Ratgeber: "SEO"

Google Penguin richtig nutzen

Welche Faktoren für eine gute Positionierung in den Google-Suchergebnissen relevant sind, ist eine der wichtigsten Fragen im Web. Für manche ist sie sogar existenziell.

Google Penguin richtig nutzen

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Google Penguin richtig nutzen

Der 24. April 2012 war ein aufregender Tag für viele Website-Betreiber weltweit, denn die wichtigen Plätze auf den ersten Google-Rankings wurden neu verteilt. Damit war klar, dass der Algorithmus aktualisiert wird und bisher bewährte Strukturen neu überdacht werden müssen.

Das Penguin-Update des Google-Algorithmus ist zwar nicht das erste große Update seit der Abschaffung des legendären monatlichen "Google Dance", der seit 2003 durch kontinuierliche Updates getauscht wurde - aber trotzdem gab es unmittelbar danach einen Aufruhr in den öffentlichen Diskussionen der SEO-Szene und ihren Blogs und Foren.

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Unter www.seomoz.org/google-algorithm-change finden Sie eine Aufstellung von Google-Updates und deren Auswirkungen.

Besonders betroffen sind die beiden Gegenpole Black Hat SEO - die schwarzen Schafe mit oft erstaunlich guten Erfolgen - und in positiver Hinsicht White Hat SEO, die sich an einer regelkonformen Optimierung ausrichten, ebenso erfolgreich sein können, und dies offensichtlich auch wesentlich nachhaltiger, wie Penguin zeigt.

Negativ für überoptimierte Seiten

Der höchst geheime Such- und Finde-Algorithmus von Google wird zwar pausenlos weiter verfeinert und bietet daher immer Raum für Spekulationen, Verzweiflung und Analysen. Nur selten schüttelt jedoch ein großes Update wirklich alle Ergebnisse so gründlich durch. Diesmal hagelte es Nackenschläge für überoptimierte Seiten, und das sind viele.

Dramatisch sind diese Einschnitte für alle, die von großen Keywords leben, denn hier können schon kleine Verschiebungen auf der Startseite der Suchergebnisse gewaltige Unterschiede bewirken: Bei heiß umkämpften Suchbegriffen kann es einen Verlust buchstäblich Zehntausender Besucher am Tag bedeuten, wenn man auch nur ein oder zwei Plätze nach unten abrutscht.

Überoptimierte Seiten sanken diesmal allerdings teilweise um Hunderte von Seiten und nicht nur um einige Plätze und manche große Portale hatten schon wenige Stunden später bis zu neunzig Prozent weniger Besucher zu verzeichnen. Kein Wunder also, dass es am Tag darauf online später viele voneinander abweichende Meinungen zu den Gründen zu lesen gab.

An der Qualitätsschraube drehen

Im offiziellen Google-Webmasterblog steht zum Penguin-Update ebenfalls eine Stellungnahme, hier wird, wie schon so oft, nachdrücklich auf die Qualitäts-Guidelines verwiesen.

Matt Cutts schreibt zum großen Update im April, dass gute Suchmaschinenoptimierung darin bestehen sollte, Sites durchsuchbar und Inhalte optimal zugänglich zu machen, angefangen von der einfachen Keyword-Recherche als Ausgangspunkt, um verständliche Sprache zu nutzen bis hin zu intelligenter Vermarktung.

Die Algorithmusanpassungen sollen, grob zusammengefasst, immer dafür sorgen, dass Websites vorrangig für Benutzer und nicht für Suchmaschinen gebaut werden.

Auch diesmal sei das Ziel das Aus- sortieren von "Webspam", von "Keyword Stuffing" und künstlich aufgebauschten Linkstrukturen, von sinnlosen Fülltexten und anderen ungünstigen Tricks gewesen.

Am liebsten, so schreibt Matt Cuffs sinngemäß, wäre es Google sogar, niemand würde sich mit SEO beschäftigen und alle würden einfach nur Inhalte hoher Qualität bereitstellen.

Darüber kann jeder, der sich mit der Entwicklung von Websites beschäftigt, allerdings nur müde lächeln: Suchmaschinenoptimierung beginnt bereits bei der Wahl des passenden CMS mit der Möglichkeit, suchmaschinenfreundliche URLs, Keywords und Social Media Features bereitzustellen.

Wer Inhalte für User bereitstellt, kann sich vom Optimierungsgedanken ab Konzept also nicht mehr freimachen - und wer auf gute Auffindbarkeit angewiesen ist, wird diese Empfehlung ignorieren und stattdessen lieber erlernen, was Google unter "Qualität" versteht: notfalls eben immer wieder neu.

Auswirkungen noch immer spürbar

Auch Wochen nach dem Penguin-Update rollen immer noch die Auswirkungen durch die Rankings und auch langjährig etablierte Seiten gehören zu den Verlierern. Wenn auch Ihre Website bei wichtigen Keywords abgesackt ist, empfehlen wir zunächst die Überprüfung der allgemeinen Link-Strategie: Wichtiger als je zuvor ist eine Verlinkungsstruktur, die natürlich gewachsen wirkt oder ist.

Anchor Text Links

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Überoptimierung vermeiden: 16 Tipps vom SEO-Strategen finde Sie unter www.janik.cc/webdesigner-blog/2012/04/seo-uberoptimierte-webseiten-vermeiden/.

