Top-Ten-Filme im Kopiertest

Filme ganz einfach knacken

Lassen sich DVD-Filme noch mit legalen Tools kopieren? Wir haben es ausprobiert und die Top Ten der aktuellen Kauffilme einem Kopiertest unterzogen - mit legalen und illegalen Tools. Erfahren Sie außerdem, ob Sie als illegaler Privatkopierer überhaupt mit strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen haben.

  1. Filme ganz einfach knacken
  2. Teil 2: Filme ganz einfach knacken
Jeden Film ganz einfach knacken

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Jeden Film ganz einfach knacken

Sie kaufen sich hin und wieder eine preiswerte Film-DVD bei Media Markt oder im Online-Shop? Und vielleicht haben Sie sich auch schon einmal einen aktuellen Blockbuster aus der Videothek um die Ecke ausgeliehen? Auf dem DVD-Player im Wohnzimmer werden die kommerziellen Heimkinoscheiben in der Regel problemlos abgespielt. Auch im Laufwerk Ihres PCs oder Notebooks lassen sich die Disks mithilfe eines installierten Software-DVD-Players wiedergeben. Doch haben Sie schon einmal versucht, einen dieser Filme auf einen DVD-Rohling oder Ihre Festplatte zu kopieren?

Jede Kopie ist illegal

Denn nach wie vor finden sich zahlreiche Brennprogramme auf dem Markt, die damit werben, auch Film-DVDs auf einen Rohling kopieren zu können. Hierzu zählen beispielsweise auch bekannte Brennsuiten wie Nero, WinOnCD oder die DVD Suite von CyberLink. Ebenso die auf das Kopieren und Rippen von Film-DVDs spezialisierten Tools wie CloneDVD fallen in diese Rubrik. Unter Rippen versteht man das Auslesen einer Film- oder Audio-Disk und das Abspeichern ihrer Inhalte auf die Festplatte. Legt man jedoch eine kommerzielle Film-DVD in seinen Rechner ein und versucht eine 1:1-Kopie zu brennen, so wird der Kopiervorgang schon beim Versuch des Auslesens der Diskinhalte von allen legalen Kopierprogrammen abgebrochen und eine Fehlermeldung erscheint. Nero 8 beispielsweise weist den Anwender darauf hin, dass die eingelegt DVD kopiergeschützt ist und sich deshalb erst gar nicht auslesen lässt.

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Legale Kopier-Tools wie Nero 8 oder CloneDVD 2 verweigern das Kopieren einer geschützten Film-DVD.

Eine ähnliche Meldung erhält man beim Versuch, eine kommerzielle Film-DVD mit der legalen Version von CloneDVD 2 auf einen Rohling oder auf die Festplatte zu kopieren. Auch CloneDVD liefert die Information, dass es keine kopiergeschützten DVDs kopieren kann. Zusätzlich erfährt man, dass Film-DVDs häufig mit einem Kopierschutz, dem sogenannten Content Scrambling System kurz: CSS, verschlüsselt sind. Das Interessante daran: CSS war bereits Ende der 90er-Jahre geknackt. Die CSS-Entschlüsselungskomponente war seitdem in zahlreichen Kopier-Tools integriert, wie beispielsweise in DeCSS, SmartRipper oder DVDShrink, um nur einige der bekanntesten zu nennen. Diese Anwendungen entfernen beim Kopieren oder Rippen der Original- DVDs den CSS-Kopierschutz und meist auch gleich den Regionalcode des Films.Hier stellt sich nun die Frage, warum ein schon seit 10 Jahren geknackter und somit eigentlich völlig wirkungsloser Kopierschutz weiterhin bei Film-DVDs eingesetzt wird - und wieso in Deutschland vertriebene, legale Kopierprogramme diese Verschlüsselung nicht einfach aushebeln.

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Legale Kopier-Tools wie Nero 8 oder CloneDVD 2 verweigern das Kopieren einer geschützten Film-DVD.

Der "wirksame" Kopierschutz

Der Grund für das Verhalten dieser Tools liegt an einigen einschneidenden Änderungen im Urheberrecht vor etwa fünf Jahren. So ist es seither verboten, bei der Herstellung einer Privatkopie Schutzmaßnahmen des DVD- oder CD-Herstellers auszuhebeln. Laut Urheberechtsnovelle dürfen "wirksame technische Maßnahmen" ohne Zustimmung des Rechtsinhabers nicht umgangen werden. Unter diese technischen Maßnahmen fällt auch der Kopierschutz bei Film-DVDs oder Audio-CDs. Doch wann ist ein Kopierschutz wirksam - und wann nicht? Wenn beispielsweise ein CD- oder DVD-Brenner den Kopierschutz gar nicht erkennt und deshalb eine Kopie brennt, dann ist der Kopierschutz nicht wirksam und wird deswegen auch nicht umgangen.Dasselbe gilt, wenn ein Kopierschutz nur auf bestimmten Betriebssystemen (z.B. Windows) funktioniert, auf anderen (z.B. Macintosh, Linux) aber nicht. Auch der bloße Hinweis auf einer CD oder DVD, dass der Datenträger kopiergeschützt sei, genügt den Anforderungen eines wirksamen Kopierschutzes nicht. Es kommt darauf an, ob das Werk tatsächlich durch einen wirksamen Kopierschutz geschützt ist. Doch wie sieht es dann mit dem Kopierschutz CSS aus? Schließlich dürfte eine Verschlüsselung, die bereits seit einem knappen Jahrzehnt geknackt ist, kaum als wirksam gelten. Doch der Gesetzgeber argumentiert hier wie folgt: Einen 100-prozentig sicheren Kopierschutz kann es nicht geben. Deshalb ändert auch eine entsprechende Hacker-Software, die den Kopierschutz umgehen kann, nichts an der Wirksamkeit des Kopierschutzes im Sinne des Urheberrechts. Wer ein solches Hacker-Tool zur Umgehung des Kopierschutzes besitzt, macht sich dabei noch nicht strafbar. Erst mit der Anwendung des Tools, um eben einen Kopierschutz auszuhebeln, handelt man illegal. Eine kleine Liste der bekanntesten Tools, die zum Kopieren oder Rippen von geschützten Film-DVDs eingesetzt werden oder wurden, finden Sie im Kasten "Anwenden verboten - Besitz erlaubt" (s. unten).

