Ratgeber: "Internet Sicherheit"

Gefälschte Internet-Shops erkennen

Stressfrei und unabhängig von Ladenöffnungszeiten auf Schnäppchenjagd zu gehen, wird immer beliebter. Zum Albtraum wird das Online-Shoppen allerdings, wenn am Ende das Geld weg ist und von der Ware keine Spur. Dabei ist es nicht schwer, faule Shops rechtzeitig zu erkennen.

  1. Gefälschte Internet-Shops erkennen
  2. Falsche Shops Teil 2
Gefälschte Internet-Shops erkennen

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Gefälschte Internet-Shops erkennen

Peter Weiß wollte sich endlich den Traum vom großen Flachbild-Fernseher erfüllen und startete eine Online-Shoppingtour. Und weil sein Wunschgerät, ein Samsung UE55D8090, bei Elektromarkt-Online sage und schreibe 500 Euro günstiger ist als bei anderen Anbietern, bestellte er den 55-Zoll-Fernseher dort. Dass mit dem Klick auf die Bestellbestätigung der Albtraum für ihn beginnen sollte, konnte er nicht ahnen.

Fakt ist aber, dass im milliardenschweren E-Commerce-Markt in Deutschland zahlreiche Abzocker unterwegs sind. Nach einer Erhebung der US-Zeitschrift Internet Retailer konnten die 100 umsatzstärksten Onlineanbieter Europas ihren Umsatz 2011 um 19 Prozent steigern (von 58,4 Milliarden Euro 2010 auf 69,5 Milliarden Euro). Ganz vorne dabei sind Amazon und die Otto-Gruppe. Der deutsche E-Commerce-Markt ist 2011 im Vergleich zum Vorjahr immerhin um 13 Prozent gewachsen (auf 22,7 Milliarden Euro), bestätigt eine Studie der EHI und Statista.

Achtung bei unrealistisch günstigen Preisen

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Die Bestellbestätigung wirkt seriös, doch fehlen Hinweise auf Versandkosten, Storno- und Rückgaberecht sowie eine Telefonnummer.

So wundert es also nicht, dass auch faule Shops online auf Kundenfang gehen. Und deren Masche ist immer ähnlich: Sie locken mit unrealistisch günstigen Produkten die Kunden auf ihre Seiten. Die dort angebotenen Waren sind entweder überhaupt nicht vorhanden - werden also nicht geliefert - oder es handelt sich um gefälschte Markenprodukte. Wer aber mit offenen Augen auf seine Shoppingtouren im Internet aufbricht, kann entspannt einkaufen und profitiert auch noch vom 14-tägigen Rückgaberecht.

So will es nämlich das Fernabgabegesetz: Ohne Angabe von Gründen können Kunden im Internet erworbene Waren innerhalb von 14 Tagen zurückschicken. Von diesem Widerrufsrecht können übrigens auch Kunden von Online-Auktionen Gebrauch machen, wenn sie Waren von gewerblichen Händlern ersteigern - bei Privatkäufen gilt das nicht. Der Gesetzgeber räumt Kunden bei Online-Einkäufen mehr Rechte ein, da die Ware nicht vor dem Kauf geprüft werden kann.

Informieren Sie sich vorher über den Händler

Aber dazu muss die Ware zunächst geliefert werden - und genau das passierte bei Peter Weiß nicht. Der im Voraus bezahlte Fernseher wurde nie geliefert, die Anzeige läuft, die Aussicht, den Kaufpreis von immer hin 2059 Euro zurückerstattet zu bekommen, schwindet. Dabei ist es nicht schwer, schwarze Schafe auszumachen, weil die Gesetzgebung auf Transparenz beim Online-Handel drängt. So sind verschiedene Angaben Pflicht.

So müssen unter anderem der Name des Unternehmens, die Anschrift und die Handelsregisternummer angegeben werden. Wie hoch die Liefer- und Versandkosten sind, muss ebenso ersichtlich sein wie Hinweise zu den Bezahlmöglichkeiten. Darüber hinaus dürfen Informationen über wichtige Aspekte des Kaufvertrags ebenso wenig fehlen, wie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB).

All diese Informationen müssen einfach zugänglich sein. Fehlen Angaben zum Unternehmen, sei es auch nur eine Telefonnummer, ist Vorsicht geboten. Informiert der Online-Händler nicht über Rückgabefristen und -Stornorechte oder sind keine Angaben zu den Versandbedingungen und -gebühren zu finden, ist ein Einkauf nicht zu empfehlen. Wenig vertrauenswürdig sind ferner Internetläden, die nur Zahlung per Vorkasse akzeptieren.

