur für Datenpartitionen: Wer von einer GPT-Festplatte booten will, muss EFI im PC haben – und das gibt es in der Praxis kaum, lediglich Intel und MSI bietet einige Mainboards an.

Um eine GPT-formatierte Festplatte zu erzeugen, braucht man Windows Server 2008 oder Windows 7. Suchen Sie im Startmenü nach der Computerverwaltung und markieren Sie darin die Datenträgerverwaltung. Im oberen Fensterbereich sind die Laufwerke angeführt, die aktuell mit einem Laufwerksbuchstaben im Explorer verfügbar sind.

Im unteren Bereich sehen Sie die einzelnen Festplatten, CD/DVD-Laufwerke und USBSticks. Als Datenträger beginnend mit 0 sind die Festplatten (intern und USB) sowie USB-Sticks aufgeführt. Auf den ersten Blick ist nicht zu erkennen, ob eine Festplatte mit MBR oder GPT eingerichtet ist.

Klicken Sie dazu das Feld Datenträger x mit der rechten Maustaste an und wählen Sie Eigenschaften im Kontextmenü. In der Dialogbox ist im Register Volumes bei Partitionsstil der Eintrag Master Boot Record (MBR) oder GUID-Partitionstabelle (GPT) aufgeführt. Analog funktioniert das auch bei Windows 7.

Hat ein Datenträger bereits eine GPT, so kann Vista darauf Partitionen anlegen, löschen, verkleinern und vergrößern. Als Anwender merkt man keinen Unterschied zu einem MBR-Datenträger. Lediglich die Tatsache, dass man mehr als vier Partitionen anlegen darf, ohne eine erweiterte Partition und darin logische Laufwerke bemühen zu müssen, ist anders.

Wollen Sie dagegen eine Festplatte mit dem GPT-Format einrichten, hilft nur Windows 7 weiter. Auch hier rufen Sie über das Startmenü die Computerverwaltung und dann die Datenträgerverwaltung auf. Holen Sie sich wieder das Kontextmenü.

Handelt es sich um einen MBR-Datenträger, enthält das Menü den Eintrag Zu GPT-Datenträger konvertieren. Andernfalls finden Sie den Eintrag Zu MBR-Datenträger konvertieren. Beide Menüpunkte sind allerdings nur verfügbar (nicht ausgegraut), wenn keine Partition auf der Platte eingerichtet ist. Sie müssen also vorher sämtliche Dateien in Sicherheit bringen und alle Partitionen löschen.

Fallstricke

Bei Windows 7 ändern Sie den Partitionsstil einer Platte in der Datenträgerverwaltung. Im Bild ist der Menüeintrag ausgegraut, weil Partitionen auf dem gewählten Datenträger vorhanden sind.
Bei Windows 7 ändern Sie den Partitionsstil einer Platte in der Datenträgerverwaltung. Im Bild ist der Menüeintrag ausgegraut, weil Partitionen auf dem gewählten Datenträger vorhanden sind.

Ein Umstieg auf neue Technik ist immer mit Risiken verbunden. Bei GPT bedeutet das konkret, dass ältere Partitionstools nicht mehr funktionieren. Sie verlassen sich meistens blind darauf, dass alle wichtigen Daten im MBR ganz am Anfang zu finden sind. Stehen dort unsinnige oder falsche Werte, startet oft sofort der Reparaturmodus.

Damit dann kein Schaden an der GPT-Struktur entsteht, enthält die GPT einen "Protective MBR". Der entspricht in seinem Aufbau exakt einem alten MBR und ist an derselben Stelle gespeichert. Er definiert genau eine Partition, die die gesamte Festplatte belegt, als unbekannten Partitionstyp (0xEE).

Damit erkennen MBR-Tools und ältere Betriebssysteme nur, dass die Festplatte belegt und kein freier Platz vorhanden ist. Der Anwender muss nun explizit das Löschen oder Ändern diesen unbekannten Partition anfordern. So reduziert sich das Risiko eines Datenverlusts erheblich.

Sobald Festplatten die 2-TByte-Grenze knacken, wird kein Weg mehr an GUID PartitionsTabellen vorbeiführen. Dann dürfte auch 64-Bit-Windows auf neuen PCs Standard sein, so dass auch EFI nichts mehr im Wege steht. Nur ältere Windows-Versionen und 32-Bit-Varianten kann man dann nicht mehr booten – aber dafür gibt es virtuelle Maschinen.

 
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