Brummton-Killer

Fertigungstoleranzen

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Modelle der Uher-Royal-Serie besitzen die Geschwindigkeiten von 2,4 bis 19 cm/s und lassen sich von Vierspur auf Halbspur umstecken.

Egal ob Bandgerät oder Kassettenrekorder, das Amateursystem war so konzipiert, dass man die Bänder auf allen Maschinen ohne allzu große klangliche Unterschiede wiedergeben konnte. Ein großes Problem waren jedoch Fertigungstoleranzen. Selbst Geräte einer Serie waren hinsichtlich Kopfjustage und Einmessung nie völlig identisch. Kassettenrekorder hatten vor allem keine langzeitstabilen Werte.

Das hing mit dem beweglichen Kopfträger zusammen und den unterschiedlichen Kassettenhüllen. Ist die Originalmaschine von damals noch vorhanden, ist die Chance auf eine optimale Wiedergabe hier am größten. Allerdings bringt es klangliche Vorteile, Bänder von einer schlechteren Maschine auf einem besseren Gerät wiederzugeben.

Da es keine Neugeräte mehr gibt, bedenken Sie vor der Anschaffung eines Gebrauchtgerätes die Ersatzteil- und Wartungssituation. So gibt es für Uher, Studer, Revox, Teac/Tascam und Tandberg noch weitgehend Ersatzteile und Kundendienst. Bandgeräte und Decks der Firma Akai glänzen durch wartungsfreie abriebfeste GX-Tonköpfe mit Glasüberzug.

Tipp: Gebrauchtgeräte sind nicht teuer. Besorgen Sie sich ein paar ausgewählte Exponate und testen Sie, auf welchem Gerät Ihre Bänder am besten klingen.

Geräte prüfen

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Professionelle Reinigungsmittel finden Sie im Internet, etwa bei www.bluthard.de.

Betrachten Sie die Tonköpfe mit einer Lupe. Finden sich mechanische Beschädigungen wie herausgebrochene Stücke oder Riefen, ist das Gerät unbrauchbar. Auch ein Tonkopf mit Laufrillen beschädigt das Band sofort. Ist die Gummiandruckrolle noch elastisch - oder ist sie hart oder gar klebrig wie Knetmasse? Dann muss sie erneuert werden.

Defekte Elektronik kann hohe Spannungen auf die Köpfe bringen und dadurch das Band löschen statt abzuspielen: Lassen Sie die Maschine vor Beginn der Digitalisierung eine Viertelstunde warmlaufen und testen Sie das Gerät erst mit einer unwichtigen Aufnahme.

Tipp: Bandabrieb auf Köpfen und Umlenkrollen wird hart wie Stein. Entfernen Sie diesen mit Wattestäbchen oder Hölzchen.

Verwenden Sie nie metallische Gegenstände wie Schraubenzieher oder Feilen, das beschädigt den empfindlichen Tonkopf irreparabel.

Digitalisieren

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Die Terratec Audiointerfaces Phono PreAmp iVinyl und DMX 6Fire USB kommen komplett mit der Software Algorithmix Sound Rescue.

Egal ob Tonbänder oder Kassetten: Spielen Sie die Bänder mit einer höheren Samplingrate ein als CD-Qualität. Umso besser lassen sich nachträglich Störsignale entfernen. 24 Bit/96 KHz sind ein guter Kompromiss.

Wer auf gute Editiermöglichkeiten Wert legt, findet im aktuellen Cubase 6 das passende Programm. Auch das neue ProTools 10 punktet mit dem bewährten Handling beim Tonschnitt und unterstützt seit Version 10 endlich auch Fließkommaberechnungen.

Wer einen kostengünstigen Soundeditor sucht, sollte sich den Internet Reaper ansehen. Die Software läuft auf Windows und Mac OS in 32 und 64 Bit und kostet 60 oder 225 US-Dollar (ca. 45 oder ca. 180 Euro), je nach Nutzung. VST-Plug-ins lassen sich einbinden.Ganz umsonst geht es mit Audacity, einem Open Source Editor für Windows und Mac.

Der Toneingang der Computer-Soundkarte ist selten ein guter Partner für störungsfreie Tonaufnahmen von Bandgeräten. Zudem ist er meist auf die CD-Samplingrate von 16 Bit / 44,1 KHz beschränkt.

Eine wesentlich bessere Wahl ist die Benutzung eines externen USB-Interfaces mit Eingangspegeleinstellung via Regler oder Systemerweiterung.

