Systemkamera

JPEG-Signalverarbeitung anpassen

X-Pro2 von hinten

© Fujifilm

Der Joystick dient zur Messfeldwahl. Kurzes Drücken öffnet das Raster mit allen in der jeweiligen Konfiguration einstellbaren Autofokuspunkten; langes Drücken führt zum Untermenü, in dem Sie die Joystick-Sperre aktivieren können.

Die X-Pro2 stimmt ihre JPEG-Aufnahmen in den Standardeinstellungen alles in allem recht harmonisch ab. Im Labor neigte sie lediglich bei ISO 200 und 400 zu einer etwas überhöhten Kontrast- und Kantenanhebung. Wer einen weicheren Bildeindruck bevorzugt oder aber Feinkorrekturen an Farbdarstellung und Dynamik vornehmen will, der hat mit der X-Pro2 mehrere Stellschrauben, an denen er angreifen kann. Dazu gehören unter anderem die üblichen Regler für Schärfe und Farbsättigung im Q(uick)-Menü; Werte, die über die erste Korrekturstufe hinausgehen, sind hier allerdings in der Regel eher schädlich fürs Bild; und auch eine Schärfekorrektur von +1 erweist sich wegen der ohnehin recht beherzten Eingriffe der internen Signalverarbeitung meist als wenig sinnvoll.

Ebenfalls einen Blick und einige Zeilen wert: die Option "Filmsimulation", Fujifilms Antwort auf die von anderen Kameras bekannten Bildstile; im Gegensatz zu so manchem dieser Bildstile wirken die Ergebnisse der Filmsimulationen aber keineswegs schrill oder übertrieben. Vielmehr nähern sie sich bekannten Analogfilmtypen an, beispielsweise "Velvia/Lebendig" oder "Astia/Weich"; als Standard hat Fujifilm die Simulation des "Provia"-Films gewählt.

Für einen größeren Objektkontrastumfang lässt sich ab ISO 400 der "Dynamikbereich" von "DR100" auf "DR200", ab ISO 800 zusätzlich auf "DR400" verbessern. "Schattier.Ton" greift in die Darstellung dunkler Bildpartien ein, und "Ton Lichter" dient zum Anpassen der Tonwertkurve oberhalb des mittleren Grau.

Manuelles Fokussieren

© Weka/Archiv

Vorne befinden sich drei nützliche Bedienelemente: das im Gehäuse versenkte Einstellrad und der Drehschalter zum Wechsel zwischen optischer und elektronischer Sucheransicht auf der einen Seite (hier links) und der Schalter zur Wahl des Autofokus-MIn der Grundkonfiguration hält sich die X-Pro2 mit Hilfestellungen für das manuelle Scharfstellen zurück. Immerhin blendet sie am unteren Bildschirmrand eine grobe Entfernungsskala ein. Und durch Drücken des hinteren Universalrads lässt sich zusätzlich eine Lupenansicht öffnen, durch Drehen deren Vergrößerungsfaktor einstellen. Soll die Lupe automatisch erscheinen, sobald Sie den Fokusring am Objektiv nutzen? Dann aktivieren Sie dazu im AF/MF-Menü die „Fokuskontrolle“. Außerdem können Sie unter „MF-Assistent“ entweder ein „Digitales Schnittbild“ oder „Focus Peaking“ zuschalten. Beim digitalen Schnittbild gilt es, zwei scheinbar unterbrochene Kanten auf Linie zu bringen. Bei „Focus Peaking“ hebt die Kamera in der elektronischen Vorschau scharfe Konturen farbig hervor. Mit der AF-L-Taste können Sie aus dem manuellen Fokusmodus heraus kurzfristig den Autofokus bemühen und danach von dessen Ergebnis ausgehend händisch nachjustieren; unter „Einst. Sofort-AF“ geben Sie vor, ob die Kamera dabei den AF-S- oder den AF-C-Modus verwenden soll. Umgekehrt ist es möglich, im AF-S-Betrieb per Fokusring einzugreifen – vorausgesetzt, Sie haben zuvor im AF/MF-Menü die Funktion „AF-MF“ aktiviert.odus auf der anderen Seite.

Bessere Bilder im Detail

Die beste Bildqualität verspricht die X-Pro2 mit RAW. Eine optimale Bearbeitung und -Konvertierung vorausgesetzt, gewinnen dadurch vor allem Auflösung, Textur und Dynamik dazu. Wenn es der Speicherplatz zulässt, empfiehlt sich der Wechsel von der Voreinstellung "Fine"-JPEG" auf "Fine+RAW" (Q-Menü); damit haben Sie für die spätere Bildoptimierung noch immer alle Möglichkeiten offen. Außerdem stehen Ihnen so im Wiedergabemodus die JPEGs für die Fokuskontrolle zur Verfügung - ein gewaltiger Vorteil, zumal die X-Pro2 RAW-Bilder nur mit deutlich reduzierter Qualität und nicht mit voller Lupenvergrößerung anzeigt. Anhand der Rohdaten fällt es daher schwer, die Schärfe eines Fotos bereits in der Kamera verlässlich zu überprüfen. Praktisch: Die X-Pro2 hat zwei SD-Steckplätze und kann bei "Fine+RAW"-Einstellung die Aufnahmen parallel als JPEG auf die eine und als RAW auf die andere Karte schreiben.

