Musikbox

"Focus"

Sooloos

© Archiv

Das Ensemble bringt bis zu fünf Anlagen in Kontakt mit Sooloos. Vier Cinch-Paare für analoge Musikübertragung und ein digitaler S/PDIF-Ausgang stehen zur Kontaktaufnahme bereit. Jeder Ausgang kann mit unterschiedlicher Musik bestückt und - bis auf den digitalen Ausgang - in der Lautstärke eingestellt werden.

Legt man etwa einen "Focus" auf Van Morrison, so bietet das System alle CDs des Musikers an. Das ist noch kein Geniestreich. Stöbert man aber unter "Credits" weiter und möchte vielleicht wissen, wo die nette Dame im Hintergrund, Annie Stocking, auch noch mitgesungen hat, so zeigt uns Sooloos per Fingerdruck, dass sie etwa auch bei Curtis Mayfields "New World Order" neben anderen im Background zu hören ist.

Sie wollen eine Zeitreise durch die Musikgeschichte machen? Bitte sehr: Legen Sie den "Focus" auf das Veröffentlichungsdatum und bewegen Sie den Finger auf einer Zeitleiste: Voila, es erscheinen auf dem Touchscreen - wahlweise nach Erscheinungsdatum oder etwa Künstlername sortiert - alle Alben, die vor einem gewählten Datum veröffentlicht wurden.

Oder Sie beschränken die Auswahl Ihrer Musiksammlung ausschließlich auf Titel, die in CD-Qualität und nicht im MP3-Format auf Ihrer Festplatte archiviert wurden.

Unter "Focus" können Sie unzählige Kriterien definieren, um die Auswahl an Musik einzugrenzen. Diese Auswahl können Sie dann auch als Playlist etwa unter "Party" speichern. Man kann sich in Genres treiben lassen, also etwa nur Opern-Arien zulassen oder einfach audiophile Klänge verschiedener Interpreten auf sich wirken lassen. Sie haben eine neue CD gekauft: Ab in den Slot von "Control: Ten", und schon wird gerippt - natürlich läuft die gerade gehörte Musik währenddessen weiter.

Die entsprechenden Metadaten werden im Hintergrund gleich aus dem Netz gezogen. Dazu konsultiert Sooloos die Datenbanken der Firma AMG. Fehlen mal bei ganz exotischen Titeln einige Daten, kann der Nutzer sie nachtragen.

Vernetzt mit Meridian

Aluminium-Fuß des

© Archiv

Im Aluminium-Fuß des "Control:Ten" ist ein CD-Laufwerk integriert. Darüber werden CDs direkt auf die Festplatte des Ensembles gerippt. Doch vor dem Rippen kommt die Pflicht: Bevor die Musikdaten abgelegt werden, sucht das Sooloos-Musiksystem nach den passenden Metadaten im Netz.

Sie haben einen Großteil Ihrer Musiksammlung schon auf einem Rechner? Umso besser. Ein Import via "Control:Mac" oder "Control:PC" ist ebenso möglich wie ein Export zu iTunes oder zu einem frei wählbaren Speicherort wie einer NAS-Festplatte. Geht mal etwas schief oder die Anlage streikt wider Erwarten, so hilft der "Remote Support". Er kommt zwar nicht aus Deutschland, sondern aus England, ist aber dennoch ein guter Service. Natürlich steht Ihnen auch Ihr Meridian-Händler zur Seite: Er hat ja immerhin den Musikserver bei Ihnen aufgestellt.

Die Steuereinheit "Control:Ten" bietet auch direkten Kontakt zu Meridians eigener Hi-Fi-Welt: Eine gesonderte Netzwerkbuchse etwa steuert die Daten zu den firmeneigenen digitalen Aktivboxen. Darüber hinaus ist Sooloos in die Haus- und Mediensteuerung von Crestron integrierbar. Denkbar ist auch die Integration von Meridians Raumakustik-Korrektur.

Keine Zukunftsmusik mehr, sondern bereits machbar: Das Sooloos-System lässt sich über das iPhone mit einer kostenlosen App von Meridian steuern. Damit hat man alles in einer Hand beziehungsweise die gesamte Musiksammlung in der Hosentasche und kann für jede Zone eine andere Playlist abspulen lassen sowie die Lautstärke regeln. Die Apple App ist gut gelungen: Alle wichtigen Funk-tionen sind intuitiv erreichbar.

Der Hörtest gestaltete sich angesichts der schon vorhandenen 615 Gigabyte Musikdaten auf der Wechselfestplatte plus der eingespeisten Test-CDs eher zu einer Hör-orgie. Der Test ergab, dass - wie von Meridian nicht anders zu erwarten - die Qualität jede Diskussion erübrigte.

Neben der detailreichen Wiedergabe fiel vor allem der sehr konturierte Bassbereich auf. So straff, knackig und mithin differenziert haben die Referenzboxen selten geklungen. Mit anderen Worten: Der Klang ist über jeden Zweifel erhaben.

Auch die unzähligen Features der Musikbox sind beeindruckend. Unter anderem neu hinzugekommen ist in der aktuellen Software-Version 2.225 die Möglichkeit, Internet-Radio zu hören.

Das Sooloos-System verleitet dazu, nicht mal nur kurz Musik zu hören, sondern auch mal einen ganzen Tag lang nur zu stöbern, zu entdecken, zu hören, zu fokussieren oder je nach Stimmungslage zu "schwimmen".

Apropos "schwimmen": "Moods" und "Swim" sind in Kombination weitere faszinierende Features. Unter "Moods" finden Sie zahlreiche Gemütslagen, die Ihre Auswahl an Musik entsprechend einschränken. "Swim" lässt Sie dann die Auswahl per Zufallswiedergabe konsumieren. Man kann also etwa fokussiert auf die momentane eigene Laune im Genre-Becken "Vocal" schwimmen gehen. So wird man in Zukunft zu Hause Musik genießen.

Testprofil

Meridian Sooloos Control:Ten/Ensemble
audio-reference.de
8.500 Euro

Netzwerk-Musiksystem

Weitere Details

90 Prozent

Testurteil
überragend
Preis/Leistung
gut

Spätestens, wenn Begriffe wie "Moods" und "Swim" auftauchen, sind mehr als gewisse Grundkenntnisse der englischen Sprache notwendig, um verstehen zu können, welche Stimmungslage gemeint ist. Doch bald soll auch eine deutsche Bedienober-fläche verfügbar sein.

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