Canton lässt die Boxen knallen

GLE 470

Canton GLE 470-Set

© Archiv

Canton GLE 470-Set

Untermauerten schon unsere Laborwerte den Lohn der Mühen, offenbarten die GLE 470 im Hörtest eine sehr freie, luftige Wiedergabe. Im Gegencheck mit den Vorgängern GLE 407 brachte der "Feinschliff" einen unerwartet klaren Klanggewinn. Bässe tönten erdiger, angeschlagene Kesselpauken wie in der "Todesinsel" von Rachmaninoff (Decca) grollten bedrohlich und doch pieksauber. Eine Sauberkeit, die sich über das gesamte Frequenzspektrum erstreckte. Streicher klangen farbig, Stimmen körperhaft und gelöst von den Boxen.

Tendierten die GLE 407 mit erhöhter Lautstärke zum minimal angestrengten Klang, ließen sich die Neuen hier nicht aus der Reserve locken. Sie spielten offen, unangestrengt und wahrten Strukturen in der Musik. In der 700-Euro-Klasse werden es Mitbewerber schwer haben, den Canton Paroli zu bieten, zumal die Boxen keine großen Ansprüche an Verstärker stellen. Sie harmonieren bereits mit preiswerten Amps bestens.

In Surround sollte der ansteuernde Receiver grundsätzlich nicht zu klein gewählt werden. Das liegt weniger an den GLE-Modellen, deren technische Werte fallen tadellos aus. Viel mehr liegt es daran, dass Movies und Musik mehrkanalig über gute Speaker zu genießen, oft dazu verleitet, lauter zu hören. Klein dimensionierte Receiver stoßen schnell an Grenzen, die man irrtümlich den Boxen anlasten könnte.

Die klanglich konsequenteste Lösung ist es, die Frontboxen im Receiver-Menü auf "large" zu konfigurieren und den Woofer mit dem LFE-Ausgang zu verbinden. Am Sub sollte der Knopf für die Übergangsfrequenz (Crossover) dann auf Rechtsanschlag stehen. So justiert, tritt der Aktivbass nur in Aktion, wenn der LFE-Kanal wirklich Signale bereithält.

Testprofil

CantonGLE 470-Set
www.canton.de
1.810 Euro

Surround-Set

Weitere Details

68 Prozent

Fazit

Testurteil
gut
Preis/Leistung
sehr gut

Basspower jedenfalls ließ das Set mit 5.0-Aufnahmen nicht wirklich missen. Vorbildlich direkt, bis in unterste Register durchgezeichnet, reproduzierten die GLEs Beethovens Diabelli-Variationen, gespielt von Piotr Anderszewski (Virgin). Tempo und Finesse in wildem Wechsel - kein Problem für diese Canton.

Mit actiongeladener Hollywood-Kost a la Star Wars II oder Indiana Jones in 5.1 (Rezension Seite 92) gab es dann kein Halten mehr. Gewaltige Basswogen, leuchtende Hochtonfeuer, dabei unverfärbt und unangestrengt quirlig, das machte riesigen Spaß. Echte Schwächen gab es einfach nicht.

Fazit

Der angekündigte Feinschliff zeitigt nachhaltige Wirkung: Musikalisch anspruchsvolle Naturen kommen ebenso auf ihre Kosten wie überzeugte Cineasten. A propos Kosten: Sowohl die Standboxen sowie das Set stellen einen Klang-Preis-Rekord auf. Wenn das kein Grund zum Feiern ist - vielleicht gleich mit den Nachbarn.

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