Zoombare Webgrafik

Ganz nah ran mit Silverlight 4

Silverlight soll Microsoft unabhängig von Flash machen. Die Version 4 ist nun erwachsen und glänzt vor allem mit ihrer Entwicklungsumgebung.

internet, webdesign, software, grafik, silverlight 4

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Bei Web-Software war Microsoft schon häufiger spät dran: Der Internet Explorer erschien Jahre nach der Konkurrenz und war im Grunde erst mit Version 6.0 praktisch nutzbar. Auf der Gegenseite hat der Web-Server Internet Information Services (kurz IIS) den Rückstand bei den Marktanteilen gegenüber dem Apache-Webserver noch lange nicht aufgeholt. Und auch die Webtechnologie ASP (.NET) ist im Vergleich mit PHP nicht wirklich verbreitet.So scheint es in den Ablauf der Geschichte zu passen, dass Microsoft auch beim Thema Browser-Plugins etwas später dran ist. Zur Erinnerung: Browser beherrschen nur eine eingeschränkte Menge an Technologien - unter anderem HTML, CSS und Javascript. Wem das nicht genügt, der muss Multimedia-Plugins einsetzen, integrierte Erweiterungen für den Browser, die spezielle Inhalte darstellen.Dazu gehören auch die Browser-Erweiterungen verschiedener Medienplayer wie Quicktime oder Windows Media Player. Unangefochtener Marktführer bei den Browser-Plugins ist Flash von Adobe, je nach Quelle und Messmethode mit einer Verbreitung von bis zu 99 Prozent (mehr Informationen hierzu im Kasten "Marktanteile von Plugins").Flash kann unter anderem Audio- und Videodaten wiedergeben, hübsche Oberflächen erzeugen und dank integriertem Interpreter auch Befehle in einer Programmiersprache ausführen. In eine ähnliche Kerbe schlägt Microsoft mit Silverlight (www.silverlight.net ) - die Funktionalitäten und auch die strategische Ausrichtung sind ähnlich zu Flash, in Hinblick auf die Tools im Hintergrund und der Entwicklerzielgruppe gibt es allerdings durchaus Unterschiede.

Langer Anlauf

Ein kurzer Sprung zurück in der Zeit: Im Jahre 2006 wurde Silverlight von Microsoft erstmals offiziell angekündigt, damals noch unter dem Codenamen WPF/E - das steht für Windows Presentation Foundation Everywhere. Windows Presentation Foundation wiederum ist das Grafik-Subsystem neuerer Windows-Versionen und stellt möglicherweise einmal die Grundlage herkömmlicher Windows-Desktop-Anwendungen dar.Der mittelfristige Plan liegt somit auf der Hand: Desktop- und Webanwendungen sollen auf Basis derselben Technologie entwickelt werden können. Bis dahin sind natürlich noch viele Schritte zu gehen, aber das Konzept leuchtet ein. Die Umbenennung in Silverlight kurz vor der Veröffentlichung von Version 1.0 gab dem Kind einen schmissigen Namen.

Bedingt attraktiv

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Nahtloser Übergang: die Silverlight-Anwendung im Editor ...

Diese Version 1.0 jedoch war eine Art Marketing-Stunt: Im Wesentlichen konnte diese einfache Oberflächen erzeugen und Videos abspielen - Letzteres aber ziemlich gut, sodass unter anderem ein amerikanischer Fernsehsender früh das Format im Web einsetzte. Von der Entwicklerseite her war Silverlight zu diesem Zeitpunkt nur bedingt attraktiv: Programmiert wurde mit dem ungeliebten Javascript, die Tool-Unterstützung seitens Microsoft war ebenfalls eingeschränkt.Das änderte sich mit der nächsten Version: Die hieß zunächst Silverlight 1.1, wurde dann aber in Silverlight 2.0 umgetauft - Versionsnummern werden in Redmond offenbar ausgewürfelt. Diese neue Version erlaubte es erstmals, Silverlight-Anwendungen in den herkömmlichen .NET-Sprachen wie C# und Visual Basic zu entwickeln.

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... und im Webbrowser.

Silverlight 3 sprengt dann die Grenzen des Browsers und ermöglicht die lokale Installation von Silverlight-Anwendungen - indem diese einfach auf die Festplatte des Benutzers kopiert werden. Die Mitte April 2010 erschienene Silverlight-Version 4 erlaubt unter anderem den in Flash schon längst möglichen Zugriff auf Mikrofon und Webcam des Benutzers.Auf Windows-Systemen ist es sogar möglich, COM-Objekte zu erzeugen und beispielsweise Office-Anwendungen fernzusteuern - natürlich nur, wenn der Benutzer es erlaubt. Silverlight ist trotz der Federführung von Microsoft browser- und betriebssystemunabhängig: Offiziell unterstützt werden aktuell Firefox, Internet Explorer, Safari und Google Chrome - und zwar sowohl unter Windows als auch unter Mac OS X (sofern dieser einen Intel-Prozessor hat).Sogar unter Linux gibt es das Plugin, allerdings nicht direkt von Microsoft: Das Mono-Projekt bietet ein Plugin namens Moonlight an, das Silverlight auf das freie Betriebssystem portiert. Wenn man bedenkt, dass Microsoft mit Novell kooperiert und Novell wiederum das Mono-Projekt betreut, kann man Moonlight zumindest als semi-offizielles Silverlight-Plugin betrachten, auch wenn es funktional und zeitlich immer ein wenig hinterherhinkt.

Selber machen

Die Zeiten der eierlegenden Wollmilchsau bei der Webentwicklung sind vorbei. Nur noch in seltenen Fällen ist eine Person sowohl für Design als auch Entwicklung zuständig. Dieser Umstand spiegelt sich auch in den Microsoft-Tools zur Erstellung von Silverlight-Anwendungen wieder, denn es gibt eine ganze Palette davon, die Expression Suite (www.microsoft.com/expression/ ).Für die grafische Gestaltung ist das Vektorgrafikprogramm Expression Design gedacht (das allerdings auch Dateien von Adobe Illustrator importieren kann). Expression Blend ist ein Pendant zur Flash- Entwicklungsumgebung: Dort erzeugen Sie Layouts, fügen Animationen hinzu und binden dynamische Effekte an.Die eigentliche Programmierung findet in Microsofts Entwicklungsumgebung (IDE) Visual Studio statt. Version 2008 unterstützt Silverlight 3, die aktuelle Variante 2010 zusätzlich noch Silverlight 4. Dabei muss es nicht einmal die Vollversion sein; die Gratis-Ausgaben Visual Web Developer Express Edition (VWD) in den Versionen 2008 und 2010 (www.microsoft.com/germany/express/ ) reichen für einen Einstieg absolut aus.

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