Was weiß Google über Sie?

Google-Konten, Social Networks

Scroogle benutzt nämlich einen eigenen Server, und bei der Suche in Google wird nur die IP-Adresse des Scroogle-Servers übermittelt. Es kann also kein spezifischer User zugeordnet werden. Und damit kann Google keine Suchanfragen von Ihnen ermitteln. Nach eigenen Angaben von Scroogle werden keine Suchprotokolle gespeichert. Die Zugriffsstatistiken werden nach 48 Stunden gelöscht. Sie finden die Scroogle-Suche unter der Adresse www.scroogle.org. Wählen Sie auf der Startseite den Eintrag "Select from 28 languages", und klicken Sie auf "German"; schon können Sie wie gewohnt Ihre Suchanfrage eintippen.

Gefahr bei Google-Konten

Wer sich ein Google Konto einrichtet, bekommt ein paar Features angeboten, dessen Vorteile Sie gegen die Nachteile abwägen sollten. Zu den Vorteilen zählt, dass Sie per Webprotokoll alle bisher besuchten Seiten wieder aufrufen können; Ihnen gehen keine Seiten verloren. Sie erhalten durch die personalisierten Suchergebnisse unter Umständen bald bessere Suchergebnisse. Außerdem können Sie feststellen, wann und zu welcher Uhrzeit Sie bestimmte Websites aufgerufen haben. Hieraus lassen sich Trends Ihres Surfverhaltens feststellen.

Aber eben nicht nur von Ihnen: Die Daten werden bei Google gesammelt und können jederzeit ausgewertet werden. Es werden nicht nur persönliche Suchanfragen gespeichert, sondern auch die Ergebnisse, die Sie ausgewählt haben. Wenn Sie auf ein Google Konto nicht verzichten können oder wollen, sollten Sie zumindest Googles "personalisiertes Suchprotokoll" abklemmen. Melden Sie sich in Ihrem Google Konto an, klicken Sie auf "Mein Konto" und im Bereich "Meine Produkte" auf "Bearbeiten". Jetzt können Sie sowohl das Webprotokoll als auch Ihr Google-Konto löschen.

Vorsicht bei Google-E-Mail

Der neuste Datensaugerstreich verbirgt sich hinter dem Begriff "Buzz". Google möchte mit diesem Produkt Facebook, Twitter und Xing Konkurrenz machen. Der Service "Google Buzz" erlaubt dem Nutzer, kurze Meldungen samt Fotos, Videos und Links zu veröffentlichen. Dieser Dienst wurde mehr als 175 Millionen Menschen angeboten, die das Mailprogramm "Gmail" nutzen.

Google Buzz

© Archiv

Mit Buzz versucht Google auch unterwegs Daten über seine Nutzer zu sammeln.

Soziale Netzwerke sind von Hause aus kritische Produkte, was die Datensicherheit betrifft, aber Buzz setzt dem Ganzen noch die Krone auf: Ihre Daten werden wie bei keinem anderen Dienst derart erbarmungslos ausgespäht und gespeichert.

Es wird alles mitgeschnitten, was über Ihr Privatleben und Ihre E-Mail-Partner zu erfahren ist. Des Weiteren werden nach Möglichkeit Handydaten mitgeschnitten, so dass etwa in "Google-Maps" zu sehen ist, wo Sie sich gerade bemerkbar gemacht haben. Wer braucht da noch viel, um ein Bewegungsprofil zu erstellen? Besonders beliebt für den neuen Dienst sind Smartphones. Über diese Informationen lässt sich sehr schnell eine Datenbank erstellen. Das Gemeine: Diese Daten sind für jeden sichtbar. Wenn Sie sich für den Buzz-Dienst entscheiden, kann unter Umständen jeder feststellen, wo Sie sich zu welchem Zeitpunkt gerade aufhalten. Und das sind "lediglich" die Daten, die öffentlich abrufbar sind. Wer weiß, was ohne Ihr Wissen noch alles gespeichert wird.

Das Ziel von Buzz ist, dass Sie möglichst viel von sich preisgeben. Google versucht nach massiver Kritik an diesem Dienst, die Sicherheitseinstellungen zu verbessern. Dann kann zwar nicht mehr jeder alle Daten und Kontakte erspähen, der Konzern selber natürlich schon. Selbst Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) greift den Internet-Giganten an. Dieser gehe mit der Privatsphäre seiner Nutzer respektlos um. "Google verwaltet weltweit Millionen persönlicher Kontakte", sagte Aigner. "Daraus ergibt sich die besondere Verpflichtung gegenüber dem Verbraucher, vor Freischaltung eines neuen Angebots den Schutz privater Daten zu gewährleisten. Es erschreckt mich schon, wenn ein Unternehmen nicht einmal Respekt vor privaten Daten seiner Kunden und unbeteiligter Dritter hat" sagte Aigner zu FOCUS.

Wie Sie Ihr Surfverhalten vor Google schützen und interessenbasierte Werbung ausschalten, verraten Ihnen die Tipps auf der dritten Seite.

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