Facebook, Twitter & Co.

Account, Daten und Profil in Social Networks löschen - So geht's

Wer auf Facebook, Twitter & Co. keine Lust mehr hat, liest hier, wie er seinen Account inklusive aller Daten im Profil löschen kann.

Wir zeigen, wie Sie Accounts und Ihre Spuren im Internet löschen können.

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Wir zeigen, wie Sie Accounts und Ihre Spuren im Internet löschen können.

In diesem Artikel lesen Sie, wie Sie auf Facebook, Twitter und Co. Ihren Account samt privater Daten auf Ihrer Profilseite löschen können.

Peinliche Facebook-Fotos, der Wunschzettel bei Amazon oder uralte Foreneinträge: Im Netz hinterlassen wir alle Spuren und vergessen, dass jeder sie finden kann. Das kann unangenehm werden. Auch Accounts bei Internetdiensten wird man nicht immer einfach los. Wir zeigen, wie Sie Ihre Spuren löschen.

Bevor Sie das nächste Mal eine Bewerbung verschicken, sollten Sie sich lieber selbst googlen. Denn das tut der Personalchef mit Sicherheit auch, bevor er Sie zum Gespräch einladen wird. Wissen Sie, was im Netz alles über Sie herumgeistert? Vielleicht Partyfotos, die Sie vor Jahren in einem längst vergessenen Online-Netzwerk gepostet haben? Oder böse Kommentare, die Sie bei Twitter über die neue Firma verfasst haben?

Ihr Amazon-Wunschzettel? Freizügige Urlaubsfotos von Flickr? Ein öffentliches Xing-Profil, in dem ganz andere Daten stehen als in Ihrem Lebenslauf? Solch virtuelle Altlasten sind nicht nur peinlich, sondern können Ihnen bei der Bewerbung auch zum Verhängnis werden.

Ausmisten ist wichtig

Es ist ratsam, die eigene Internetpräsenz regelmäßig zu prüfen und auszumisten. Dazu gehört auch die Überlegung, welche Dienste man tatsächlich noch nutzt. Wenn Sie zum Beispiel bei Ebay und Amazon seit Jahren nichts mehr gekauft haben und GMX nicht mehr nutzen, sollten Sie Ihre Accounts löschen und nicht einfach brachliegen lassen. Denn die Anbieter haben jede Menge Daten von Ihnen. Mindestens eine E-Mail-Adresse, wahrscheinlich auch noch Namen und persönliche Daten sowie Kontoinformationen und Adresse.

Aber egal, ob Online-Netzwerke, Foren, Communities, Maildienste oder Shops: Bei vielen Seiten dauert es länger, sich ab-, als sich anzumelden. Die Betreiber verstecken den Button zum Löschen des Accounts so, dass es viele Klicks braucht, ihn zu finden.

Oder der User wird gezwungen, eine Mail an den Kundendienst zu schreiben, um sein Konto zu löschen. Das Ziel ist klar: Wenn der User es schwer hat, sich abzumelden, bleibt er vielleicht da. Einige Accounts lassen sich sogar überhaupt nicht mehr entfernen.

Justdelete.me: Der nützliche Webdienst hilft beim Aufräumen und Löschen

Eine US-Webseite nimmt Ihnen die Mühe ab, bei jedem einzelnen Dienst nach dem Löschbutton zu suchen. Von Amazon und Apple über Dropbox, Etsy, Pinterest, Ebay bis hin zu Yahoo und dem Playstation Network - Just-delete.me listet mehr als 240 Webdienste alphabetisch auf. Jeder Eintrag ist farblich danach gekennzeichnet, wie einfach oder kompliziert es ist, das Konto dort zu löschen. Rufen Sie also die Webseite auf, wenn Sie einen Account loswerden wollen, und suchen Sie den Dienst in der Liste.

Justdelete.me

© Justdelete.me

Der Webdienst justdelete.me zeigt, wie einfach oder schwer Dienste zu löschen sind.

Schauen Sie anschließend auf die Farbe: Grün heißt leicht zu löschen. Bei Dropbox etwa gibt es einen einfach zu findenden Button, um das Konto zu entfernen. Bei gelb markierten Seiten ist das Löschen mittelschwer. Bei rot gekennzeichneten Seiten ist die Kontoentfernung schwierig, hierzu gehören Amazon oder der Musikstreamingdienst Spotify. Bei grün, gelb und rot markierten Diensten liefert justdelete.me einen Direktlink zum Löschbutton oder -formular auf der jeweiligen Webseite.

