SmartHome-Geräte

Fernzugriff auf Heimnetzwerk, NAS, PCs und mehr einrichten

Per Fernzugriff können Sie unterwegs per Smartphone oder Laptop über das Internet auf das eigene NAS, PCs und weitere Geräte zugreifen. So geht's!

Fritzbox Benutzeroberfläche

© AVM

Die Fritzbox ist eine geignete Zentrale, um Fernzugriff auf eigene Geräte zu ermöglichen.

Dateien, Musik und Videos sowie eine stetig wachsende Anzahl von SmartHome-Geräten im heimnetzwerk - es gibt vieles, auf das Sie auch von unterwegs per Fernzugriff zugreifen möchten. Wir stellen Ihnen die Möglichkeiten und Geräte dafür vor.​

Dank Internet, Laptop und Smartphone haben Sie von überall Zugriff auf Ihre Daten und Geräte zuhause. Es gibt dabei aber einige Hürden:

  • Sie benötigen eine schnelle Internet-Verbindung, damit Sie Daten in akzeptabler Geschwindigkeit aus dem Heimnetzwerk hochladen können. Die üblichen DSL-Verbindungen eignen sich aber vor allem für den schnellen Download. In Upload-Richtung ist die Geschwindigkeit viel geringer. Ein Megabit Upload pro Sekunde sollte es mindestens sein, denn das reicht für Bildschirmfreigaben und sogar Musikstreaming. 
  • Um Strom zu sparen, wechseln Computer und andere Netzwerkgeräte bei Nichtgebrauch in den Ruhezustand. Für den Fernzugriff müssen sie erst aufgeweckt werden. Dafür gibt es  die Funktion Wake On LAN (WOL)​, die das Versenden von Aufweckbefehlen per Netzwerk erlaubt. In Router wie AVMs FRITZ!Box ist eine WOL-Funktion integriert. 
  • Ihr Netzwerk muss permanent mit dem Internet verbunden und von außen erreichbar sein. Vor allem bei Heimnetzwerken, die per Mobilfunk online gehen, gibt es Einschränkungen, die dazu führen, dass nicht jede Möglichkeit für den Fernzugriff funktioniert. Sind diese Hürden beseitigt, steht dem Fernzugriff aufs Heimnetz nichts mehr im Weg. Anderenfalls können die Cloud-Dienste für Sie hilfreich sein, die wir Ihnen ebenfalls vorstellen.​

Auf Dateien zugreifen 

Wie Sie auf Ihre Dateien zugreifen, hängt davon ab, wo diese gespeichert sind. In der Regel befinden sich Dateien entweder auf einem Computer beziehungsweise einer damit verbundenen, externen Festplatte und/oder auf einem Network Attached Storage (NAS). Diese Geräte beherbergen eine oder mehrere Festplatten, auf denen sich Dateien via Netzwerk speichern lassen.​

Computer benötigen eine Software, über die Sie auf Ihre Dateien zugreifen können. Dafür empfehlen wir Teamviewer​​. Die Software ist für den privaten Gebrauch kostenlos und ermöglicht sowohl den Download von auf Ihrem Computer gespeicherten Dateien als auch dessen Fernsteuerung über eine Bildschirmfreigabe. Teamviewer gibt es für Windows, den Mac und Linux. Weil das Programm auch für Android und iOS erhältlich ist, können Sie auch vom Smartphone und Tablet auf ihren PC zugreifen.​

NAS QNAP TS 451+

© QNAP

NAS wie das QNAP TS-451+ beherbergen mehrere Festplatten und stellen so viel Speicherplatz im Netzwerk zur Verfügung. (Quelle: Qnap, www.qnap.com)

