Foto- und Filmrecht

Fotografieren und Filmen: Was ist erlaubt - und was nicht?

Ein Klick, und das Foto ist geschossen – aber auch rechtens? Eine Vielzahl an Vorschriften will beachtet werden – umso mehr, wenn Sie die Bilder im Blog oder in sozialen Medien veröffentlichen wollen.

Fotorechte Teaserbild

© shutterstock/Dirima

Ein Klick, und das Foto ist geschossen – aber auch rechtens?

Das Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie (KunstUrhG) enthält einige Regeln darüber, was man fotografieren oder filmen darf und was man bei der Publikation zu beachten hat. Der Grundsatz lautet: Bildnisse oder Filme dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder veröffentlicht werden. Die Einwilligung zur Veröffentlichung gilt grundsätzlich als erteilt, wenn der Abgebildete ein Honorar erhält.

Bei vielen Veranstaltungen wird üblicherweise fotografiert. Dabei kann man von einer sogenannten konkludenten beziehungsweise stillschweigenden Einwilligung zum Fotografieren und sogar zum Publizieren der Fotos ausgehen. Allerdings muss man auch da vorsichtig sein, zum Beispiel wird es niemand gern sehen, wenn peinliche Situationen im Internet erscheinen. Dann haben die Betroffenen das Recht, die Löschung der Fotos zu verlangen.

Empfindliche Strafen

Erlaubt sind nach KunstUrhG Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte oder Aufnahmen von Versammlungen, Umzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben. Aber auch durch Bilder, die im Prinzip erlaubt wären, darf nicht ein berechtigtes Interesse des Abgebildeten oder, falls dieser verstorben ist, seiner Angehörigen verletzt werden.

Das KunstUrhG enthält eine Strafdrohung für unerlaubt publizierte Bilder, nämlich Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe. Die Tat wird aber nur auf Antrag verfolgt. Anspruch auf Ersatz materiellen Schadens steht dem Träger des Persönlichkeitsrechts unabhängig von der Schwere des Eingriffs zu. Eine Geldentschädigung zum Ersatz des immateriellen Schadens setzt einen schwerwiegenden Eingriff voraus (Landgericht Memmingen, Urteil 12 S 796/10 vom 4. Mai 2011).

Das dürfen Sie fotografieren und veröffentlichen

Folgende Liste zeigt Ihnen, was Sie nach Kunsturheberrecht gefahrlos fotografieren  dürfen (Pro) oder wo Sie besser das Objektiv wegdrehen (Contra):

Pro

  • Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte
  • Bilder von Veranstaltungen, auf denen üblicherweise fotografiert wird
  • Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder einem sonstigen Ort erscheinen
  • Bilder von Versammlungen, Umzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben
  • Bildnisse, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst dient

Contra

  • Intime oder private Bilder ohne Zustimmung des Abgebildeten
  • Publikation von Bildern, die dem Betroffenen schaden können
  • Videoüberwachung auf öffentlichen Straßen
  • Publikation von Produktfotos ohne Erlaubnis des Unternehmens
  • Publikation von Bildern mit urheberrechtlich geschützten Werken, z.B. Gemälden, ohne Erlaubnis des Urhebers
  • Kommerzielle Verwertung von Gebäudebildern ohne Einwilligung des Eigentümers – nur das Fotografieren ist erlaubt

Auf den folgenden Seiten beleuchten wir einzelne Fälle im Detail.

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