Suche auf dem Desktop

Google für zu Hause

Es googelt sich besser: Denn nun gibt es die bewährte Suchtechnik auch für die Suche im eigenen Rechner. Aber auch Suchtools anderer Hersteller erleichtern die alltägliche Suche erheblich.

Google für zu Hause

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Es googelt sich besser: Denn die bewährte Suchtechnik gibt es auch für die Suche im eigenen Rechner. Aber auch Suchtools anderer Hersteller erleichtern die alltägliche Suche erheblich.

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Wo finde ich die Mailadresse des Grafikers? In welchem Dokument legte ich vor fünf Jahren eine Beschreibung der gesperrten Outlook-Anhänge ab? Auf welcher Webseite hatte ich die Erklärung der VoIP-Standards gelesen? Und wem habe ich letztens Infos über Boot-Sektoren geschickt? Antworten auf diese und ähnliche Fragen finden sich auf meinem PC. Schade, dass ich dort nicht mit Google suchen kann.

Stopp. Denn auch das kann ich. Denn Google hat sein Angebot erweitert und Google Desktop Search veröffentlicht.

Das neue Tool ist Google im Web von der Bedienung her verblüffend ähnlich. Der Anwender findet alle Funktionen auf einer Webseite im Browser. Diese Suchseite liegt freilich nicht im Web, sondern gehört zum Google-Tool auf dem Rechner des Anwenders. Eine Internet- Verbindung ist für die lokale Suche nicht nötig. Der Suchende klickt auf das Google-Logo in der Taskleiste und der Standard-Browser öffnet sich. Dann trägt er seine Suchbegriffe in ein HTML-Formular ein, das Web-Google stark ähnelt: Über der Eingabezeile steht groß in bunten Lettern "Google" und es finden sich zwei Suchbuttons: "Search Desktop" und "Search the Web".

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Durchmischte Suche: Anwender von Desktop- Google finden auch bei einer Websuche mit Google lokale Ergebnisse.

Die Ergebnisse der Suche erscheinen ebenfalls im Standardbrowser. Der Suchende sortiert sie nach Datum oder Relevanz. Zu jedem Treffer gibt es einen Link: cached. Dort ruft der Suchende den Text eines Dokuments aus dem lokalen Google-Cache, auch wenn das zugehörige Dokument bereits gelöscht wurde. Das ist in vielen Fällen zwar praktisch, oft aber sicher auch unerwünscht. Denn wenn man Daten löscht, will man sie vielleicht auch vernichtet haben. Desktop-Google bietet dementsprechend eine Funktion, um angezeigte Daten ("remove items") nachträglich aus dem Cache zu entfernen.

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Für alle Fälle: Umfassend und ausführlich ist das Suchtool von Copernic, dabei übersichtlich und einfach zu bedienen.

So warnte selbst das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik vor dem Suchtool. Denn jeder, der am PC sitzt, kann die Daten abrufen, die Google im Index gespeichert hat. Einen Passwortschutz gibt es nicht. Wenn Sie also vertrauliche Daten bearbeiten, sollten Sie darauf achten, dass diese gar nicht erst in den Google-Speicher gelangen. Dazu schalten Sie den Indexer ab, indem Sie mit der rechten Maustaste auf das Logo klicken und dann auf "Pause Indexing".

Die Trefferliste unterscheidet die Dokumentenart. Das heißt, vor jedem Treffer steht ein kleines Logo, das auf das zugehörige Programm hinweist. Klickt der Anwender darauf, öffnet sich dieses Programm mit dem gewünschten Dokument. Anders bei E-Mails - diese verwaltet Google selbst. Wenn der Anwender eine Mail öffnet, so erscheint sie im Google-Look im Browser. Mit einem Klick öffnet sie der Anwender in Outlook, beantwortet sie oder leitet sie weiter.

Desktop-Google ist mit Web-Google verknüpft. Wenn der Anwender mit Google.de im Web sucht, findet sich plötzlich ein Hinweis ganz oben auf den Ergebnisseiten: "12 results stored on your computer". Das führt zu regelrechten Aha-Effekten: "Stimmt, ich habe ja mal eine Mail zu diesem Thema bekommen..."

In einer ersten Reaktion fragt man sich, ob Google hier persönliche Daten übermittelt. Das ist jedoch nicht der Fall. Mit dem Paket- Sniffer Ethereal (www.ethereal.com) prüften wir, welche Daten Desktop-Google in die Welt sendet. Dabei zeigte sich, dass die lokalen Suchergebnisse auch erst lokal in die Trefferseite von Web-Google eingebaut werden und nicht in Mountain View, California.

Nach dem Download (unter desktop.google. com) und der Installation des Tools, erstellt es einen Index aller Informationen auf dem PC. Dabei bezieht es Office-Dokumente, Mails aus Outlook/ Outlook Express, Webseiten aus dem IECache und AOL-Chats mit ein. In der Liste fehlen einige wichtige Informations-Ressourcen ? allen voran RTF- und PDF-Dokumente sowie Zip- Archive. Google registriert auch nur die bereits gelesenen Mails. Anhänge indiziert es nicht.

Das Indizieren ist zeitaufwändig, ein Index ist aber die Voraussetzung für schnelle Suchergebnisse. Sobald Google Desktop den Index einmal zusammengetragen hat, muss es ihn nur noch aktuell halten. Dafür arbeitet es ständig im Hintergrund und verzeichnet jede neue Mail und jedes neue Dokument. Auch wenn der Anwender eine Mail in einen anderen Ordner sortiert hat, findet Google sie noch. Nur wenn er die zugehörige PST-Datei verschiebt, verliert Google den roten Faden.

Google nimmt Änderungen auch nur dann wahr, wenn sie mit den richtigen Programmen gemacht wurden. Ein Word-Dokument, das der Anwender mit OpenOffice anlegt oder das er einfach nur auf die Festplatte kopiert, findet sich nicht im Index wieder. Nicht durchsuchbar sind auch Dokumente auf Netzlaufwerken. Ferner gibt es Probleme mit deutschen Umlauten auf Webseiten. Google Desktop erkennt z.B München nicht als München.

Diese Einschränkungen begrenzen den Nutzwert der Desktop-Googles auf den Hausgebrauch. Schon allein, wenn man öfters Daten vom PDA oder von einem USB-Stick auf den PC lädt, ist der Index nicht mehr vollständig. Abgesehen davon ist es ein ebenso simples wie geniales Suchtool.

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