Benutzen Sie die Aussteuerungsanzeige der Software und stellen Sie die Lautstärke auf den fast maximalen Wert, ohne jedoch zu übersteuern. So nutzen Sie den Headroom der digitalen Aufzeichnung optimal aus.

Nach dem Digitalisieren normalisieren Sie das Audiofile, d.h. Sie bringen es auf den maximal zulässigen Pegel.

Störsignale entfernen

Bei analogen Bandaufzeichnungen nerven hauptsächlich Netzbrummen und Bandrauschen. Wenn das Rauschen nur einen geringen Frequenzbereich umfasst, kann man diesen mit einem steilflankigen EQ-Filter absenken. Das geht allerdings oft ein wenig zu Lasten der Tonqualität. Viele Programme haben Rausch- und Brummfilter eingebaut, z.B. Adobe Audition. Testen Sie deren Wirkung.

Tipp: Entrauschen Sie nicht zuviel, sonst klingt der Sound durch das Entfernen der Obertöne leblos und stumpf.

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Modelle der Uher-Royal-Serie besitzen die Geschwindigkeiten von 2,4 bis 19 cm/s und lassen sich von Vierspur auf Halbspur umstecken.

Auch die Noiseprint-Methode vieler Programme bringt gute Ergebnisse. Dazu benötigen Sie eine möglichst lange Passage des puren Rauschens ohne Nutzton, um diese zu markieren und daraus eine Art "akustischen Fingerabdruck" berechnen zu lassen. So lässt sich gezielt der Störbereich entfernen.

Brummen im Ton ist meistens die Einstreuung des Stromnetzes mit 50 Hz (in USA & Japan 60 Hz). Eigentlich könnte man diese Frequenz mit einem steilflankigen EQ-Filter eliminieren. Oft gehen aber die damit verbundenen Harmonischen bis in den Mittenbereich hoch und stören dort den Sound.

Mit der Fingerprint-Methode kann man dem erfolgreich zu Leibe rücken. Viele Programme haben diesbezüglich gute Filter eingebaut.

Wer professionell seine Bänder restaurieren möchte, kann per Plug-in-Schnittstelle zusätzliche Filter einbinden und damit weitere Klangverbesserungen herausholen.

Das Waves Restoration Bundle umfasst alle Optionen der Störgeräusche-Entfernung. Je nach Schnittstelle liegt der Preis für das Bundle zwischen 550 und 1900 US-Dollar (ca. 420 und 1450 Euro). Die Filter sind jedoch auch einzeln erhältlich. Geheimtipp unter Toningenieuren ist derzeit das "RX2 advanced" (1199 US-Dollar; ca. 950 Euro) von Izotrope, wahlweise als Stand-Alone oder als Plug-in erhältlich.

In der Advanced-Version lassen nicht nur alle möglichen Störgeräusche entfernen, man kann auch Tonlöcher schließen, indem per Berechnung neuer Sound aufgefüllt wird. Eine Kombination aus Spektralanzeige mit eingeblendeter Waveform ermöglicht intuitives schnelles Arbeiten. Es gibt davon eine günstigere RX2-Version für 349 US-Dollar (ca. 270 Euro) mit eingeschränktem Funktionsumfang.

Im Sony Mastering-Editor "Sound Forge Pro 10" (351,99 Euro) ist das Izotrope Mastering Effects Bundle 2 enthalten.

Ebenfalls gut für die Bandrestauration zu verwenden sind die Sonnox-Plug-ins mit aufwändigen Filtern gegen Rauschen und Brummen. Eine Filterversion mit reduziertem Einstellungsumfang ist in den aktuellen Wavelab-Versionen eingebaut.

Auch einige primär für die Restauration von Schallplatten konzipierten Programme beinhalten gute Werkzeuge gegen Tonband-typische Klangprobleme, wie Diamond Cut 8. Dort können neben unterschiedlichen Rausch- und Brummfiltern die fehlenden Ober- und Untertöne per Schieberegler stufenlos restauriert werden.

Für das neue Wavepurity 7 gibt es ein Enhancer Plug-in Kit. Das verbessert die Dynamik der Obertöne. Ein weiterer Filter wandelt Monoaufnahmen in Pseudostereo um. Das Kit kostet samt Wavepurity 7 professional etwa 80 Euro, Reparatur von Tonlücken bis 100 Milli-sekunden inklusive.

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