Sicherheit muss nicht teuer sein

Freeware vs. Kaufprogramme: Kann sich Norton 360 gegen Avira & Co. behaupten?

An der PC-Sicherheit sollte man nicht sparen. Dabei ist ein mehrstufiger Ansatz sinnvoll, der mit verschiedenen verschachtelten Komponenten arbeitet.

Freeware vs. Kaufprogramme

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Freeware vs. Kaufprogramme

Im ersten Teil des Spezials zum Thema "Freeware versus Kaufprogramme" haben wir für Sie Brennprogramme und Gratis-Alternativen zu Photoshop unter die Lupe genommen. Dort hat sich bereits herausgestellt, dass die Freeware-Programme in manchen Disziplinen durchaus Schritt halten können mit den kommerziellen Produkten. Dieser Artikel dreht sich um Sicherheits-Software, in der Norton 360 sich Herausforderern wie Avast! 4 Home, Comodo Firewall oder Threatfire stellen muss.

Spezial Freeware

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Ein weiterer Teil des Spezial widmet sich Office-Software: ein spannender Bereich, da Programme wie Thunderbird und OpenOffice den Platzhirschen von Microsoft gehörig Druck machen. Schließlich werfen wir noch einen Blick auf die kostenlose Audio-Konkurrenz zu Profiprogrammen wie Wavelab und Cubase.

Norton 360 3.0

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Eine der am besten integrierten Security Suites am Markt ist Norton 360 3.0. Neben dem obligatorischen Virenscanner enthält die Suite auch eine Desktop Firewall, die sich meistens durch Zurückhaltung auszeichnet. Der Hersteller liefert nämlich per Online-Update eine Whitelist für Programme wie etwa Webbrowser, denen typischerweise der Zugriff aufs Internet erlaubt ist - lästige Rückfragen beim Anwender reduzieren sich so deutlich.Durch die kurzen Verbreitungszyklen neuer Malware braucht ein Antivirenprogramm auch Erkennungsmethoden für brandneue Schädlinge, für die es noch keine Virensignatur gibt, denn die entsteht erst nach einer Analyse im Virenlabor des Herstellers. Ein Host Intrusion Prevention System (kurz HIPS) überwacht alle laufenden Prozesse und bewertet deren Aktionen.

Schlägt ein Programm unerwartet über die Stränge, stoppt das HIPS den Prozess. Symantec hat dafür wesentliche HIPS- Techniken aus dem früher separat erhältlichen Norton AntiBot integriert. Für Internet Explorer und Firefox gibt es Plug-ins, die ein HIPS für Webseiten realisieren. Dazu kommen so genannte Pulse Updates der Virensignaturen im Viertelstundenrhythmus.

Datensicherung ist ein leidiges Thema, das die Norton-Backup-Komponente im Hintergrund erledigt. Neben 2 GByte Online-Speicherplatz sichert Norton 360 mehrere Backup-Aufträge auf unterschiedliche lokale Ziellaufwerke wie etwa externe Festplatten. Der größte Vorteil einer solchen integrierten Suite ist die Ressourcenersparnis: Viele Programmteile nutzen gemeinsame Komponenten, das HIPS kann auf Daten der Firewall zugreifen etc. Trotzdem bleibt der Speicherverbrauch mit rund 100 MByte unter Last im Rahmen. Zudem nutzt Symantec ein Whitelisting-System (Norton Insight), das vom Hersteller als vertrauenswürdig eingestufte Dateien von der Virenprüfung ausnimmt.

Unterentwickelt ist die Prüfung auf Sicherheitslücken im System, die nur Windows-Komponenten erfasst, nicht aber Programme und Plug-ins von Drittherstellern.

Freeware

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Als Virenschutz empfiehlt sich Avast! 4 Home Edition, das für Privatanwender kostenlos zu haben ist. Das Programm vereint neben Virenscanner und -wächter auch die Überprüfung von E- Mails und vor allem Webseiten. Das bietet sonst keines der kostenlosen Programme wie Avira Antivir oder AVG Anti-Virus. Als Firewall ist die bei Windows Vista beziehungsweise Windows XP ab Service Pack 2 eingebaute Lösung meistens ausreichend. Diese Firewalls blocken allerdings nur unbefugte Zugriffe von außen.

Eine echte Desktop Firewall überwacht auch lokale Programme und lässt ohne Rückfrage keine Zugriffe auf das Internet zu. Comodo Firewall rüstet diese Funktion kostenlos nach. Als Download wird nur eine Security Suite angeboten, bei der Installation kann man aber entscheiden, welche Komponenten gewünscht sind. Die Virenscanner-Komponente von Comodo kann nicht überzeugen, ihr fehlt zum Beispiel ein E-Mail-Filter.

Als Host Intrusion Prevention (kurz HIPS) bietet sich Threatfire von PC Tools an. Das Tool lässt sich parallel zu einem Virenscanner installieren. Da das Tool relativ häufig den Benutzer um eine Entscheidung bittet, ist der Praxiseinsatz in der ersten Phase aufwändig. Zusätzlich zum Webfilter von Avast ist zum Surfen das Firefox-Add-on NoScript Pflicht.

Es sperrt die Ausführung von Skripten und anderen aktiven Inhalten wie Flash-Animationen - für einzelne Sites lassen sich leicht Ausnahmen definieren. Zur Datensicherung gibt es eine Vielzahl an Freeware- Tools, etwa das für Privatanwender kostenlose TrayBackup.

Angesichts der verstärkten Angriffe auf Webbrowser-Plug-ins wie Flash oder Videostreams ist es Pflicht, die Plug-ins immer aktuell zu halten. Die Aufgabe erledigt der Personal Software Inspector PSI von Secunia, kostenlos für Privatanwender. Das Programm vergleicht die Dateien auf der Festplatte mit einer Datenbank beim Hersteller und mahnt Updates an. Natürlich muss man der dänischen Firma Secunia vertrauen, dass sie das ermittelte Profil nur anonymisiert für Statistiken nutzt.

Der Nachteil der Kostenlos-Lösungen zur Kommerziellen: Sie schlucken zusammengerechnet deutlich mehr Arbeitsspeicher, was erst ab 2 GByte RAM zügige Arbeit erlaubt.

Norton 360 3.0/Personal Security Inspector Freeware
Virenschutz Avast ! 4 Home Edition
Firewall Windows-Firewall, Comodo Firewall
Intrusion Prevention Threatfire
Browser-Skriptblocker Add-on NoScript für Firefox
Datensicherung TrayBackup
Personal Security Inspector Personal Security Inspector

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