Der Kunde zahlt die Ware, bevor er sie erhalten hat und die Chance, bei fehlerhafter oder nicht erhaltener Ware, den Kaufpreis erstattet zu bekommen, ist gering. Dieses Risiko sollte man nur eingehen, wenn der Online-Händler dem Kunden bekannt ist. Auch die Zahlung per Nachnahme birgt Risiken, da kaum jemand den Inhalt eines Paketes prüft, bevor er dem Zusteller das Geld überreicht. Vorbildlich informiert werden Kunden beispielsweise bei großen Online-Warenhäusern wie Amazon.

Das international agierende Unternehmen bietet seinen Kunden eine Rückgabefrist von 30 Tagen. Mustergültig wird nicht nur der Bestellvorgang auf den Webseiten des Internetkaufhauses beschrieben, sondern auch das Vorgehen bei Reklamationen oder eben bei der Rückgabe. Aber leider halten sich nach Auskunft der Verbraucherzentralen nur 10 -20 Prozent der Online-Shops an die gesetzlichen Bestimmungen.

Das bedeutet, dass nur die wenigsten Webauftritte von Unternehmen juristisch einwandfrei sind. So schreibt der Gesetzgeber unter anderem vor, dass der Kunde auch über Widerrufsmöglichkeiten schriftlich informiert werden muss. Verschickt der Online-Händler weder per Post noch per E-Mail eine Widerrufsbelehrung, hat der Kunde eine unbefristete Rückgabefrist.

Prüfen Sie die angegebenen Informationen

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Die Webseite wirkt professionell, doch beim genaueren Hinsehen fehlen wichtige Infos zum Beispiel die Handelsregisternummer.

Wer vor dem Einkauf im Internet den Online-Shop genau prüft, verringert die Gefahr, auf einen faulen Shop hereinzufallen. Und beim genaueren Hinsehen, hat Peter Weiß jede Menge Warnhinweise ignoriert. Während die Webseite des Online-Elektrohändlers sehr professionell wirkt, fällt beim Blick ins Impressum auf, dass zwar eine Anschrift angegeben ist, dafür fehlt die Handelsregisternummer.

Der Preis für den gewünschten Fernseher liegt weit unter dem Marktpreis, was auch stutzig machen sollte. Verdächtig ist auch die Bestellbestätigung: Es fehlen jegliche Hinweise zur Auftragsstornierung und zum Rückgaberecht. Eine Telefonnummer für Rückfragen wird auch nicht angegeben. Einzige Möglichkeit, mit dem Online-Händler in Kontakt zu treten ist die E-Mail-Adresse.

Und als einzige Zahlungsmöglichkeit bietet der Shop Vorkasse an. Angaben zum Konto werden keine gemacht. Erst nach einer weiteren E-Mail, wird eine Kontonummer in Spanien genannt. Die Ware soll laut dieser Mail innerhalb von 2 bis 4 Tagen nach Zahlungseingang beim Kunden eintrudeln - und in diesem kurzen Satz finden sich Rechtschreibfehler.

Peter Weiß zahlt den Kaufpreis auf das angegebene Konto ein und wartet seit Ende Februar nun schon auf seinen Fernseher.

Zwar ist nicht jeder Shop, der nachlässig mit der Informationspflicht umgeht, gleich unseriös. Sicherer ist der Einkauf aber in Läden, die nichts zu verbergen haben und ihrer Informationspflicht nachkommen.

Vorsicht ist bei solchen Online-Schnäppchen geboten, bei denen die Ware weit unter den marktüblichen Preisen gehandelt wird. Nicht selten handelt es sich dabei um gefälschte Markenware. Häufig will der Händler damit auch einfach nur Kunden anlocken. Es kommt aber auch durchaus vor, dass die supergünstige Ware nicht geliefert wird oder beschädigt ist.

Was unseriöse Händler auch gerne verschleiern, sind die Preise für den Versand der Ware. Statt der üblichen Versandkosten, berechnen faule Shops gern hohe Gebühren, die durch nichts gerechtfertigt sind. Aber: Macht der Händler keine Angaben zu Porto- und Versandkosten, trägt er diese Kosten selbst!

Wichtig ist auch zu wissen, dass die Verkaufspreise bei Online-Shops als Bruttopreise ausgezeichnet werden müssen. Zusätzliche Kosten und die Mehrwertsteuer sollten im Verkaufspreis enthalten sein. Das gilt jedoch nicht für Shoppingtouren im Ausland. Wer in Nicht-EU-Staaten online einkaufen geht, muss damit rechnen, dass Steuern, Zoll und höhere Versandkosten hinzukommen. Auch einen Hinweis auf die Lieferzeit sollte der Händler auf seinen Webseiten unterbringen.

Verzögert sich die Lieferung, kann der Kunde jederzeit vom Kauf zurücktreten. Problematisch wird der Online-Einkauf, wenn gekaufte Ware unterwegs verloren geht. Trifft die Ware nicht beim Kunden ein, muss er auch nicht dafür bezahlen. Hat er jedoch Vorkasse geleistet, ist es in der Regel schwierig, das Geld zurückzufordern.

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