Jubiläum
Friedrich II. - Web-Denkmäler zum 300. Geburtstag
Was an der Rolle am meisten herausforderte? "Das Flötenspiel", bekennt Katharina Thalbach. Dabei habe sie sich im Gegensatz zu ihrer Tochter Anna "dämlich angestellt". Aber die Querflöte gehört nun einmal dazu, wenn man - wie jüngst das Mutter-Tochter-Gespann im Film - Friedrich II. verkörpert. Dank der Hochglanzdoku "Friedrich - Ein deutscher König" ist das ARD-Publikum schon bestens eingestimmt auf das Monarchenjubiläum: Am 24. Januar jährt sich die Geburt des "Alten Fritz" zum 300. Mal.
Natürlich ist es innerhalb des Senderverbunds der ARD der RBB, der den öffentlich-rechtlichen Partyservice spielen darf - schließlich berichtet der Rundfunk Berlin-Brandenburg aus dem früheren Kernland des Jubilaren. Als Feldherrn und Feingeist feiert der Sender den preußischen König - vorwiegend in Form von unterhaltsamen Artikeln, die über Friedrichs Leidenschaft für Musik und Poesie sowie dessen millitärische und reformerische Erfolge berichten. Das aufgefrischte oder neu erworbene Wissen lässt sich anschließend in einem Video-Quiz unter Beweis stellen.
Die offizielle Seite zum Friedrich-Jahr, friedrich300.eu , wartet ebenfalls mit einer beachtlichen Biografie des ältesten Sohnes von Friedrich Wilhelm I. auf, legt insgesamt jedoch mehr Wert darauf, alle Veranstaltungen zum Thema in einer Datenbank zu bündeln. Denn am eigentlichen Jubiläumstag, dem 24. Januar, ist noch lange nicht Schluss mit den Feierlichkeiten - es wäre sonst ja auch ein kurzes Friedrich-Jahr gewesen. So feiert "Friedrich - Das Musical" erst am 1. Juni in Potsdam Weltpremiere, die Ausstellung "König & Kartoffel. Friedrich der Große und die preußischen Tartuffoli" beginnt am 19. Juli. Und vom 28. April bis 28. Oktober gewährt die Ausstellung "Friederisko" großzügige Einblicke in Friedrichs liebstes Refugium - das Schloss Sanssouci.
Der spätere Hausherr selbst erdachte das Sommerschloss, das heute scharenweise Touristen nach Potsdam lockt. Natürlich können Bilder nur einen flüchtigen Eindruck von der Pracht geben, die dort wartet. Aber die 3D-Ansichten einiger Innenräume des Schlosses, die www.deutschland-panorama.de in seiner Unesco-Welterbe-Rubrik zur Verfügung stellt, lassen sie zumindest erahnen. Das Konzertzimmer, in dem Friedrich II. selbstkomponierte Flötenstücke zum Besten gab, entpuppt sich etwa als ein Rokoko-Traum in Weiß und Gold, während das Voltairezimmer in sommerlichem Gelb gehalten wurde.
Lang lebe der König 1 von 7
Liebt die Kunst und den Krieg: Der "Alte Fritz", in der Hochglanzdoku von Katharina Thalbach gespielt, taugte als Feldherr und Feingeist.
© ARD / rbb / Tom Schulze / DOKfilmBenannt wurde es nach Friedrichs Idol, dem französischen Philosophen Voltaire, der von 1750 bis 1753 am preußischen Hof weilte - ob nun tatsächlich im Voltairezimmer ist übrigens nicht überliefert. Als sicher gilt jedoch, dass sich Friedrich der Große und Voltaire in dieser Zeit entzweiten. Die etwas unübersichtlich verzweigte Homepage www.correspondance-voltaire.de berichtet, warum Voltaire letztlich darum bat, vom Potsdamer Schloss abreisen zu dürfen.
Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern hingegen hätte einiges dafür gegeben, in Sanssouci anreisen zu dürfen, wie auf der Homepage www.welfen.de erläutert wird. Doch das blieb der Dame, immerhin Friedrichs Ehefrau, zeitlebens verwehrt. Nur um sich endlich von seinem Vater emanzipieren zu können, ging Friedrich als Kronprinz 1733 die Ehe mit der Herzogstochter ein. Als ihr Gemahl sieben Jahre später König wurde, bekam die ungeliebte Elisabeth Christine ihn kaum noch zu sehen: Er verfrachtete sie und ihren Haushalt ins abseits gelegene Schloss Schönhausen - man traf sich nur noch gelegentlich auf Festen.
Doch dass es mit dieser Ehe "nicht weit her sein" werde, wusste Friedrich bereits vor der Hochzeit. "Ich liebe die Prinzessin gar nicht, im Gegenteil, ich empfinde eher Abneigung gegen sie", schrieb der Bräutigam wider Willen 1732 an seine "teuerste Schwester". Friederike Sophie Wilhelmine, zu dieser Zeit schon Markgräfin von Bayreuth, war wohl die einzige Frau, für die der Preußenkönig eine Zuneigung empfand. In seinen Briefen, die auszugsweise unter http://mugi.hfmt-hamburg.de/WilhelminevBayreuth/index.html online stehen, schüttete er ihr sein Herz aus und holte ihren Rat ein. Die "Anbetungswürdige" schaffte es sogar, wieder einen Briefkontakt zwischen ihrem Bruder und dem in Ungnade gefallenen Voltaire herzustellen - kurz bevor sie 1758 verstarb. Friedrich II. war untröstlich. "Ich hätte mich gern dem Tod geweiht", schrieb er Voltaire, "um ihr, die das Licht nicht mehr schaut, das Leben zu retten und ihre Tage zu verlängern". Doch Friedrich lebte weiter, noch fast 30 Jahre. Und weit darüber hinaus.
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