Ratgeber: "Internet Sicherheit"

Falsche Shops Teil 2

Gütesiegel weisen auf seriöse Shops hin

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An den Online-Schlichter können sich geprellte Kunden im Streitfall wenden, etwa wenn sie beschädigte Ware von einem Online-Händler erhalten haben.

Wer lieber entspannt in Online-Warenhäuser shoppen will, statt sich Frust und Ärger in faulen Internetläden einzuhandeln, setzt auf Gütesiegel. Maßstäbe hat das Gütesiegel "Trusted Shops" gesetzt. Seit seiner Einführung vor 13 Jahren haben die Prüfer über 10.000 Online-Läden zertifiziert. Geprüft werden bei Trusted Shops über 100 Einzelkriterien, die der Internet-Dienstleister erfüllen muss. Dazu zählen Daten- und Verbraucherschutz ebenso wie Informationspflicht, Preistransparenz oder Kundenservice.

Darüber hinaus bietet Trusted Shop eine "Geldzurück-Garantie". Das finanzielle Risiko beim Online-Einkauf wird somit reduziert. Wer dennoch Probleme mit einem von Trusted Shops zertifizierten Unternehmen haben sollte, kann sich an Trusted Shops wenden. Erhält ein Online-Shop das Zertifikat von Trusted Shops, darf er mit dem Logo auf seinen Webseiten werben.

Doch das Siegel "Trusted Shops" ist weit mehr als nur ein Logo auf der Webseite. Klickt ein Kunde auf das Siegel, erhält er Informationen zu der Gültigkeit des Gütesiegels, zu dem Shop-Betreiber und zu dem Vergabeverfahren.

Für Verbraucher und für Online-Shop-Betreiber zu Gütesiegeln

Ähnlich wie Trusted Shops arbeitet auch das Euro-Label. Dabei handelt es sich um ein durch die Europäische Union gefördertes Gütesiegel, das wie auch Trusted Shops an geprüfte Online-Shops verliehen wird. Auch bei Euro-Label gibt es die Möglichkeit, Problemfälle zu melden. Im Zweifelsfall kümmert sich eine Schlichtungsstelle um die Beilegung des Streitfalls. Das Euro-Label gibt es in den Ländern der Europäischen Union.

Nicht zuletzt prüft auch der TÜV Süd Internethändler und verleiht das Siegel "s@fershopping", erkennbar am "TÜV"-Logo. Die TÜV-Prüfer testen sowohl die Sicherheit des Datenverkehrs als auch die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen. Hinzu kommt eine Prüfung vor Ort, die zum Beispiel die Erreichbarkeit des Online-Shops untersucht. Der TÜV nimmt auch Online-Reisebüros, Versicherungen oder etwa Partnervermittlungen unter die Lupe.

Eine Liste der zertifizierten Internetläden lässt sich über die Seiten des Gütesiegel-Dienstes einsehen. Der zertifizierte Online-Shop wiederum kann auf seinen Webseiten mit dem TÜV-Siegel werben. Und auch hier muss das Logo (TÜV-Siegel-Bild) anklickbar sein.

Eine Garantie für sicheren Einkauf bieten Gütesiegel zwar nicht. Schließlich kann niemand dafür bürgen, dass ein Shop, auch langfristig Anforderungen der Prüfer erfüllt.

Gibt es aber Ärger mit einem zertifizierten Shop, kann sich der Kunde auch an die Verleiher der Gütesiegel oder direkt an den europäischen Online-Schlichter wenden. Über diese Webseite wird versucht, strittige Fälle zu lösen. Führt die Schlichtung zu keinem Ergebnis, kann sich der Kunde an die Verbraucherzentralen oder an einen Anwalt wenden, um eine Klage gegen den betrügerischen Shop zu erwägen. Eine Anzeige bei der zuständigen Polizeidienststelle sollte auf jeden Fall erfolgen, wenn ein Kunde geprellt wurde.

Empfehlungen und Bewertungen

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Für Verbraucher und für Online-Shop-Betreiber zu Gütesiegeln

Neben Stolpersteinen und Fallen, die bei betrügerischen Shops lauern und die möglichst nicht ignoriert werden sollten, sind Empfehlungen oder Bewertungen anderer Kunden des fraglichen Online-Shops wichtig. Führt der fragliche Online-Shop kein eigenes Bewertungsforum auf seinen Webseiten, sollte jeder Kunde mal nach dem Shop googlen, bevor er eine Bestellung in einem ihm unbekannten Online-Kaufhaus abschließt.