Wie Sie auf Ihr NAS zugreifen, unterscheidet sich von Modell zu Modell. Alle zeitgemäßen Geräte bringen aber mindestens eine Funktion mit, dank der Sie auch von unterwegs Zugriff auf die auf dem NAS gespeicherten Dateien haben. Üblicherweise erfordert das die kostenfreie Registrierung bei einem vom Hersteller des NAS angebotenen Online-Service. Dabei erhalten Sie Zugangsdaten, über die Sie sich von unterwegs über eine Website in Ihr NAS einloggen und Dateien herunterladen können. Häufig findet sich im Zubehör des NAS auch eine Software, über die Sie einen Ordner auf Ihrem Laptop mit dem NAS lokal und via Internet synchronisieren können. Smartphone-Apps stellen hingegen nicht alle Anbieter zur Verfügung. Werfen Sie einen Blick auf die Geräte von QNAP​​, Seagate​​, Synology​​ und Western Digital​​, wenn Sie sich für ein NAS interessieren. Viele Internet-Router lassen sich durch Anschluss eines USB-Laufwerks ebenfalls um NAS-Funktionen erweitern.​

Alternativ gelingt der Fernzugriff aufs Heimnetzwerk auch über ein virtuelles, privates Netzwerk (VPN). Dabei stellen Sie von unterwegs eine verschlüsselte Verbindung zu Ihrem Netzwerk her, wodurch das Internet quasi zum verlängerten Netzwerkkabel wird. Das VPN hat den Vorteil, dass Sie auf nahezu alle Funktionen genauso zugreifen, als befänden Sie sich zu Hause. Die Einrichtung ist aber nicht immer ganz leicht. Nach unserem Eindruck kommen Sie mit der ohnehin weit verbreiteten Fritzbox von AVM​​ am schnellsten ans Ziel, zumal die Einrichtung unter Windows, macOS, Android und iOS hier sehr ausführlich dokumentiert​​ wurde.

Cloud-Alternativen: Speichern Sie Ihre Dateien auf einer Online-Festplatte wie Dropbox​​ oder OneDrive​​. Auch wenn das kein wirklicher Fernzugriff auf das Heimnetzwerk ist - so haben Sie Ihre Dateien immer griffbereit.​

Bilder, Musik und Videos ansehen 

Zu den beliebtesten Funktionen des Fernzugriffs auf das Heimnetzwerks gehört der Zugang zu Bildern, Musik und Videos. Dafür gibt es verschiedene Mediacenter-Lösungen, die viel mehr Komfort bieten als der Zugriff auf „nackte“ Dateien. Kernfunktionen zum Abspielen von Mediadateien stehen dabei in der Regel kostenfrei zur Verfügung.​

Plex Filme streamen

© Hersteller

Von Plex erfasste Filme, Serien, Musik und Bilder stehen Ihnen auf zahlreichen Endgeräten zur Verfügung - auch unterwegs. (Quelle: plex.tv)

Der Platzhirsch unter den Mediacenter-Programmen ist PlexPlex​​. Nach der Installation weisen Sie Plex den Weg zu den Verzeichnissen mit Ihren Bildern, Musik und Videos. Plex erstellt daraus einen Katalog und ergänzt diesen mit Album Covers, Filmplakaten, Trailern, Bewertungen, den Titelsongs von TV-Serien und vielem mehr. Bei der Wiedergabe wandelt Plex das jeweilige Dateiformat automatisch so um, dass es sich auf dem Zielgerät abspielen lässt. Auch die für die Übertragung notwendige Bandbreite lässt sich dabei anpassen. So streamen je nach Internet-Verbindung sogar Videos von Zuhause unterwegs aufs Smartphone.​

Der Plex-Server ist kostenfrei für Windows, Linux und macOS erhältlich. Auch auf vielen NAS können Sie ihn installieren. Die für die Umwandlung der Dateien in das Zielformat (so genannte „Transkodierung“) notwendige Rechenkraft bringen aber nicht alle Geräte mit. Eine von Plex’ Stärken ist die gute Verfügbarkeit der für die Wiedergabe notwendigen Client-Software. Es gibt sie unter anderem für den Webbrowser, für Android, iOS, FireTV, Playstation und Xbox. In einigen TV-Geräte ist Plex ebenfalls integriert. Der Fernzugriff gehört zu den kostenlosen Funktionen von Plex.​

