So tunen Sie den DSL-Router von AVM

FritzBox ohne Grenzen

Telnet-Zugang, FTP-Server und Least Cost Router - wegen der zahlreichen Modifikationen gilt die FritzBox als Paradies für Tuner und Tüftler. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Bedienkomfort steigern und preiswerte Telefonate über Call-by-Call-Anbieter automatisieren.

  1. FritzBox ohne Grenzen
  2. Teil 2: FritzBox ohne Grenzen
FritzBox ohne Grenzen

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FritzBox ohne Grenzen

Telnet-Zugang, FTP-Server und Least Cost Router - wegen der zahlreichen Modifikationen gilt die FritzBox als Paradies für Tuner und Tüftler. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Bedienkomfort steigern und preiswerte Telefonate über Call-by-Call-Anbieter automatisieren.

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AVMs großer Wurf: Die FritzBox

Kaffee kochen kann sie zwar noch nicht, ansonsten lässt sich die AVM FritzBox auf vielfältige Art und Weise modifizieren und um neue Funktionen erweitern. Sie können beispielsweise den standardmäßig in der Hardware verankerten Telnet- Zugang aktivieren und so von jedem LANRechner aus Kontakt mit der FritzBox aufnehmen. Auch ist es problemlos möglich, einen FTP-Server auf der Box laufen zu lassen, um Dateien einfacher zu verschieben.

Und auch beim Sparen hilft die FritzBox Fon. In Kombination mit einer Least-Cost-Router-Erweiterung wählt die Hardware bei Festnetz- Telefonaten automatisch den günstigsten Call-by-Call-Provider aus. Darüber hinaus ist es möglich, Rechner innerhalb eines Netzwerkes per FritzBox zu starten und fernzusteuern, VPN-Verbindungen herzustellen und einen Media-Server zu betreiben. Auf die drei erstgenannten Erweiterungen, die in der Praxis die größte Rolle spielen, geht dieser Artikel detailliert ein.

Keine gehackte Firmware nötig

Die beste Nachricht für alle Anwender, die ihre FritzBox tunen wollen: Zur Erweiterung des Funktionsumfangs ist keine modifizierte oder gehackte Firmware nötig. Somit ist die Gefahr gering, dass die Hardware durch diese Art des Tunings den Geist aufgibt. Auch ist es problemlos möglich, die in diesem Artikel vorgestellten Modifikationen rückgängig zu machen. Am einfachsten geht dies mit Hilfe des auf der Installations-CD der FritzBox zu findenden Tools Recover.exe. Sollte dieses Utility nicht auf der CD zu finden sein, wie das bei der von uns verwendeten FritzBox Fon der Fall ist, können Sie die Datei direkt vom FTP-Server laden: ftp.avm.de.

FritzBox intim

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Protokollfunktion: Undokumentierte Funktionen erlauben unter anderem gesendete und empfangene Datenpakete zu protokollieren.

Der Hersteller sieht solche Manipulationen naturgemäß nicht gerne. Ein deutlicher Beleg dafür ist die Firmware-Version 14.03.31. Anwender, die diese Firmware eingespielt haben, beklagen sich in diversen Foren darüber, dass bereits aktive Erweiterungen nicht mehr funktionieren. Hauptgrund dafür ist, dass die neue Firmware auf einer anderen Kernel-Version basiert. Die Entwickler der Mods arbeiten derzeit an Lösungen, die die Kompatibilität wieder herstellen sollen. Bis dahin raten wir Ihnen, sich das Update der Firmware-Version zu verkneifen.

Hinweis: Auch wenn die Gefahr gering ist, sollten Sie bedenken, dass die auf den folgenden Seiten aufgezeigten Kniffe nicht ohne Risiko sind. Im Extremfall kann es vorkommen, dass die FritzBox nicht mehr funktioniert und Sie die Hardware mithilfe des Tools Recover.exe in den Auslieferungszustand versetzen müssen.

Firmware checken und aktualisieren

Wie fast jede moderne Hardware ist auch die FritzBox mit Firmware ausgestattet. Ihre erste Aufgabe ist die Ermittlung der Versionsnummer. Starten Sie Ihren bevorzugten Browser und tippen Sie fritz.box oder die IP-Adresse 192.168.178.1 in die Adresszeile ein. Wenn Sie von Hand eine andere feste IP-Adresse eingestellt haben, müssen Sie natürlich diese verwenden. Im Web-Interface der FritzBox bringen Sie im Bereich Übersicht die auf der Hardware aufgespielte Firmware-Version in Erfahrung. In unserem Beispiel handelt es sich um die Firmware 06.04.27. Sollte die von Ihnen genutzte AVM-Hardware über eine ältere Version verfügen, sollten Sie sie updaten.

