Wischen, Winken, Wedeln

Gesteninterpretation

Touchpad und iPhone

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© Oh-moo / GNU Free Documentation License

Wiimote kommuniziert über Bluetooth mit der Console.

Mit der Verbreitung kapazitiver Touchpads in Notebooks konnte die Gesteninterpretation einen weiteren Schritt nach vorn machen. Neuere Touchpads sind in der Lage, zwei oder mehrere Koordinaten gleichzeitig zu erfassen. Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten, den Fingerbewegungen Funktionen zuzuweisen. Beispielsweise können zwei Fingerkuppen, die sich voneinander entfernen, anzeigen, dass eine Webseite oder ein Bild vergrößert werden soll.

Die gleiche Technologie kommt bei kapazitiven Touchscreens zum Einsatz. Das Iphone von Apple war eines der ersten Geräte auf dem Massenmarkt, das mit dieser Technologie ausgestattet wurde.

Bei kapazitiven Touchscreens liegt über dem eigentlichen Schirm eine mit Metall bedampfte Glasscheibe. Diese Schicht erzeugt mittels Elektroden in den Ecken des Bildschirms ein schwaches elektrisches Feld.

Durch Berührung des Displays mit den Fingern oder einem anderen leitenden Gegenstand wird das Feld geerdet. Aus dem Strom, der über den Finger des Benutzers abgeleitet wird, ermittelt der Touchcontroller die Koordinaten des Berührungspunktes.

Käufer des iPad hoffen seit Kurzem auf die Möglichkeit, mit "Multitasking Gesten" die Bedienung ihres Gerätes wieder einfacher zu machen. Apple hatte in einer Vorversion des iOS-Betriebssystems diese Funktion eingebaut. Sie sollte ermöglichen, durch Wischen mit fünf Fingern ganze Applikationen zu wechseln.

In der Endversion von iOS 4.3 war die Funktion wieder verschwunden. "Zu fehleranfällig", lautete die Erklärung von Apple. Der Versuch zeigt aber, dass der Bildschirm des iPad bereits in der Lage ist, mehr als zwei Koordinaten gleichzeitig zu erfassen und zu verarbeiten.

Findige Hacker haben mit Hilfe der Programmierumgebung Xcode die Funktion wieder auf das iPad zurück geholt, Apple wird sie wohl bei einer späteren Version seines Betriebssystems nachreichen.

Bewegungssensoren

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© Dave Pape/CC3 unpor

EyeToy ist eine WebCam für die Playstation 2. Sie bezieht das Bild des Spielers in das Spielgeschehen ein.

Der Raum hingegen bleibt der Maus und ihren Geschwistern bisher verschlossen. Um ihn zu erobern, haben findige Entwickler eine Reihe anderer Technologien erfunden. Besonders auf dem Markt der Spielekonsolen gibt es mehr oder weniger erfolgreiche Versuche, die Bewegungsfähigkeit des Spielers in den Spielverlauf einzubinden.

Sony versucht mit Eyetoy und Sixaxis, den Bewegungsdrang der Spieler zu lenken, Nintendo gibt seiner Wii Wiimote, Nunchuck und das Balance Board mit und neuerdings versucht Microsoft mit Kinect, die Spieler von den Fesseln des Irdischen zu lösen.

Im Sommer des Jahres 2003 überraschte Sony mit der EyeToy Kamera für die PlayStation 2 die gesamte Spielebranche. Mit EyeToy war es Spielern erstmals möglich, wirklich interaktiv in das Spielgeschehen einzugreifen. Man saß nicht mehr stundenlang auf der Couch, sondern war gezwungen, seinen ganzen Körper aktiv einzusetzen.

Eine wesentliche Neuerung bei der PlayStation 3 war 2006 der Sixaxis-Controller. Sein Geheimnis ist einen Beschleunigungssensor, der Bewegungen des Controllers über alle sechs Achsen registriert und als Steuerdaten an die Konsole überträgt.

Nintendo hingegen entwickelt mit Fitness- und Sportsimulationen eine neue Klasse an Spielen und versteht es, damit eine neue Käuferschicht anzulocken. Die Steuerung geschieht über die Wiimote.

Mithilfe einer Sensorleiste, welche unter- oder oberhalb des Fernsehbildschirms aufgestellt wird, und einer Infrarotkamera an der Vorderseite der Wiimote kann die zum Bildschirm relative Position und Lage des Controllers bestimmt werden.

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© Zoidy/ gemeinfrei

Für Konsolen wie die Playstation 3 und die Wii haben als festen Bestandteil Senoren und Steuergeräte, mit denen sich die Software und die Spiele per Bewegung steuern lassen. SIXAXIS Controller der Playstation 3

Zusätzlich enthält der Controller einen Beschleunigungssensor, mit dem Bewegungen und Drehungen des Controllers erfasst und direkt für die Spielsteuerung genutzt werden können. Fitness- und Sportsimulationen erlauben so beispielsweise, durch großzügige Körperbewegungen den Spielverlauf zu steuern.

In Nintendos Wii Motion Plus wurden 2009 erstmals Gyroskope eingesetzt. Zusätzlich entwickelte Nintendo noch das berührungsempfindliche Balance Board, mit dem sich Gewichtsverlagerungen messen lassen.

Nintendos Wii ist derzeit die führende Technologie im Massenmarkt, wenn es um Gestensteuerung im Raum geht. Seine Konkurrenten laufen der Entwicklung bisher noch hinterher. Microsoft hat aber mit Kinect eine Technologie entwickelt, um Wii abzulösen.

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