Sie sind übrigens nicht verpflichtet, den Grund für die Löschung anzugeben, auch wenn viele Portale das abfragen. Schwieriger wird es bei schwarz markierten Diensten. Konten bei Wordpress.com, Couchsurfing, Pinterest, Wikipedia oder DHL wird man demnach überhaupt nicht mehr los. Wer sie dennoch löschen will, braucht starke Nerven. Allein zum Thema "DHL-Konto löschen" finden sich viele verzweifelte Hilferufe im Netz. Mails an die auf der Seite angegebene Serviceadresse wurden nie beantwortet. Mehr Erfolg hatten offenbar Kunden, die DHL über Twitter kontaktierten (@DHLPaket).

In solchen Fällen hilft offenbar nur Hartnäckigkeit: Schreiben Sie Nachrichten an den Anbieter - im Zweifel an mehrere Adressen - und verlangen die Löschung des Accounts. Justdelete.me ist sehr hilfreich, hat aber mit der farblichen Einteilung nicht immer Recht. Das hängt auch damit zusammen, dass die Anbieter unterschiedlich definieren, was "löschen" heißt. Facebook (gelb) macht es dem User zwar relativ leicht, den eigenen Account zu deaktivieren, das Löschen ist aber deutlich schwieriger. Beim deutschen Mailanbieter GMX kann man das Konto bei "Mein Account" zwar "stilllegen", von löschen ist aber nicht die Rede. Damit handelt sich GMX bei justdelete.me eine rote Markierung ein. Doch der Konzern versichert, dass mit "stilllegen" die komplette Entfernung des Kontos und aller Daten gemeint sei. Das betrifft aber nur Freemail-Konten. Premiumkunden müssen ein Fax schicken.

Amazon

© Amazon

Den Wunschzettel bei Amazon sollte man besser auf "privat" umstellen.

Ähnlich wie justdelete.me arbeitet die Webseite Accountkiller, ist aber unübersichtlicher. Dienste werden in schwarze und weiße Listen aufgeteilt, zudem gibt es Direktlinks zur jeweiligen Löschseite.

FACEBOOK ENDGÜLTIG LÖSCHEN

Wohl nirgendwo sonst im Netz hinterlassen User so viele Spuren wie auf Social-Media-Seiten. Mit einem Klick ist man Fan einer Seite bei Facebook oder Google+, "retweetet" Beiträge von anderen bei Twitter oder teilt selbst Fotos und Statusmeldungen mit anderen. Was sich alles ansammelt, hat irgendwann keiner mehr im Blick. Vieles davon ist mehr oder weniger öffentlich: Twitter ist als Plattform generell weniger geschlossen als zum Beispiel das private Facebook-Profil. Wenn Sie sich beim Mikroblogging-Netzwerk mit ihrem Klarnamen angemeldet haben, findet jeder ihre Beiträge auch über Google.

Facebook

© Facebook

Facebook versteckt den Link zum Löschen des Kontos ziemlich gut.

Auch Facebook-Einträge können öffentlich sein - zum Beispiel Ihre Kommentare auf öffentlichen Fanseiten. Der vermeintlich abgeschottete private Bereich bei Facebook, den man nur Freunden zeigt, sollten Sie ebenfalls nicht aus den Augen verlieren. Vielleicht wollen Sie ja das Karnevalsfoto von 2011 nicht mehr unbedingt allen Freunden zeigen. Sie können all Ihre alten Beiträge, Fotos, Kommentare und Likes im Nachhinein löschen.

Dazu gibt es das Aktivitätenprotokoll von Facebook. Sie finden es in Ihrem Profil oben rechts im Titelbild. In chronologischer Reihenfolge sehen Sie, und nur Sie, dort alles, was Sie auf Facebook gepostet, geliked oder kommentiert haben. Über den Bleistift rechts können Sie alle Einträge löschen oder auch die Privatsphäre-Einstellungen ändern. Sie können auch "Nur Ich" wählen, dann sehen nur Sie den Beitrag noch.

Tool SimpleWash

© Tool SimpleWash

Das Tool SimpleWash hilft, peinliche Einträge bei Twitter und Facebook aufzuspüren.

Allerdings sind die Daten immer noch bei Facebook hinterlegt. Das Löschen und Umstellen geht nur händisch und bei jedem Beitrag einzeln. Ein wenig übersichtlicher ist es, wenn Sie auf der linken Seite Kategorien wählen. Dann werden nur Ihre Kommentare angezeigt, oder nur Ihre Gefällt-mir-Angaben. Diese Aufräumaktion ist ziemlich mühsam.

Einfacher geht es, wenn Sie externe Werkzeuge zu Hilfe nehmen. Die Apps externer Entwickler für Facebook helfen beim Ausmisten. Die App "Alll my likes!!!" listet nach der Installation alle Fanseiten auf, bei denen Sie "Gefällt mir" geklickt haben. Mit einem Klick auf das "Gefällt mir"-Symbol entziehen Sie der Fanseite Ihren Like.