FritzBox ohne Grenzen

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Jede neue Firmware erweitert das Funktionsspektrum der FritzBox. Die erste Tuning-Maßnahme dreht sich somit um die Aktualisierung der Steuerungs-Software.

Zu beachten ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass AVM seit dem 12. März eine Firmware zum Download bereitstellt, die verhindert, dass sich die FritzBox um Zusatzfunktionen erweitern lässt. Auch weist der Hersteller in der Readme-Datei explizit darauf hin, dass auf Grund struktureller Änderungen in der Firmware nach dem Update ein Zurücksetzen auf eine ältere Firmware-Version nicht mehr möglich ist. Möchten Sie Ihre FritzBox aber so wie in diesem Artikel beschrieben modifizieren, sollten Sie die Firmware-Version 14.03.31 keinesfalls einspielen. Dies betrifft aber nur Anwender, die eine aktuellere FritzBox besitzen. Die nicht mehr ganz so neuen Modelle, darunter FritzBox Fon, FritzBox Fon 5010/5012 und FritzBox Fon WLAN, sind von dieser Einschränkung nicht betroffen, da die Firmware 14.03.31 für diese Geräte nicht zur Verfügung steht.

Im Verwaltungs-Interface der Box klicken Sie auf Einstellungen, wählen dann System und folgen dem Link Firmware-Update. Im Bereich FRITZ!Box Firmware (Anlagensoftware) klicken Sie auf den Button Neue Firmware suchen, damit die integrierte Update-Routine auf dem AVM-Server nach einer aktuelleren Version sucht und falls vorhanden herunterlädt.

Das Einspielen der neuen Steuerungs-Software ist einfach: Auf der Seite FRITZ!Box Firmware (Anlagensoftware) bringen Sie das Register Firmware-Datei nach vorne, klicken auf die Schaltfläche Durchsuchen, geben den Pfad zur soeben geladenen Datei an und bestätigen mit Öffnen. Im letzten Schritt klicken Sie auf den Button Update starten. Die neue Firmware wird daraufhin eingespielt. Nach der Aktualisierung startet die FritzBox neu.

Aufgebohrte Firmware-Images im Eigenbau

Einen hervorragenden Service für Tüftler, die das Potenzial ihrer FritzBox ausreizen wollen, bietet Andreas Baginski an. Auf der Homepage The Construct kann sich jeder Besucher sein eigenes Pseudo-Image zusammenstellen. Dabei greift dem Anwender ein Assistent unter die Arme.

The Construct

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Anwender, die keine Lust auf die Konfiguration per Kommandozeile haben, können sich im Web ein maßgeschneidertes Pseudo-Image zusammenklicken

Klicken Sie auf den Link Pseudo-Image erstellen, geben Sie im ersten Schritt die auf Ihrer FritzBox laufende Versionsnummer der Firmware an und bestätigen Sie mit Weiter. Markieren Sie die Option Ich möchte einen oder mehrere Mods installieren und klicken Sie auf Weiter. Anschließend wählen Sie die gewünschten Modifikationen bequem per Mausklick aus. Angefangen bei Telnet aktivieren und Branding ändern über Port 1011 öffnen und OpenVPN bis hin zur Kombination aus Dropbear (SSH-Server) und WakeOnCall - die Spanne der angebotenen Funktionen umfasst nahezu das komplette Spektrum des Machbaren.

Nach einem Klick auf Weiter geben Sie an, ob bereits vorhandene Modifikationen beibehalten oder überschrieben werden sollen. Abhängig davon, welche Optionen Sie ausgewählt haben, kann es sein, dass der Assistent noch einige Angaben von Ihnen fordert. Die eigentliche Erzeugung der Datei starten Sie mit einem Klick auf Pseudo-Image erstellen. Speichern Sie die Datei pseudo_update.image auf Festplatte und spielen Sie die Modifikation so ein, wie im Abschnitt Telnet-Zugang einrichten beschrieben.

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