Fotopraxis

Optik, Objektive, Einstellungen und Perspektive

  1. Food-Fotografie: Tipps, Tricks und das richtige Objektiv
  2. Optik, Objektive, Einstellungen und Perspektive

Tipp 5: Das passende Tischset

Passend zum Gericht ist das Tischset zu wählen. Im Beispiel "Gericht Zander" etwa entschied er sich für die dunkle Schieferplatte, seitlich und gegenüber platzierte er die Softboxen. Ähnlich war auch der Set-Aufbau beim Bild "Pflaumendessert", nur dass sich hier die dunklen Pflaumen vor einem weißen Hintergrund besser abheben.

Zander Foto

© Richard Stratmann

Zander mit Fenchelrisotto an einem Möhren- Zucchinigemüse und Parmesanschaum. Die Schwierigkeit in diesem Bildbeitrag lag darin, die Garpunkte von Fisch und Risotto gut wiederzugeben - um den Fisch auf der Hautseite kross gebraten, aber dennoch im Fleisch saftig und das Risotto "Food al dente" und schlottzig zu zeigen.

Tipp 6: Objektive und Einstellungen

Steht das Set, geht's ans Ablichten der Köstlichkeiten: Bevorzugt arbeitet er mit der Programmautomatik oder Blendenautomatik, um je nach Bedarf gewollte Unschärfeeffekte zu erzielen. Als Objektiv nutzt er gerne sein 40-mm-Nikkor, das als Festbrennweite eine knackige Schärfe erzeugt, oder sein 18-105-mm-Zoom für gewollte leichte Unschärfeeffekte.

Je nach Motiv hält er sich normalerweise an einen Aufnahmeabstand von 30 bis 60 Zentimetern und positioniert seine Kamera auf ein Stativ. Auf dieses verzichtet er, wenn er seine Position flexibler und schneller wechseln möchte, um eine größere Auswahl an Perspektiven zu haben.

Tipp 7: Perspektive an das Motiv anpassen

Welche Perspektive er wählt und wie er das Bild gestaltetet, hängt vom Motiv ab; das entscheidet Richard Stratmann bereits beim Anrichten der Speise. Lichtet er etwa eine Suppe ab, bevorzugt er frontal von oben zu fotografieren. Beim Fotografieren von Fleisch hingegen präferiert er eine seitliche Perspektive, weil er das Fleisch mit den Beilagen für den Betrachter somit "nach oben hin aufbaut", wie in Bild Surf&turf zu sehen ist.

Surf & Turf Foto

© Richard Stratmann

Bewusst mit seitlicher Perspektive, um den Garpunkt des Fleisches und alle Zutaten zu zeigen.

Hier hat er bewusst eine seitliche Perspektive gewählt: "Ich wähle bei solchen ,Speiseaufbauten' immer eine seitliche Perspektive, weil man meistens nur so alle Zutaten im Bild erfassen kann, die ich mit einer Perspektive von oben nicht aufs Bild bekomme. Man kann auch beide Pespektiven in einem Bild zusammenfassen. So hat man die Deko in der Totalen und die Zutaten in der seitlichen Perspektive in einem Bild."

Tipp 8: Helligkeit und Farbe korrigieren

Standardmäßig bearbeitet Stratmann (www.kochgiganten.de) alle seine Fotos in Photoshop 7 am PC. "Ich sehe die Bildbearbeitung als legales Mittel an, um ein schöneres, besseres, aber nicht verfälschtes Ergebnis zu erzielen. Hier wird schon mal der Saucenfleck weggestempelt oder die "Krause Petersilie glatt gebügelt". Als erstes kopiert er das Original auf eine neue Ebene, dann ändert er über "Einstellungen | Gradationskurven" die Helligkeit des Bilds.

Vorher-Nachher-Bildbearbeitung

© Richard Stratmann

Die endgültige Version rechts entstand durch Nachkorrektur am PC.

Über "Bild | Einstellungen | selektive Farbkorrektur" passt er die Farbgebung an. Abschließend entfernt er unerwünschte Elemente mit "Werkzeug | Kopierstempel". Gerne setzt Richard Stratmann auch einmal Akzente, indem er ein Bild einrahmt oder mit einem Schriftzug versieht oder er fügt zwei bis drei Motive zu einem Bild zusammen, wie den fertigen Kuchen aus dem Ofen als Ganzes und das Stück Kuchen separat auf dem Teller angerichtet.

Kuchen Foto

© Richard Stratmann

Es wurden zwei Bilder zu einem zusammengefasst, um die Buchteln nach dem Backen und einmal fertig angerichtet zeigen zu können. Die farbigen Bildunterschriften leitet Stratmann aus den jeweiligen Zutaten ab, so steht das Hellbraun für Buchtel und das Blau/Lila für Zwetschgen.

Durch das Einstellen der Kochergebnisse in der fotocommunity möchte er zur Nachahmung animieren. "Mein Wunsch ist es, aus den zusammengetragenen Rezepten und dem Bildmaterial ein Kochbuch zu erstellen." Besonders gelungene Aufnahmen hängte er aber auch einfach nur gerne an die Wand.

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