Gefängnis für Privatkopie?

Da aktuell nahezu jede kommerzielle Film-DVD mit einem laut Urheberrecht "wirksamen" Kopierschutz versehen ist - und sei er noch so wirkungslos wie CSS -, wird auch die Privatkopie eines kopiergeschützten Films zu einer illegalen Handlung. Wer sich also seine gekauften Film-DVDs unter Umgehung des Kopierschutzes auf einen Rohling brennt, auf die Festplatte seines Notebooks rippt oder in ein anderes Video-Format, zum Beispiel für den iPod, umwandelt, macht sich laut novelliertem Urheberrecht strafbar. Doch mit welchen Strafen hat der illegale Privatkopierer zu rechnen? Muss man für drei Jahre hinter Gitter, wenn man sich die eigens gekauften Filme von der geschützten Original-DVD auf die Notebookplatte rippt? Ganz so schlimm ist es zum Glück nicht. Wer den Kopierschutz ausschließlich für den eigenen privaten Gebrauch umgeht, dem droht keine strafrechtliche Verfolgung und damit auch keine Gefängnisstrafe. Dieser so genannte Strafausschließungsgrund greift jedoch nur dann, wenn die unerlaubte Kopie ausschließlich zum eigenen privaten Gebrauch oder dem persönlich verbundener Personen erfolgt. Persönlich verbunden sind laut Urheberrecht Familie, Haushaltsangehörige und enge Freunde.Dennoch können Rechteverwerter wie Filmstudios oder Plattenfirmen zivilrechtliche Unterlassungs- und Schadensersatzforderungen an den Kopierer stellen. Ob dies jedoch für Einzelfälle tatsächlich passieren wird, scheint eher zweifelhaft.

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Es geht um die großen Fische

Es ging dem Gesetzgeber mit der Novelle des Urheberrechts im Jahre 2003 nicht darum, große Teile der Bevölkerung zu kriminalisieren. Auch die Rechteinhaber haben es vor allem auf die großen Fische abgesehen, die Raubkopien in großen Mengen vertreiben und so den Einnahmen der Film- oder Plattenlabels empfindlichen Schaden zufügen. Ganz anders sieht also die Rechtslage für denjenigen aus, der einen Kopierschutz nicht ausschließlich zum eigenen privaten Gebrauch umgeht. Geschützte Filme oder Musik zu kopieren und in der Tauschbörse Tausenden anderen Nutzern zum Download zur Verfügung zu stellen, wäre ein solcher Fall. Hierbei drohen Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr oder Geldstrafen. Handelt man dabei gewerbsmäßig, indem man die Raubkopien zum Beispiel online oder auf dem Flohmarkt verkauft, erhöht sich die Sanktion auf Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren oder Geldstrafen.Darüber hinaus muss man in solchen Fällen erst recht mit zivilrechtlichen Unterlassungs- und Schadensersatzforderungen der entsprechenden Rechtsinhaber rechnen.

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Top-Filme im PCgo-Kopiertest

Doch ist wirklich jeder aktuelle DVD-Film geschützt? Wir haben den Test gemacht und die laut mediacontrol GFK im Zeitraum vom 09.06.2008 bis 15.06.2008 meistverkauften DVD-Titel auf ihren Kopierschutz geprüft. Die Liste der Top Ten reicht von der Endzeitvision "I am Legend" mit Will Smith über die Tragikkomödie "Das Beste kommt zum Schluss" mit Jack Nicholson bis hin zum neuesten Abenteuer der drei Fragezeichen Justus, Peter und Bob. Die Tabelle "Die Top-Ten-Film-DVDs im Kopiertest..." auf Seite 2 dieses Artikels listet in der ersten Spalte alle von uns getesteten Filmtitel auf. Die folgenden Spalten zeigen, wie erfolgreich sich die legalen und illegalen Tools beim Kopieren dieser Filme geschlagen haben.

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Auf Seite 2: Welche Filme sind wie geschützt und ist das Anwenden und Besitzen von Hacks erlaubt?

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