Bass

Frequenzgang "glattbügeln"

Wer guten Bass hören will, muss den Frequenzgang "glattbügeln". DSP-basierte Kästchen wie der DSPeaker Anti-Mode 8033 können aus einer Berg- und Talbahn eine knitterfreie Übertragungsfunktion zaubern.

  1. Frequenzgang "glattbügeln"
  2. Digitale Raumkorrektur
Bügeln mit Bügeleisen

© Video Homevision

Bügeln, Bügeleisen

Subwoofer gehören zum Heimkino wie das Salz in die Suppe. Ohne das Tiefton-Fundament fehlt dem Heimkino der ".1-Kanal", auch Effekt-Kanal genannt. Dieser wurde seinerzeit von den Dolby-Entwicklern erdacht, um dem Heimkino die nötige Würze zu geben. Auf dieser Tonspur kann der Tonmeister tieffrequente Effekte abmischen, die den Zuschauer fesseln sollen.

Teufels S 8000 SW

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Jeder Subwoofer - so auch Teufels S 8000 SW - profitiert von einer DSPeaker-Kur. Die Übertragungsfunktion zum Hörplatz kann hörbar verbessert werden.

Von tieftonreicher, aber dezenter Musik-Untermalung bis hin zu bildbezogenen brachialen Geräuschen wie Explosionen oder mächtigem Stampfen eines Dinosauriers - es gilt, die Spannung zu erhöhen, den Zuhörer noch stärker in die Handlung hineinzuversetzen.

Nicht selten sind dafür Tonbereiche erforderlich, die nur ein aktiver Subwoofer mit extremem Membranhub sauber bewältigen kann. Subwoofer beackern damit jedoch ein schwieriges Feld, und zwar vorwiegend einen Frequenzbereich, der den Wellenlängen der Hörraum-Abmessungen entspricht.

Problemzone Tiefbass

Somit kommen hier auch die tieffrequenten Raumeigenschaften ins Spiel. Bekannt sind die aalglatten Übertragungskurven von guten Subwoofern, gemessen im Quasi-Freifeld, also unter Bedingungen, bei denen der Raum keinen Einfluss zeigt. Doch wird so ein Bass im Wohnraum aufgestellt und am Hörplatz gemessen, dann sieht die Übertragungsfunktion alles andere als glatt aus. Woran liegt das?

Anti-Mode 8033

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Der Anti-Mode 8033 beherrscht nicht nur die Kompensation der Raumresonanzen, sondern es lassen sich auch zwei mögliche Bass-Boost-Entzerrungen bei 20 oder 30 Hertz einstellen.

Der Hörraum in Quaderform hat drei Raumdimensionen - im ungünstigsten Fall als Würfel drei gleiche. Jede Dimension entspricht einer Raumeigenmode. Dabei handelt es sich um stehende Wellen oder Raumresonanzen und mithin Frequenzen, die, wenn sie durch Musik angeregt werden, sehr laut wiedergegeben werden und zudem sehr lange nachschwingen.

Zu jeder Raummode gehört eine andere räumliche Schalldruck-Verteilung. Das heißt: Wenn so eine Frequenz angeregt wird und man sich im Raum bewegt, so hört man stark schwankende Lautstärken.

Der Trick beim Aufstellen des Subwoofers besteht darin, den Ort und die Hörposition zu finden, bei denen ein möglichst ausgeglichener Bassverlauf zu vernehmen ist. Man darf sogar behaupten, dass die eigentliche Bassqualität des Subwoofers weniger für den Klang entscheidend ist als der Aufstellungsort.

Das Ergebnis von ungünstig gewählten Positionen ist ein schwammiger oder auch dröhnender Bass-Charakter, der weniger den eigentlichen Klang der Instrumente zeigt als vielmehr die schlechten Raumeigenschaften widerspiegelt.

Subwoofer auf Ohrhöhe

Man kann sich gut vorstellen, was für eine Sisyphusarbeit es ist, die optimalen Positionen zu finden. Grundsätzlich gilt: Probieren geht über studieren. Gesucht wird die beste Bassposition in Verbindung mit dem besten Hörplatz.

Wenn der Hörplatz vorgegeben ist, bleibt nur noch übrig, die optimale Position des Subwoofers herauszufinden. Mit einem Simulationsprogramm (siehe dazu den Absatz "Räumliches Denken") lässt sich eine geeignete Bassposition vorhersagen.

Messwerte des Subwoofers

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Der Subwoofer an Position 1 (Raumecke) zeigt ausgeprägte Raumresonanzen (rote Kurve). Und auch nach der Einmessung mit Anti-Mode sind die Resonanzen noch deutlich zu sehen. Diese Positionen von Subwoofer und Hörplatz sind offensichtlich nicht dazu geeignet, einen ausgewogenen Bass zu erzielen. Grundsätzlich sollten solche extremen Talsohlen wie in dieser Grafik mit etwa -25 dB bei 33 Hertz schon bei der Aufstellung vermieden werden (siehe Absatz "Räumliches Denken"). Anti-Mode kann und soll nur Druckspitzen abbauen und keine Pegeleinbrüche auffüllen. Dies würde sonst beinahe im ganzen Raum zu einem überbetonten Bass führen; nur am Hörplatz bliebe das Schalldruckminimum nahezu bestehen.

Alternativ hat sich in der Praxis eine Methode bewährt, die allerdings mit einem Bass der 50-kg-Klasse nicht leicht zu bewerkstelligen ist: Man stellt den Subwoofer auf den Hörplatz - idealerweise in Ohrhöhe - und spielt tieffrequentes Rauschen ab; dann sucht man nach Gehör oder besser messtechnisch den Ort in Bodennähe zwischen den Frontsatelliten, an dem das tieffrequente Grummeln weder zu stark dröhnt noch zu schwach ist.

Hat man den Ort gefunden, platziert man den Subwoofer dort. Nun sollte es am Hörplatz ausgewogen grummeln.

Selbst die elektronischen Hausmittel können nur begrenzt Unzulänglichkeiten korrigieren. Bevor man einen Equalizer oder besser die Wunderwaffe DSP (Digital Signal Processor) anschaltet, um Unzulänglichkeiten des Raums zu korrigieren, sollte man zunächst die obengenannten Tipps befolgen.

Sicherlich kann der digitale Signalprozessor die Übertragungsfunktion des Lautsprechers deutlich linearisieren, doch eines kann er leider nicht: die Fehler des Raums oder ungünstig gewählte Boxen- und Hörpositionen komplett korrigieren.

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