Unterwegs in die dritte Dimension

Futter für 3D

3D unterwegs

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Das Qosmio F750 3D arbeitet mit aktiven Lenticularlinsen und Eyetracking.

Neben Notebooks mit 3D-Displays - auf den folgenden Seiten finden Sie einen Test von vier neuen Modellen von Dell, LG, Sony und Toshiba - sind auch die ersten Smartphones und Tablets mit 3D-Panels auf den Markt gekommen. LG setzt beim Android-Smartphone P920 Optimus 3D für 3D ohne Brille ebenfalls eine Parallaxenbarriere ein, allerdings ohne Eyetracking.

Das Smartphone mit dem 4,3-Zoll-3D-Screen kostet ohne Vertrag etwa 520 Euro. Das zweite 3D-Smartphone kommt von HTC. Das HTC EVO 3d arbeitet ebenfalls mit einem 4,3-Zoll-Display, das ohne Brille auskommt. Als Prozessor dient bei dem 699-Euro-Android-Smartphone ein Dual-Core-Snapdragon mit 1,2 GHz Taktfrequenz. Beide Geräte können mit ihren Zwei-Linsen-Kameras auch Bilder und Videos in 3D aufnehmen.

Das kann auch das LG-Tablet G-Slate. Das Display liefert aber nur mit einer Anaglyphen-Brille Bilder in 3D.

Unterwegs spielen in 3D ohne Brille ist mit dem 3DS von Nintendo möglich, das mit der kostenlosen Software Nintendo Video auch Zugriff auf 3D-Filme gewährt.

Futter für 3D

Da immer mehr 3D-Filme in die Kinos kommen, etwa 40 in diesem Jahr, wächst auch das Angebot an 3D-Blu-rays beständig. Darunter werden auch Blockbuster wie "Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten", der letzte Harry-Potter-Film oder der dritte Teil von "Transformers" gehören.

YouTube hat inzwischen auch 3D-Material parat, unter der Adresse www.youtube.com/select_3d_mode findet man eine Startseite für die verschiedenen 3D-Verfahren. Dazu zählt auch eine HTML5-Variante speziell für Nvidia 3D Vision.

Google Earth funktioniert ebenfalls in 3D. Innenstädte mit 3D-Objekten stellt Google auf deutschen Karten nur für wenige Großstädte wie München oder Berlin bereit. Und dann gibt es natürlich noch die Vielzahl der Spiele.

3D ohne Brille: Die Verfahren für autostereoskopische Bilder

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Der Spiele-Handheld Nintendo 3DS erzeugt 3D-Bilder mittels einer Parallaxenbarriere.

Derzeit gibt es für autostereoskopische 3D-Displays ohne Brille zwei vorherrschende Technologien: Parallaxenbarriere und Lenticularlinsen. Beim ersten Verfahren ist vor dem LCD-Panel ein feines Linienraster angebracht, das dafür sorgt, dass der Betrachter mit jedem Auge einen unterschiedlichen Satz an Pixeln sieht und ein räumlicher Effekt erzielt wird.

Lenticularlinsen kennt man von den so genannten Wackelbildern: Eine Anordnung halber zylindrischer Linsen sorgt dafür, dass an jedes Auge ein unterschiedliches Bild geliefert wird.

Eyetracking

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Das EVO-3D-Smartphone nutzt ebenfalls das Parallaxenprinzip.

Das Problem bei beiden Verfahren ist, dass der 3D-Effekt nur bei einem bestimmten Betrachtungswinkel funktioniert. Die Lösung stellen Systeme dar, die mittels Kamera die Augen der Betrachter erfassen, und das Bild entsprechend nachjustieren.

Toshiba wendet dieses Verfahren beim Qosmio-F750-3D-Notebook an, das auf der IFA vorgestellt wird. Hier können die Lenticularlinsen zusätzlich so gesteuert werden, dass nur ein Teil des Displays 3DBilder darstellt.

Eyetracking-Verfahren werden nicht nur für Single-View-Displays, sondern auch für Multi-View-Bildschirme entwickelt. Hier sind etwa Toshiba und das Fraunhofer-Institut aktiv.