Hilfe beim Aufräumen von Twitter und Facebook

Beim Aufräumen peinlicher alter Einträge bei Facebook und Twitter hilft die App "SimpleWash" . Sie scannt alte Einträge und Likes auf möglicherweise heikle Worte und bietet die Möglichkeit zum anschließenden Löschen. Wenn zum Beispiel in der Info einer Fanseite das Wort "sexy" auftaucht, schlägt die App Alarm. Die Wörter-Datenbank ist zwar englisch, Sie können aber eigene Begriffe eingeben und danach suchen.

Wissen Sie noch, welcher App Sie welche Berechtigung erteilt haben und welche damit zum Beispiel in Ihrem Namen posten darf? Die Webseite "MyPermissions" will dafür eine Anlaufstelle bieten. Über ein Plugin scannt Sie auf Wunsch die Berechtigungen, die Sie Apps auf Facebook erteilt haben und listet diese übersichtlich auf. Sie können sich auch benachrichtigen lassen, wenn eine App auf Ihre Daten zugreift. MyPermissions funktioniert neben Facebook auch für Twitter, Google+ und zahlreiche weitere Webseiten.

Herkulesaufgabe: Facebook, Twitter und Co. endgültig löschen

Was aber, wenn Sie Facebook, Twitter und Google+ endgültig den Rücken kehren wollen? Bei den beiden letztgenannten Portalen ist das einfach: Sie finden den Löschbutton jeweils prominent in den Einstellungen Ihres Profils (Twitter: Zahnrad oben rechts / Einstellungen / "meinen Account deaktivieren" ganz unten; Google+: Übersicht / Einstellungen / "Google+ deaktivieren" ganz unten).

Bei Twitter sollten Sie vorher alle Ihre Tweets löschen. Das müssen Sie nicht händisch machen, das Tool http://twitwipe.com/ übernimmt diese Aufgabe und entfernt alle Ihre Einträge. Google verspricht, dass alle Beiträge in Google+ gelöscht werden - nicht aber die Fotos. Diese müssen Sie in den zu Google+ gehörigen Picasa Webalben einzeln entfernen.

Reputation Defender

© Reputation Defender

Kostenpflichtige Services wie Reputation Defender helfen, Beiträge aus dem Netz zu tilgen.

Die Deaktivierung des Facebook-Accounts findet sich ebenfalls dort, wo man sie vermutet: in den Sicherheitseinstellungen (Pfeil oben rechts / Einstellungen / Sicherheit / "deaktiviere dein Konto" unten). Nun bedeutet aber deaktivieren bei Facebook, anders als bei Twitter und Google+, nicht gleich löschen. Tatsächlich legt ein User seinen Account nur auf Eis und macht sein Profil unsichtbar - alle Daten bleiben aber erhalten. Loggt man sich Monate oder Jahre später mit den Zugangsdaten wieder ein, ist alles noch da.

IHR GUTES RECHT

In soziale Netzwerke gehören nur solche Informationen, die auch öffentlich sein dürfen!

Wer sein Konto dauerhaft löschen will, muss deutlich länger forschen. Die Suche nach "Konto löschen" in der Hilfe führt zu mehreren Seiten, die aber diverse Klicks erfordern, bis man zum Ziel kommt. Dann drückt sich das Netzwerk nebulös aus und spricht davon, dass User die Löschung "beantragen" könnten. Facebook "könne" sich dann darum kümmern.

Das Netzwerk versucht mit emotionalen Tricks, Sie zu halten: Es werden Bilder von Freunden angezeigt, die Sie in Zukunft vermissen würden. Selbst wenn Sie stark bleiben: Ihr Konto ist nicht gleich weg: Nun dürfen Sie sich zwei Wochen lang nicht mehr einloggen, sonst wird der Löschvorgang gestoppt. Dass mit der Löschung nicht wirklich alle Daten entfernt sind, räumt Facebook selbst ein: "Bestimmte Daten" würden weiter gespeichert, um möglichen Identitätsdiebstahl zu verhindern.

Auch andere Informationen von Ihnen und über Sie bleiben erhalten: Haben Sie etwa Kommentare unter Beiträgen von anderen hinterlassen, kann es sein, dass diese stehenbleiben. Immerhin ohne Ihren Namen, dort steht dann "anonymer Facebook-Nutzer". Um das zu verhindern, müssten Sie die Kommentare vor der Account-Löschung einzeln entfernen. Auch auf Fotos in den Alben von Freunden können Sie weiter zu sehen sein.

Peinliche Fotos

© Archiv

Peinliche Fotos: Das Internet vergisst nichts - auch nicht unangenehme Urlaubs- oder Partyfotos.

Fazit: Das Internet vergisst nichts

Was online ist, wird online bleiben, wenn Sie sich nicht darum kümmern und Ihre Privatsphäre schützen. Löschen Sie Daten und nicht mehr genutzte Profile regelmäßig.

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