Es muss nicht immer iTunes sein

Fazit

Die jungen Hüpfer: Quux, Mufin Player, Songbird

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© Hersteller/Archiv

Kaum zu glauben: Diesen individuellen Fenstern liegt das gleiche Programm zugrunde. Mit den richtigen Plug-ins können Sie Coverart, Bewertungen, Hintergrundbilder, ein ganz eigenes Design mit Menüstruktur uvm. hinzufügen. Mit Foobar 2000 ist Ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Winamp hat mit seinem Erfolgsmodell jedoch zahlreiche Mitbewerber inspiriert. Quux, Mufin Player und Songbird heißen die Konkurrenten und haben sich die Rosinen aus den Designs der Vorgänger herausgepickt. Jeder, der mit iTunes und Winamp vertraut ist, wird sich hier heimisch fühlen, wobei die Menüführung durchwegs einfacher gestaltet ist.

Die Tag-Editoren von Songbird aus dem Hause Mozilla in der neuesten Version 1.9.3 und Quux 2.9.0.8 sind im Funktionsumfang vergleichbar mit iTunes. Mufin Player 2.5 jedoch lässt erweiterte Änderungen wie Komponist, Texter und sonstige Kommentare zu.

Leider schnitt dieser mit 100 Minuten in unserem Einlesetest nach dem WMP als Zweitlangsamster ab. Quux schaffte mit 45 Minuten ein etwas besseres Ergebnis als iTunes, während Songbird mit 70 Minuten im Mittelfeld liegt. Aber natürlich grenzen sich die Rivalen mit Sonderfunktionen ab, die durchaus das Zeug zum Knüller haben:

Quux ermöglicht es, ein handelsübliches Gamepad als Fernbedienung zur Steuerung der Musikwiedergabe zu konfigurieren. Mit dem Mufin Player hingegen können Sie Ihre Musikdatenbank mit Ihrem Lieblingslied vergleichen lassen und bekommen für jede Datei einen Kompatibilitätswert.

Sprich, anhand von Prozentzahlen sehen Sie, welches Lied stilmäßig am ehestem Ihrem Favoriten entspricht. Leider kann dieser Prozess bei großen Datenmengen unangenehm lange dauern. Songbird schließlich bietet eine smarte Lösung zur Erstellung von Playlisten: Der Benutzer kann viele Bedingungen wie "Interpret beginnt mit M" oder "Dauer ist im Bereich von 2:30 bis 4:30" für seine Playlist festlegen.

Anhand dieser untersucht Songbird die Musikdatenbank und schnürt damit automatisch immer neue, auf die eigenen Wünsche zugeschnittene Musikpakete.

Der Spezialist: Die Plattenkiste

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Ausgiebiges Stöbern in der Musiksammlung - nun wieder möglich dank der Plattenkiste. Nicht nur für Vinylfreunde.

Das Programm mit dem putzigen Namen hält, was es verspricht: Ein virtueller Plattenschrank, der speziell für große Musikdatenbanken ausgelegt ist, wird hier simuliert. Albumcover lädt die Plattenkiste automatisch herunter und ordnet diese in einer Galerie von 8, 15 oder 24 auf einmal an. Das Design ist schlicht und mag veraltet wirken, ist aber funktionell und übersichlich.

Beim Laden erzielt das Programm durchschnittliche Werte, allerdings zerren unermütliche Fehlermeldungen bei falsch eingelesenen Dateien am Nervenkostüm, da diese für jede Datei einzeln weggeklickt werden müssen. Auslöser dafür sind Dateinamen mit Sonderzeichen. Der Tag-Editor umfasst leider nur die grundlegenden Tags. Dafür bietet das Programm aber eine nützliche Ripper- und Brennerfunktion.

Das Chamäleon: Foobar 2000

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Leinwand für Ihre Ideen: So schlicht sieht Foobars minimalistischer Grundaufbau aus. Das schlichte Design kommt mit einem Bruchteil der Systemressourcen anderer Programme aus.

Der Geheimtipp unter Musikliebhabern, Foobar 2000, sieht auf den ersten Blick nach wenig aus: Das Design ist geradezu minimalistisch, die spärliche Ausstattung bietet nichts bar der wichtigsten Funktionen. Lassen Sie sich davon aber nicht abschrecken. Die karge Oberfläche ist vielmehr eine leere Leinwand, auf der alle Ihre Ansprüchen bedient werden können.

Unter den hier vorgestellten Programmen ist Foobar der unangefochtene König der Gestaltungsvielfalt. Die florierende Mod-Community bringt Plug-ins für jedermanns Geschmack heraus, sodass sich der Benutzer die Leckerbissen selbst herauspicken kann. Der große Haken daran ist allerdings die mangelnde Benutzerfreundlichkeit.

Die komplizierte Menüführung bedarf langen Studiums der Hilfedateien oder zumindest viel Versuch und Irrtum. Abgesehen davon bietet die Grundausstattung schnelle Ladezeiten, die bei weitem geringste Ressourcenauslastung und einen Tag-Editor, der nicht nur Zugriff auf alle ID-Tags der Dateien zulässt, sondern es dem Benutzer auch noch erlaubt, eigene Tags zu erstellen.

Damit können Sie beispielsweise Live-Versionen von Original-Versionen und Remixen abtrennen, Ihre eigene Musik von der Ihrer Kinder separieren oder ergänzende Angaben zum Genre eintragen - Ihnen ist dabei keinerlei Grenze gesetzt. Wer also etwas Einarbeitungszeit nicht scheut, kann sich hier seinen ganz persönlichen Audioplayer basteln.

In Internetforen wie www.audiohq.de oder www.hydrogenaudio.org finden Einsteiger eine aktive Community, die tatkräftige Hilfe beim Einstellen der Plug-ins spendet.

Fazit

Wir müssen also feststellen, dass der klassische Windows Media Player in der derzeitigen Form den wachsenden Ansprüchen der Software-Welt nicht gewachsen ist. Programme wie Die Plattenkiste versuchen in kleineren Marktnischen sesshaft zu werden, bedürfen allerdings noch weiterer Ausarbeitung.

Winamp und seine Nachfahren sind qualitativ hochwertig und verdienen eine Empfehlung - hier ist probieren besser als studieren. Das leistungsstarke Musikabspielprogramm Foobar 2000 sei schließlich den Tüftlern unter Ihnen ganz besonders ans Herz gelegt, die sich nicht von einer Fülle an Funktionen ins Bockshorn jagen lassen.

Download: Tabelle

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