Haben andere Kunden bereits negative Erfahrungen gemacht, sind diese sicher im Internet zu finden. Hilfreich sind dabei zum Beispiel Preissuchmaschinen. Sie listen nicht nur die Preise der jeweiligen Online-Shops auf, sondern auch gleich Nutzer-Bewertungen. Ein Anhaltspunkt über das Geschäftsgebaren geben diese auf jeden Fall. Überwiegen die negativen Bewertungen, sollte in dem fraglichen Shop besser nicht eingekauft werden.

Interview: Tatjana Halm, Verbraucherzentrale Bayern

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Tatjana Halm, Verbraucherzentrale Bayern

PCgo: Wie kommt es, dass immer noch viele Kunden auf faule Shops im Internet hereinfallen?

Tatjana Halm: Da gibt es sicherlich eine Vielzahl von Gründen. Zum einen ist da sicher eine gewisse Unbedarftheit und beim Bestellen sind die Klicks schnell durchgeführt. Der Preis der gewünschten Ware verlockt ebenfalls zum schnellen Kaufen sowie die Tatsache, dass wichtige Informationen über sicheren Einkauf im Netz noch nicht bei allen Kunden angekommen sind.

Und selbst aufmerksame Kunden bezahlen möglicherweise am Ende eines langen Einkaufvorgangs dann doch mal per Vorkasse, da ihnen am Schluss doch nur diese Bezahlmöglichkeit angeboten wird. Das Problem ist, dass häufig zu Beginn mehrere Bezahlmöglichkeiten angeboten werden und am Schluss nur die Vorauskasse geht, weil zum Beispiel ein negativer Scorewert festgestellt wurde. Die anderen Möglichkeiten werden somit vereitelt.

PCgo: Was sollten Kunden beachten, wenn sie in einem ihnen unbekannten Shop im Internet einkaufen?

Tatjana Halm: Die Webseiten des Shops sollte man sich schon genauer ansehen. Der Kunde sollte wissen, mit wem er es zu tun hat. Wichtige Hinweise liefert das Impressum. Sitzt die Firma im Ausland, ist es im Zweifelsfall schwierig und kostspielig seine Rechte durchzusetzen.

Bevor ein Kaufvertrag abgeschlossen wird, sollten die AGB, die Datenschutzbestimmungen und vor allem die Bezahlmöglichkeiten geprüft werden. Von Gütesiegeln sollte man sich allerdings nicht blenden lassen, schließlich handelt es sich bei vielen Siegeln um Phantasie-Siegel, die nichts zu bedeuten haben. Informationen erhält man über die Initiative D21.

Und angesichts der Tatsache, dass vermutlich etwa 30 Prozent der Bewertungen in Bewertungsportalen gefälscht sind, kann man sich darauf nicht immer verlassen. Finden sich aber zu einem Anbieter besonders viele Beschwerden im Internet, sollte von einem Einkauf dort eher abgesehen werden.

PCgo: Was kann ein Kunde tun, wenn sein Geld weg ist und die Ware nicht geliefert wird?

Tatjana Halm: Auf jeden Fall sollte der Kunde den Online-Shop schriftlich auffordern, die Ware zu liefern oder den Kaufpreis zurückzuerstatten. Dazu sollten Fristen gesetzt und auf Fristen hingewiesen werden. Hat der Verbraucher damit keinen Erfolg, kann er sich unter Umständen an die neu geschaffene Online-Beschwerdestelle wenden oder an einen Rechtsanwalt und er kann Strafanzeige erstatten.

Hier muss der Verbraucher zunächst selbst aktiv werden und die Frist auch selbst bestimmen. Es gibt keine Frist, auf die er hinweisen kann. Erst wenn das alles scheitert, kann er sich an die Online-Schlichtung wenden. Unter Umständen deshalb, weil diese nur für bestimmte Bundesländer geht. Dies entnimmt man den Voraussetzungen auf der Seite.

PCgo: Wann wird ein Online-Shop geschlossen?

Tatjana Halm: Ist ein strafrechtliches Verfahren eingeleitet worden, folgt in der Regel bereits aus praktischen Gründen automatisch die Schließung des fraglichen Online-Shops, da die Konten sowie sämtliche Aktivitäten des Shops gesperrt werden. Befindet sich noch Geld auf den Konten, haben geprellte Kunden eine gewisse Chance, den Kaufpreis wieder erstattet zu kriegen. Bei ausländischen Firmensitzen gestaltet sich das in der Regel als sehr schwierig.

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