Bisher setzten viele Optimierer auf die Strategie, das Lieblings-Keyword möglichst häufig und möglichst immer mit der zu optimierenden URL zu verlinken, wenn Backlinks aufgebaut wurden. Langfristig aber erzeugt eine Ansammlung von Anchor Text Links eine Verlinkungsstruktur, die unnatürlich wirkt - denn normalerweise schreiben User ja nicht immer das Keyword in den Link, sondern sie schreiben "Guck mal in diesem Fashionblog" (Link) oder einfach nur "Hier (Link) habe ich gelesen, dass ...".

Solche natürlich gewachsenen Links von unterschiedlicher Qualität enthalten mal die eine Variante vom Keyword, mal ein anderes Konstrukt. Wenn auf ein Projekt ausschließlich quietschsauber optimierte Anchor Text Links zeigen, sieht es für den Google-Algorithmus also künstlich aus und wirkt sich damit seit dem Penguin-Update besonders ungünstig aus.

Backlink-Strukturen

Besonders gekaufte Links lassen sich so relativ einfach nachvollziehen, zumal diese ja oft gleich im Bündel erworben werden und dann zum gleichen Keyword linken. Sie sind sich keiner Schuld bewusst? Vielleicht sind Sie auch zum Comment-Spammer wider Willen geworden, wenn Sie beim Abgeben von Feedback immer die gleiche Keyword-URL mit immer dem gleichen Text verlinkt haben.

Duplicate Content

Sie haben regelmäßig Pressemitteilungen geschrieben und nicht nur in die zahlreichen Presseportale online eingestellt, sondern auch auf Ihrer Website archiviert? Dann haben Sie sich vielleicht selbst abgewertet, indem Sie Inhalte gedoppelt haben, die von Websites mit höherem Ranking auch verwendet werden.

Sorgen Sie per .htaccess-Befehl dafür, dass Ihre Pressemeldungen nicht mehr im Google-Index landen, sondern nur noch für Leser der Website bereitstehen, oder machen Sie gleich Nägel mit Köpfen und einzigartige neue Texte aus Ihren Infos.

Change the running system

Viele Jahre galt: Was lange währt, wird immer gut. Ältere Websites klebten im Ranking weit oben und ihre Betreiber konnten selbstsicher darauf verweisen, zu denen mit großen, alten Sites zu gehören. Langfristigkeit ist immer noch ein Bonus, doch veraltete Technik, vernachlässigte Strukturen und nicht vorhandene Optimierung rächen sich nun allmählich und das wird sich in Zukunft noch verstärken.

Jetzt ist der Moment gekommen, statische Strukturen gegen dynamische zu tauschen, Editoren gegen Redaktionssysteme und den Talk im eigenen Forum gegen Beteiligung auf Facebook und Co. Denn auch das wird immer mehr zum Faktor: Wie eine Site in den sozialen Netzen vertreten ist.

Nach dem Update ist vor dem Update

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Mit einem Tweet oder Facebook-Share können Sie bezahlen und das 30-seitige Whitepaper zu Google-Ranking-Faktoren laden.

Es wird immer und für jeden Site-Betreiber eine Herausforderung bleiben, die Feinheiten des geheim gehaltenen Google-Algorithmus zu ergründen. Doch manche haben eine größere Kristallkugel als andere und teilen ihre Erkenntnisse großzügig mit dem restlichen Web: Searchmetrics als Anbieter von Search Analytics Software aggregiert monatlich Milliarden von Daten wie 10.000 ausgewählten Top-Keywords, 300.000 Websites und Millionen von Links, Shares und Tweets und geht dabei genau dieser Frage nach: Welche Faktoren sind relevant für eine gute Positionierung in den Google-Suchergebnissen?

Unter searchmetrics.com können Sie gegen einen Tweet oder eine Facebook-Meldung das 30-seitige Whitepaper der Ranking-Faktoren 2012 von Searchmetrics erstehen, das allerdings kurz vor dem Penguin-Update entstand. Kommentare und Ergänzungen finden sich im Begleitblog .

Qualität ist zeitlos

Wie sich das Penguin-Update tatsächlich auswirkt, wird sich in vielen Details erst in den nächsten Monaten zeigen, doch bereits die Aufregung der ersten Tage zeigte, dass beträchtliche Verschiebungen stattgefunden hatten.

Viele Unternehmer, die ihre Umsätze als Anbieter von Dienstleistungen der SEO-Branche oder über die Auffindbarkeit in Suchmaschinen generieren, müssen ihre Strategien komplett überarbeiten, sich dabei auf die verfügbaren Informationen stützen und hoffen, dass diese ausreichen - denn die Einzelheiten des Google-Algorithmus sind und bleiben geheim.

Fest stehen nur zwei Dinge: Qualität der Technik und Inhalte kommt nie aus der Mode, hier sind inzwischen die Feinheiten wichtiger als je zuvor, wobei mit Schnellschüssen nichts zu holen ist, alles braucht eben seine Zeit. Und: Das nächste große Google-Update kommt bestimmt, und dann geht alles von vorne los. SEO wird ständig komplexer und erfordert immer noch mehr Fachwissen und Fingerspitzengefühl.

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