Fernseher mit 3D-Display

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Der 55-Zöller LG 55LWS570S arbeitet mit Polfilterbrille und damit flimmerfrei. Allerdings ist die Auflösung bei 3D halbiert.

TV-Geräte mit 3D-Displays gibt es inzwischen von praktisch allen relevanten Herstellern. Das Gros der Geräte arbeitet mit LCD-Paneln, Panasonic bietet auch Plasma-Fernseher mit 3D-Brille an.

Die Mehrzahl der Hersteller setzt auf Shutterbrillen, LG nutzt bei den neuen Modellen die günstigen Polfilterbrillen.

Toshiba wird auf der IFA auch einen großformatigen Multi-View-3D-Fernseher zeigen, der ohne Brille auskommen wird. Mittels HDMI können die Fernseher auch als 3D-Ausgabegerät für PCs oder Notebooks genutzt werden. So kann etwa ein Media-Center-Rechner als 3D-Blu-ray-Player und digitaler Festplattenrekorder dienen.

Probleme bei Spielen in 3D

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Samsung setzt beim ultraflachen 55-Zoll-Gerät auf die Shutterbrillen-Technik, steuert die Brille nun aber über Bluetooth an.

Die Wiedergabe von 3D-Blu-rays über den PC ist mit entsprechender Hardware und Player-Software kein Problem. Schwieriger ist es bei Spielen. Die Panels der meisten Fernseher liefern zwar problemlos sogar mehr als die notwendigen 120 Hz bei 1080p, akteptieren bei 60 Hz aber nur 720p, wie es in der HDMI-1.4a-Spezifikation zwingend vorgeschrieben ist.

1080p wird nur mit den für Blu-ray vorgesehenen 24 Hz wiedergegeben, zu wenig für ruckelfreies Spielen. Hier müssen die TV-Geräte-Hersteller mit neuer Firmware nachbessern.

Philips: Spielen im Duett

Eine interessante Nutzung eines 3D-Displays für Split-Screen-Spiele hat Philips entwickelt: Zwei Spieler mit 3D-Brille bekommen vom Fernseher ihr jeweils eigenes Spielfeld in voller Größe und 2D angezeigt. Unterstützt werden bisher nur Konsolen. Philips setzt das Verfahren bei TV-Geräten mit Shutter- und Polfiltertechnik ein. Bei letzterern sind eigene Brillen notwendig.

3D selber machen: Kameras für Foto und Video

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Die Panasonic-Kamera arbeitet mit einem Vorsatz und kann daher im Gegensatz zum Sony-Camcorder nicht zoomen.

Mit den passenden Geräten ist man nicht darauf angewiesen, auf dem 3D-Monitor oder Fernseher nur fremde Inhalte anzusehen, man kann auch selbst Fotos oder Videos in 3D erstellen.

Dreidimensionale Fotos schießt man mit Digitalkameras wie der Fujifilm Finepix Real 3D W3 für etwa 350 Euro, die auch ein autostereoskopisches Display bietet oder mit einem der neuen 3D-Smartphones.

Für das Drehen von Videos gibt es Kameras, deren Preisspanne von 150 bis zu 1800 Euro für semiprofessionelle Geräte reicht. Die Qualität der kleinen günstigen Aiptek i2 3D reicht bei 3D-Videos allerdings nur für Youtube aus. Für höhere Ansprüche muss man deutlich mehr Geld investieren.

Panasonic bietet für etwa 1500 Euro die HDC-TM900 an. Die Kamera ist modular aufgebaut, man kann auch einen Camcorder der 9er-Serie mit dem Vorsatz nachträglich 3D-tauglich machen. Allerdings müssen der Zoom und der Bildstabilisator abgeschaltet werden.

Der Sony HDR-TD10 für 1600 Euro ist dagegen ein echter 3D-Camcorder mit zwei Sensoren, Zoom und 3D-Display. Dafür kann das Ausgangsmaterial nur mit Sony-Schnitt-Software bearbeitet werden.

3D-Filme schneiden

Für den Schnitt von 3D-Filmen ist nicht unbedingt teure Profi-Software nötig. Es ist auch mit Hobby-Programmen wie Magix Video Deluxe möglich.

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