Stellen Sie dazu im Menü unter "Einrichtung, Datenspeich Setup, Steckpl.-Einst. (Standb.)" von "Sequenz" auf "RAW/JPEG" um. Beachten Sie aber, dass Sie dann anders als bei "Sequenz" jedes Bild auf beiden Karten separat löschen müssen. Unpraktisch, selbst wenn man im Wiedergabemodus sehr schnell durch längeres Drücken der Play-Taste zwischen den beiden eingelegten Speicherkarten hin- und herspringen kann.

Hybrid-Sucher in der Praxis

Die Kombination eines optischen und eines elektronischen Suchers in einem Gerät gehört neben dem Sensor zu den außergewöhnlichsten Eigenschaften der X-Pro2. Gegenüber einem SLR-Sucher hat der optische Sucher der X-Pro2 allerdings einige Nachteile.

Autofokus

© Weka/Archiv

273 AF-Messfelder: Nach Drücken des Joysticks erscheint ein Gitter mit allen anwählbaren Autofokusfeldern; im Einzelpunkt-Autofokusbetrieb stehen 273 Positionen zur Verfügung. Die mittleren, größeren Quadrate kennzeichnen die Hybrid-Felder, auf denen die X-Pro2 sowohl eine Phasen- als auch eine Kontrastmessung durchführen kann. Die Größe des Einzelfeldes lässt sich in 5 Stufen variieren.Bei vielen bewegten Motiven hat sich im Praxistest der kontinuierliche Autofokus („C“ am vorderen AF-Rad) in Kombination mit der Zonen-Messfeldwahl („Zone“ untere 4-Richtungstaste) bewährt. Die Anzahl der Punkte reduziert sich mit dieser Einstellung von 273 auf 77. Die beste AF-Performance soll die X-Pro2 erreichen, wenn die gewählte Zone ausschließlich aus Hybrid-AF-Feldern besteht. Diese sind durch größere Kästchen gekennzeichnet. Die Zone erkennen Sie in der Vorschau am weißen Rahmen; die tatsächlich verwendeten AF-Punkte blinken kurz grün auf.

Das optische Sucherbild erscheint unabhängig von der eingestellten Brennweite und kennzeichnet den tatsächlich im Foto dargestellten Ausschnitt lediglich mit einem eingeblendeten, weißen Leuchtrahmen. Bei kurzer Brennweite nimmt er fast das gesamte Bildfeld ein - okay. Mit zunehmender Brennweite schrumpft er jedoch zusehends. Bereits bei 50 mm ist er so klein, dass sich der Bildausschnitt kaum noch vernünftig beurteilen lässt; bei größerem Tele färbt er sich schließlich rot und hat keinerlei Aussagekraft mehr. Spätestens dann sollte man zum hochauflösenden elektronischen Sucher wechseln. Tipp: Wer sich einen Überblick verschaffen will, kann - nachdem er durch Drücken der "View/Mode"-Taste den Sucher- und durch kurzes Drehen des Frontschalters nach rechts die optische Ansicht aktiviert hat - mit dem vorderen Funktionsknopf mehrere für unterschiedliche Brennweiten gültige Leuchtrahmengrößen ansehen.

Und noch etwas erschwert die Arbeit mit Fujifilms optischem Sucher: Da er sich am linken Gehäuserand außerhalb der optischen Achse befindet, kommt es vor allem bei Nahaufnahmen zu einer leichten Bildverschiebung; ein mittig gesetzter AF-Punkt liegt in solchen Fällen also im optischen Sucherbild außerhalb der Mitte. Damit das beim Fotografieren nie in Vergessenheit gerät, können Sie im "AF/MF"-Menü die Option "Korr. AF-Rahmen" einschalten; daraufhin bekommen Sie stets einen zweiten Scharfstellbereich zu sehen, der dem tatsächlichen bei 50 cm Fokusentfernung entspricht.

Schließlich noch zwei Kleinigkeiten, die die Arbeit mit dem optischen Sucher der X-Pro2 erleichtern: Wenn Sie den Frontschalter etwa 2 bis 3 Sekunden lang nach rechts gedrückt halten, wechselt der Vergrößerungsfaktor der optischen Anzeige zwischen 0,36x und 0,6x. In die andere Richtung gedreht blendet der Frontschalter zusätzlich zur optischen eine kleine elektronische Vorschau ein, deren Vergrößerungsfaktor durch mehrmaliges Drücken des hinteren Universalrädchens geändert werden kann - praktisch insbesondere fürs manuelle Fokussieren. Allerdings funktioniert dieses duale Bild nicht mit Zone- und nicht mit Weit/Verfolgung-AF. Außerdem sinkt durch Einsatz des elektronischen Suchers die Akkulaufzeit.

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