Auswahlberatung Wiki

Foren

Forum versus Wiki

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Auch große Firmen wie Sun nutzen Wiki-Systeme als Austauschplattform mit ihren Kunden.

Ein Forum ist wie ein Blog ein Austausch von Informationen, in der Regel zu einem gleichen Inhalt. Der Beginn eines Threads ist in vielen Foren - vor allem mit Schwerpunkt Support - die Anfrage eines Anwenders an die anderen Nutzer in der Hoffnung, eine qualifizierte Antwort auf sein Problem zu erhalten.

In der Regel entwickelt sich daraus eine Diskussion zwischen mehreren Anwendern, die oftmals in einen Vorschlag zur Lösung des Problems führt. Gerade in größeren Foren kommt es des Öfteren vor, dass ein weiterer Thread zu einem Thema eröffnet wurde, das bereits an anderer Stelle gelöst wurde. Eines der beliebtesten Foren für SAP-Entwickler ist das SDN (SAP Development Network).

Die Administratoren und Moderatoren der Foren hatten sehr schnell bemerkt, dass sich in vielen Themen-Foren die Fragen in regelmäßigen Abständen wiederholen, da die Suche nur bedingt durch die Anwender genutzt wird. Diesem Sachverhalt sind die Forenbetreuer durch die Integration eines Wikis entgegengetreten und haben für die wichtigsten Fragestellungen im Wiki eine Lösung zusammengefasst.

Wiki als CMS

Trotz allem kann der Einsatz eines Wikis als CMS durchaus sinnvoll sein - jedoch ist dafür nicht jedes Szenario geeignet. Ein klassisches Content-Management-System erfordert für die Verwaltung eine gewisse Einarbeitungszeit, bis Sie loslegen können. Wenn Sie eine Website als Kollaborations-Plattform für die gemeinsame Arbeit an einem Text mit mehreren Personen zusammen nutzen möchten, ist diese Lernphase für die Editoren unter Umständen abschreckend.

Ein Wiki-System hingegen besitzt nur einen sehr rudimentären Umfang an Formatierungsmöglichkeiten, weshalb auch die Einarbeitungszeit deutlich geringer ausfällt. Einige Office-Programme, wie beispielsweise Open Office, bieten sogar einen Standard-Filter zum Export von Inhalten direkt in ein Wiki.

Eine Wiki-Plattform kann somit dafür eingesetzt werden, mehrere Personen an einem Text gemeinsam arbeiten zu lassen und die Inhalte anschließend entweder direkt oder über das Wiki darzustellen. Alternativ kann der abgenommene Text auch in ein CMS übertragen und dort weiterverwaltet werden.

Mangelnde Beteiligung

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© PC Magazin

Die Wikipedia ist das große Vorbild aller Wikis, die zu Grunde liegende Software ist als MediaWiki frei verfügbar.

Es stellt sich somit vor allem die Frage, für welche Einsatzgebiete ein Wiki-System besonders geeignet ist und von welchen Aspekten es abhängt, dass eine solche Plattform auch genutzt wird. Hierzu gibt es eine interessante Studie, welche der Betreiber des Deutschen Bildungsservers in Auftrag gegeben hat (wiki.bildungsserver.de/bilder/upload/Usability-Testing_BildungsWiki.pdf ).

Darin wird erforscht, woran es liegt, dass sich so wenige am Wiki des Bildungsservers beteiligen. Da die Besucherzahlen der verschiedenen Wiki-Angebote stetig zunahmen, die Beteiligung an der Bearbeitung der Wikis jedoch gering blieb, vermuteten die Betreiber Defizite in der Benutzerfreundlichkeit.

Es gab sieben identifizierte Problemfälle: Viele Anwender scheuten sich, für die Bearbeitung oder Erweiterung von Texten eine Anmeldung vorzunehmen. Außerdem gestaltete sich das Hochladen von Bildern schwierig, ebenso wie die Orientierung innerhalb der Artikel. Aufgrund der fehlenden Wysiwyg-Editoren und der nicht gerade einfachen Wiki-Syntax war auch die Bearbeitung der Texte nicht einfach.

Diese Mängel und Defizite lassen sich, abhängig vom Wiki, mithilfe von Wiki-Extensions einfach beseitigen. So gibt es inzwischen für zahlreiche Wiki-Systeme einen Wysiwyg-Editor.

Eine andere Sicht auf die Dinge, weshalb nur wenige Leute bei der Generierung von Content und an der Verbesserung der Inhalte partizipieren, vertritt der Wiki-Experte Stewart Mader in seinem Blog (www.ikiw.org/2009/05/11/failure-to-launch-the-factors-behind-stalled-wi ki-adoption/).

Er führt eine Studie einer dänischen Forschungsgesellschaft an, die für ein Unternehmen das Scheitern eines Wiki-Systems untersucht hatte. Das Ergebnis war auch an dieser Stelle, dass die Mitarbeiter die größte Hürde darin sahen, Inhalte zu publizieren und dabei explizit ihre Identität preiszugeben.

Stewart Mader vertritt die Ansicht, dass Wikis nur dann Erfolg haben und dazu genutzt werden sollen, um in einer definierten Gruppe ein Thema zu bearbeiten. Dann stellt ein Wiki eine interessante Alternative zu einem E-Mail-Verteiler dar und erlaubt deutlich effizienter, in einer Arbeitsgruppe zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen.

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