Während sich Plex bereits jahrelanger Entwicklung erfreut, ist die Alternative Emby Media​​ deutlich jünger. Funktional sind sich beide Lösungen sehr ähnlich. Plex wirkt runder und ausgereifter. Sollen aber auch Kinder und Jugendliche auf das Mediacenter zugreifen, könnten die besseren Jugendschutzfunktionen von Emby interessant für Sie sein.​

Kommt es Ihnen lediglich auf einen Zugriff auf Ihre Musiksammlung an, dann sollten Sie sich auch Subsonic​​ ansehen. Dieses Mediacenter setzt den Schwerpunkt auf Musik und kann Songs auch für das Streaming im Fernzugriff bereitstellen. Der Fernzugriff ist Teil des Premium-Pakets, das nach Ablauf der Testfrist 1 US-Dollar im Monat kostet.​

Cloud-Alternativen: Fotos können Sie zum Beispiel bei Google Photos​​ speichern. Für Musik unterwegs bietet sich ein Streaming-Dienst wie Spotify​​ an und im Bereich der Videos empfiehlt sich ein Blick auf das Angebot von Amazon Prime​​, Netflix​ ​und die Mediatheken der Fernsehsender​​.​

Zugriff auf das SmartHome​

Smarthome

© Elgato

Von der Heizungssteuerung über die schaltbare Steckdose bis hin zum Sensor für Temperatur und Luftfeuchtigkeit gibt es zahlreiche Geräte, die eine kabellose Nachrüstung von SmartHome-Funktionen ermöglichen. (Quelle: Elgato, www.elgato.com)

Das Licht ausschalten, die Rollläden runterlassen oder das Garagentor öffnen - immer mehr Funktionen des Zuhauses stehen dank SmartHome-Geräten auch unterwegs zur Verfügung. Besonders interessant sind per Funk kommunizierende SmartHome-Geräte, über die sich Wohnungen und Häuser nachrüsten lassen. Solche Geräte gibt es zum Beispiel von AVM​​, Belkin​​, Elgato​ ​und Philips​​.​

Ähnlich wie bei NAS ist es üblich, dass der Fernzugriff auf SmartHome-Geräte über vom Hersteller bereitgestellte Online-Funktionen erfolgt. Das birgt aber zwei Probleme: 

  • Verschwindet der Anbieter vom Markt, gehen üblicherweise auch die Online-Funktionen unter. Je nach Konstruktion kann ein SmartHome-Gerät dadurch deutlich an Nutzen verlieren.
  • Kombinieren Sie SmartHome-Systeme verschiedener Anbieter, benötigen Sie entsprechend viele Logins und Apps für die Steuerung. Andererseits bietet die Kombination von Systemen Einsparmöglichkeiten und mehr Individualität.​
IP-Symcom

© Screenshot WEKA / PC Magazin

IP-Symcon vereint SmartHome-Geräte verschiedener Hersteller unter einer einheitlichen Web-Oberfläche und lässt sich mit der Sprache PHP programmieren. (Quelle: Symcon GmbH, www.symcon.de)

Aus diesen Gründen sind Programme nützlich, mit denen sich SmartHome-Geräte verschiedener Hersteller steuern lassen - aus einer einheitlichen Web-Oberfläche beziehungsweise App heraus, zu Hause und unterwegs. Apple hat dafür den HomeKit-Standard entwickelt. Dazu kompatible Geräte gibt es von verschiedenen Herstellern. Sie lassen sich per iPhone und iPad steuern. Als Brücke, die den Fernzugriff ermöglicht, dient dabei der Streaming-Client AppleTV oder ein zu Hause zurückgelassenes iPad. Typisch für Apple sind die Anpassungsmöglichkeiten für Benutzer aber auf das reduziert, was Apple als wichtig erachtet. Mehr Flexibilität und eine größere Palette unterstützter SmartHome-Geräte bieten zum Beispiel IP-Symcon und OpenHAB, für deren Betrieb häufig schon ein stromsparender Mini-PC wie der Raspberry Pi reicht.

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