BEKÄMPFUNG VON RAUBKOPIEN

Getäuschte Sicherheit

Statt eines Windows-Sicherheitsupdates haben sich Anwender, deren Windows sich regelmäßig mit Microsoft-Servern verbindet, Spyware auf die Platte geholt.

Getäuschte Sicherheit

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Getäuschte Sicherheit

Nach der Installation eines Sicherheits- Updates meldet sich Windows jeden Tag bei einem Microsoft-Server über das Internet. Der Anwender hat diesem Verhalten bei der Installation desWGA-Notification-Tools zwar zugestimmt, aber wer liest schon die seitenlangen, auf Unlesbarkeit getrimmten Lizenzbedingungen eines Sicherheits-Updates? ? ?So geht es nicht?, dachte sich der amerikanische Anwalt Brian Johnson und verklagte Microsoftwegen Installation eines Trojaners. Andere Anwender folgen inzwischen seinem Beispiel.

Tatsache ist, dass Microsoft einer guten Anzahl von Testkunden in den Vereinigten Staaten WGA-Notification als Sicherheits-Update getarnt auf den Rechnern installierte. Von nun an telefonierten diese Tools wie eine Spyware jeden Tag nach Hause. Als das bekannt wurde, erklärte Microsoft, das Tool sei im Beta-Stadium und besitze deshalb einen Abschaltmechanismus. Der fragt täglich beim Server nach, ob er den Betrieb von WGA-Notification einstellen soll. Die Endversion, die seit kurzem weltweit verbreitetwird, hat kein tägliches Auto-Feedback mehr, meldet sich aber immer noch alle 90 Tage bei Microsoft. Oft genug.

Unabhängig von diesem Abschalt-Feedback führt WGA-Notifications eine Gültigkeitsprüfung,Windows Genuine Authentification (WGA), durch. WGA stellt fest, ob das Windows, auf dem es läuft, eine gültige Lizenz besitzt oder eine Raubkopie sein könnte. Dabei überträgt WGA-Notification eine Reihe von Daten an Microsoft, darunter solche, die den Rechner ganz eindeutig identifizieren: In einer Presseerklärung von Microsoft heißt es dazu: "Microsoft nutzt die übertragenen Informationen nicht, um Kunden zu identifizieren oder sie zu kontaktieren. Die Echtheitsprüfung geschieht völlig anonym." Das muss der Anwender glauben, denn die übertragenen Daten lassen es durchaus zu, den Anwender genau wiederzuerkennen und im Extremfall zu identifizieren. Hat das System den WGA-Test nicht bestanden, so erscheint beim Login die Meldung: "Diese Kopie von Windows ist keine Originalversion" und der Anwender wird im Browser auf die Windows-Genuine-Webseite geleitet.

Größere Nachteile hat er vorerst nicht. Er kann sein System weiter verwenden und bekommt laut Microsoft alle sicherheitsrelevanten Updates. Die Firma schränkt ihn nur bei Downloads ein etwa dem IE7 oder dem Windows- Defender. Wer ein vollautomatisches Update eingerichtet hat, bekommt WGA-Notification übrigens nicht auf den Rechner, sondern nur, wer (sinnvollerweise) die Einstellung "Benachrichtigen, aber nicht automatisch downloaden oder installieren" getroffen hat.

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Test nicht bestanden: WGA prüft, ob Windows auch eine gültige Lizenz besitzt. Wenn nicht, bekommt der Anwender diese Meldung.

Der Anwender kann WGA-Notifications über die Systemsteuerung nicht mehr deinstallieren, Meldungen aber unterdrücken. Eine Möglichkeit ist eine händische Deinstallation über die Registry oder mit dem Tool RemoveWGA (www.firewallleaktester.com/removewga.htm).

Eine WGA-Prüfung findet auch beim Windows- Update über dasWeb statt. WGA ist der erste Schritt, mit dem Microsoft versucht, den Anwender von Raubkopien zu ärgern. In der Presseerklärung heißt es: ?Windows Vista erschwert jedoch wesentlich die Nutzung von gefälschter Software. Dieses Ziel will Microsoft auch für bisherige Windows-Versionen erreichen.?

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